Mayen kennenlernen:
Der Mühlenturm!
Mayens schönste Ecken stellen sich vor: Beliebte Sehenswürdigkeiten, geschichtsträchtige Einrichtungen und weniger bekannte, aber ebenso reizvolle Örtlichkeiten. In dieser Woche: Der Mühlenturm!
Mayen. Zu den imposantesten Teilen der einstmaligen Stadtbefestigung von Mayen zählt zweifellos der Mühlenturm. Er und sein Pendant, der Vogelsturm, sind die beiden einzigen noch weitgehend unversehrten Rundtürme der alten Befestigung. Auf der Strecke zwischen dem Wittbender Tor und dem Brückentor sicherten neben dem runden Mühlenturm weitere Turmbauten – darunter zwei Halbtürme und ein sog. Erkerturm – die Mauer und das Vorfeld der Stadt. Über dem Zulauf des Barwinkel-Baches befand sich ein ebenfalls auskragender Wehrbau; der Bach betrieb im Stadtinnern eine Mühle, die wohl namengebend für den nur wenige Meter entfernt stehenden Mühlenturm wurde.
Der vier Geschosse hohe Mühlenturm musste auch das Gelände am jenseitigen Netteufer sichern. An seinem Obergeschoss sind vermauerte Schießscharten und Sehschlitze zu erkennen, die vor dem Kegeldach einst einen offenen Zinnenkranz bildeten. Dieses Dach hat er im Gegensatz zu den anderen Toren und Türmen nie verloren. 1906 wurde unser Turm letztmalig unter Stadtbaumeister Eugen de Witt erneuert.
In den Zeiten der Wohnungsnot im 19. und 20. Jahrhundert diente der Mühlenturm sozialschwachen Familien als Wohnraum. Auf diese Nutzung und auf eine benachbarte Mietskaserne nimmt auch das Lied „Off da Trepp“, eine Milieuschilderung von Mayen, der legendären Gruppe „Die Spatzen“ Bezug. Dort ist die Rede vom „Flont“, der so stolz im Turm haust, und dieser sei überall bekannt als der „Müllatua am Kasernenstrand“.
Pressemitteilung der
Stadtverwaltung Mayen