Allgemeine Berichte | 28.09.2026, 12:11 Uhr

Konzertfilmmusik Ettringen

Blaskapelle Ettringen begeistert mit Film- und Serienmusik in der Hochsimmerhalle

Das Orchester der Blaskapelle Ettringen...

Ettringen. Bei „Hollywood“ entsteht in den Köpfen der Menschen fast überall auf der Welt ein Bild. Glanz und Glamour gehören ebenso dazu wie Stars und Sternchen. Am meisten jedoch ist es die „Traumfabrik Hollywood“ mit ihrer Produktion von Illusionen, Sehnsüchten und Träumen für ein weltweites Publikum, die die Menschen mit diesem Begriff verknüpfen, verbunden mit ihrer unvergesslichen Musik, die das Gesehene erst lebendig werden lässt und nachhaltige Erinnerungen schafft.

Und wie kommt all das in die große Mehrzweckhalle eines Eifeldorfes? Genauso gut könnte man Fragen, warum ausgerechnet Frodo Beutlin, ein Hobbit, zum Ringträger wurde oder wie es dem kleinen Wikinger Hicks gelingt einen Nachtschatten zu zähmen, immerhin einer der gefährlichsten Drachen der Welt.

Die Blaskapelle Ettringen hat sich dieser Herausforderung gestellt und dabei selbst übertroffen. Mit ihrem großen Blasorchester unter der Leitung von Jenny Barz ist es ihr gelungen, den Glamour der Film- und Serienmusik in die Hochsimmerhalle nach Ettringen zu transportieren.

Schon beim Betreten des Foyers stieg einem der Duft von Pocorn in die Nase. Und sofort war das Kino-Feeling hergestellt. Eifrig stellten Helfer noch weitere Stühle auf, da niemand mit einem derart großen Ansturm rechnen konnte.

Los ging es wie immer mit dem Jungendorchester des Vereins, das von Simon Ockenfeld akribisch auf seinen Auftritt vorbereitet wurde. Bereits mit dem ersten Stück der talentierten jugendlichen Musikerinnen und Musiker war man mittendrin in der Welt der Avangers, der heldenhaften Rächer in einer düster gewordenen Welt. Höhepunkt war aber sicherlich die musikalische Reise des Wikingerjungen Hicks auf seinem Drachen Ohnezahn.

Dann hob schon zur bekannten 20th Century Fox Fanfare der Vorhang für die „Großen“. Sie entführten ihr Publikum sogleich in die sieben Königreiche von Westeros und ihren Kampf um den den Eisernen Thron mit der Musik aus der Erfolgsserie „Game of Thrones“.

Ein gewagter, aber gekonnt gemeisterter Sprung in die grausame Realität des Holocaust im Zweiten Weltkrieg. Einfühlsam und ohne Pathos interpretierte das Orchester die Melodien aus dem bewegenden Film „Schindlers Liste“.

Der Wechsel der Genres hatte Programm an diesem Abend, wirkte aber keinesfalls Fehl am Platz, sondern nahm das Publikum wie Gefährten der Musik mit auf eine fantastische Reise.

Und so gelangten sie direkt nach Mittelerde. Für die Filmmusik zum dreiteiligen Epos „Herr der Ringe erhielt“ Howard Shore gleich mehrere Oscars und Grammys. Zu Recht. Aber auch Jenny Barz ließ ihr Orchester diese gefühlsechte Musik so überzeugend interpretieren, dass eigentlich auch ein Preis fällig gewesen.

Ebenso konnte man mit Forrest Gump über einen ganzen Kontinent laufen und mit Winnetou und Old Shatterhand in die Abendsonne reiten.

Den zweiten Teil eröffnete Darth Vader persönlich, nachdem er zu seinem „Imperial March“ auf die Bühne marschiert war. Zur berühmten Star Wars Melodie schließlich wurde die komplette Halle mit meisterlichen Lichteffekten (Daniel und Lennard Hörz) in eine weit entfernte Galaxis verwandelt.

Große Gefühle und die Sehnsucht nach unendlicher Liebe ließ das Orchester aufkommen mit Christina Perris Hit „A Thousand Years“ aus der Twilight-Saga. Nur um direkt im Anschluss wieder in die mystische Parallelwelt von Hawkins aus der Serie „Stranger Things“ abzutauchen, die die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder lebendig werden ließ.

Nachdem sich auch Queen mit ihrer „Bohemnian Rhapsody“ die Ehre gegeben hatte, konnte es nur noch ein Highlight geben, dass auf feuchten Schiffplanken die Hochsimmerhalle zum Beben brachte: Als hätte Captain Jack Sparrow persönlich die Bühne geentert brannten die hochmotivierten Musikerinnen und Musiker mit den reißerischen Melodien aus „Fluch der Karibik“ aus der Feder von Hans Zimmer ein musikalisches Feuerwerk ab (begleitet von realer Pyrotechnik), das seinesgleichen in der Region sucht.

Stolz sein darf die Blaskapelle Ettringen auf ihre herausragenden Solisten, die in vielen der zahlreichen Stücke die unverkennbaren Pointen setzten: Nick Gleich (Querflöte/Oboe), Niklas Barz (Saxophon), Edda Schuster (Horn), Lennard Hörz (Trompete), Sabine Klasen (Klarinette), Katharina Dinger (Saxophon), Simon Ockenfeld (Trompete), Jonas Barz (seltsames Instrument bei Winnetou), um nur eine Auswahl zu nennen.

Brillant durchs Programm führte wie immer Jutta Schuster, die Frau des 1. Vorsitzenden Alex Schuster, der als Verantwortlicher für die Gesamtorganisation ebenfalls großes geleistet hat.

Beim Radetzky-Marsch als Zugabe klatschte die ganze Halle begeistert mit und freut sich bereits auf die Adventsmatinee der Blaskapelle.

Denn: „Musiker sind doch wirklich erstaunliche Geschöpfe. In einem Monat kann man alles Wissenwerte über sie lernen und doch können sie einen nach 100 Jahren noch überraschen.“ (Gandalf)

...von Jenny Barz meisterhaft dirigiert

...von Jenny Barz meisterhaft dirigiert Foto: Lisa Elzer

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Das Orchester der Blaskapelle Ettringen... Foto: Lisa Elzer

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