Allgemeine Berichte | 13.06.2015

Weisser Ring hilft Opfern von Straftaten - auch im Kreis Mayen-Koblenz

Arbeit der ehrenamtlichen Helfer leistet wichtigen Beitrag

Vierzehn Mitarbeiter helfen bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen

Leiter der Außenstelle Mayen-Koblenz Bernd Junglas (Vierter v.l.) mit einigen der ehrenamtlichen Mitarbeiter.privat

Kreis Mayen-Koblenz. Regelmäßig, einmal im Monat, treffen sich die vierzehn ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weissen Rings im Kreis Mayen-Koblenz.

Der Weisse Ring kümmert sich um Opfer von Straftaten. Diese Opfer haben häufig schreckliche Erlebnisse hinter sich und stehen oft ohne Hilfe vor für sie völlig neuen Situationen. Es sind rechtliche Fragen zu klären, Besuche zu Vernehmungen bei der Polizei stehen an und nicht selten ist ein Erscheinen als Zeuge vor Gericht erforderlich. Dies wird oft als hohes Hindernis empfunden. Hier helfen die Mitarbeiter des Weissen Rings. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Häufig hilft es bereits weiter, den Opfern einfach nur zuzuhören und Zeit für sie zu haben. Eine große Hilfe für die Betroffenen ist es, nicht allein vor der neuen Situation zu stehen und von einem Menschen begleitet zu werden. Das gilt nicht nur dafür, ein offenes Ohr zu finden, sondern auch direkt und wörtlich genommen, begleitet zu werden: beispielsweise zu Polizei, Gericht und Behörden. Selbst der Besuch bei einem Anwalt kann als unüberwindlicher Berg erscheinen. Wie gut, dass dann ein verständnisvoller Mensch diese Schwierigkeit ernst nimmt und einfach auf diesem Weg begleitet. So ist es für die Mitarbeiter des Weissen Rings manchmal recht einfach, durch kleine Gesten und das Aufwenden von Zeit zu helfen.

Ehrenamtliche werden mit Herausforderungen konfrontiert

Aber auch die Mitarbeiter werden vor Situationen gestellt, die belastend sein können. So reichen die Straftaten, mit denen sie konfrontiert werden, von Diebstählen bis hin zu häuslicher Gewalt, Vergewaltigungs- und Tötungsdelikten. Hier wird der einzelne Ehrenamtliche teilweise mit völlig verzweifelten Menschen, deren Leben sich innerhalb ganz kurzer Zeit völlig verändert hat, konfrontiert.

Diese Erlebnisse müssen auch von den Mitarbeitern verarbeitet werden. Hierzu dienen unter anderem die monatlichen Treffen. Erfahrungsaustausch und Ratschläge der Kollegen helfen weiter, den jeweils konkreten Fall bearbeiten zu können.

Sehr hilfreich ist hier, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus den verschiedensten Berufen kommen und ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen können. Selbstverständlich kann niemals professionelle Hilfe ersetzt werden, aber auch der Weg zu dieser professionellen Stelle muss erst gefunden werden.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten kann der Weisse Ring Opfern auch finanziell helfen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Arbeit des Weissen Rings ausschließlich aus Spenden und anderen freiwilligen Zuwendungen finanziert wird. Im Vordergrund steht die menschliche Hilfe.

Der Opfernotruf des Weissen Rings ist von 7 bis 22 Uhr an sieben Tagen der Woche unter der bundeseinheitlichen Nummer 116 006 zu erreichen.

Leiter der Außenstelle Mayen-Koblenz Bernd Junglas (Vierter v.l.) mit einigen der ehrenamtlichen Mitarbeiter.Foto: privat

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