Die Stadt Mayen und das Ensemble der Burgfestspiele hatten zum Sponsorenempfang geladen
Die Lust auf die Festspielsaison ist kaum noch zu steigern
Mayen. Einen finanziellen Aufwand von etwa einer Million Euro bedarf es alljährlich zur Durchführung der Burgfestspiele, die die Stadt Mayen weit über die Großregion hinaus bekannt und mittlerweile sogar zu einem Aushängeschild für das Land Rheinland-Pfalz gemacht haben. Allein mit den Eintrittsgeldern für die Spiele und einem von der Stadt Mayen bereitgestellten Betrag wäre diese Summe nicht zu finanzieren.
Schon frühzeitig erkannten die Veranstalter daher den Wert, den großzügige Sponsoren beitragen. Zu einem Abend der besonderen Art laden seither regelmäßig die Stadt Mayen und das Ensemble der Burgfestspiele die zum Teil bereits seit Jahren treuen Sponsoren ein, um ihnen kulinarisch und mit einzigartigen schauspielerischen und gesanglichen Schmankerln zu danken. „Auch der heutige Abend“, betonte Oberbürgermeister Wolfgang Treis bei seiner Begrüßung, „kann ohne finanzielle Unterstützung nicht in diesem Umfang veranstaltet werden“. Sein Dank galt daher den Herren Rudi Giering, Michael Hüls und Michael Lindhof vom Autohaus Scherer sowie Rolf Hübner von den Rhodius Mineralquellen. Der Stadtchef dankte zudem auch Judith Ellner und Frank Gondorf, deren Halle 129 samt Equipment kostenfrei genutzt werden durfte. Das Team von Willy Wolf aus Welling sorgte für das leibliche Wohl und rundete den Abend damit perfekt ab. Herrn Hübner als bereits langjährigem Sponsor dankte der Oberbürgermeister gleichzeitig für die Fortführung der „prickelnden“ Werbeidee, auf einer Million Getränkeflaschen mit dem Logo der Burgfestspiele zu werben, sowie für die über die ganze Spielsaison zur Verfügung stehenden alkoholfreien Getränke für das Ensemble. Aber auch die Mayener Banken werben mit ihren Geldautomaten und Brohler Wellpappe auf seinen LKWs bundesweit und sogar international. Auf ausgestellten Roll-Ups wurden alle Sponsoren im Einzelnen bedacht, darunter auch die drei neuen: Notarin Valentin, die Firma Fliesen Schmalkoke und Dr. Landers.
Uraufführung von „Genoveva“ wird mit Spannung erwartet
Herausragend in diesem Jahr ist die Welturaufführung des Musicals „Genoveva“ und der Vorverkauf läuft entsprechend gut. Dank fünf Euro Zuschuss, die von der Kreissparkasse für jeden Schüler beim Besuch von „Heidi“ gewährt wurden, gibt es beim Kinderstück spürbare Zuwächse der Besucherzahlen. Sowohl Oberbürgermeister Treis als auch Intendant Nüesch machten aber deutlich, dass „Heidi“ keineswegs ausschließlich ein Kinderstück ist. Peter Nüesch beklagte ein wenig den schleppend angelaufenen Verkauf der Karten für „Amadeus“. „Das war seinerzeit bei den ‚Comedian Harmonists‘ auch der Fall und später haben sich die Zuschauer teilweise um Karten sogar fast geschlagen. Das fand ich ganz wunderbar“, so Theatermann Peter Nüesch.
Dann startete, gekonnt durch Intendant Peter Nüesch moderiert und schauspielerisch unterstützt, ein tolles Überraschungsprogramm des diesjährigen fast 70-köpfigen Ensembles zur Einstimmung auf die Festspielsaison 2015. Mit einer zwanglosen Abfolge gesanglicher Beiträge und Sketche gestaltete das Schauspielteam einen unvergesslichen Abend und ein gemütliches Beisammensein. Für die Gäste war es eine tolle Demonstration dessen, was in Kürze mit den beiden Hauptstücken auf der Mayener Genovevaburg zu sehen und zu hören sein wird. Auf attraktiven Damen-Pumps zeigte sich Intendant Peter Nüesch zwar nur auf der Bühne der Halle 129 und machte gesanglich humorvoll schon einmal klar, wie er künftig seine gewonnene freie Zeit zu verwenden gedenkt. Robby Plücker und Sascha Littig, die beiden Komiker aus Genoveva, interpretierten „Ein Lied, das jeder liebt“. Georg Lorenz, ja der Georg Lorenz, von dem Frank Sinatra schon gesagt hatte: „Wer ist das?“, sang Udo Jürgens Hit „Ich war noch niemals in New York“ und untermalte das Lied mit richtig von Hand gemachter Musik auf seiner Gitarre. Michael Sobotka ereiferte sich über Fliegen und kam über diese Nervensägen eigenartigerweise schnell zu der neuen Ehefrau des Chefs.
Die Sketche des unvergessenen Loriot kann man immer wieder sehen - und besonders, wenn sie von einem Paar wie Luna Metzroth und Lorenz Schirren gespielt werden. Schon nach dem ersten Satz „Das Ei ist hart“ barsten die Gäste vor Lachen. Ausgerechnet das züchtige Fräulein Rottenmeier aus „Heidi“ alias Cheryl Baulig stellte Zarah Leanders weltbekannt gewordene Frage „Kann denn Liebe Sünde sein?“ Die junge Regina Graf war vom Intendanten als Statistin des Musicals „Genoveva“ angekündigt worden, spielt aber in „Heidi“ auch deren im Rollstuhl sitzende Freundin Klara. Die Gesangsdarbietung von Regina Graf war mehr als überzeugend. Margareta Köllner ist in klassischem Gesang ausgebildet und gleichzeitig im Musical zu Hause. Die bei „Genoveva“ gleich in zwei Rollen spielende Sopranistin kündigte Peter Nüesch als Höhe- und Schlusspunkt der Bühnenshow an. Schnell war danach das Büfett umlagert.
Tolle Light-Show als „Dessert“ der Vorführungen
Bevor die zahlreichen Gäste jedoch zum Dessert griffen, gab es ein solches auch auf der Bühne. Heidi-Darstellerin Eva Wiedemann hatte mit ihrer Light-Show bis zur einsetzenden Dunkelheit gewartet. Zur Begleitmusik aus dem Musical „Tanz der Vampire“ war die Künstlerin von Fledermäusen inspiriert worden, die sie bei Proben auf der Genovevaburg gesehen hatte. Der Schauspieler- und Sponsorenempfang endete gemütlich mit vielen Gesprächen, bei denen beide Seiten die Gelegenheit hatten, sich besser kennenzulernen.
Heidi-Darstellerin Eva Wiedemann inspirierten Fledermäuse bei Proben auf der Genovevaburg für ihre Light-Show.
„Kann denn Liebe Sünde sein?“, fragte das eigentlich strenge Fräulein Rottenmeier (Cheryl Baulig).
„Das Ei ist hart!”, befand Lorenz Schirren, der mit seiner Frau Luna Metzroth den unvergessenen Sketch von Loriot präsentierte.
