Allgemeine Berichte | 27.07.2014

Mayen kennenlernen:

Die Stadtbefestigung

Mayens schönste Ecken stellen sich vor: Beliebte Sehenswürdigkeiten, geschichtsträchtige Einrichtungen und weniger bekannte, aber ebenso reizvolle Örtlichkeiten. In dieser Woche: Die Stadtbefestigung!

Der Wehrgang ist ein Teil der Stadtbefestigung. Über ihn erreicht man über den Rosengarten die Genovevaburg. Mari Ho

Mayen. 1291 erlangte Erzbischof Boemund I. von Warsberg (1286-1299) von König Rudolf von Habsburg (1273-1291) die Stadtrechte für Mayen. Während seiner Regierungszeit bis 1299 begann Boemund mit dem Bau einer ersten, wohl noch provisorischen Befestigung. Man wird sich diese Anlage als Erdwerk aus Graben, Wall und Palisaden vorzustellen haben. Der eigentliche Mauerbau begann erst unter Boemunds Nachfolger Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354). Er ließ die neue Stadt ringsum mit Mauern und Türmen aus Basaltlava befestigen. 1326 war der Mauerring vollendet; fast kreisförmig umgab er 1,7 Kilometer lang die Stadt am rechten Netteufer. Die Stadtmauer schließt an den Zwinger der Burg an.

An der Stadtbefestigung wurde noch gut 200 Jahre weitergebaut. Ihre Einrichtungen wurden ständig verstärkt, Tore und Türme weiter ausgebaut. Die Vollmauer aus der Zeit Erzbischof Balduins wurde deutlich erhöht und stadtseitig mit einer Arkadenreihe, die den Wehrgang trug, ergänzt.

Die Mauer hatte etwa 20 Türme, Halbtürme und Erkertürme; sie hatte eine Höhe von rund 12 Meter und war 2,5 Meter dick. Um die Mauer zog sich ein 15 bis 20 Meter breiter Graben. Vier mächtige Tortürme mit Vorwerken sicherten die Zugänge aus der Eifel und vom Rhein. Heute noch erhalten sind das Obertor und das Brückentor.

Bis in die Zeit um 1800 waren Mauer, Tore und Türme zwar ruinös, aber noch erhalten. Der Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert waren sie jedoch hinderlich. So wurden nach und nach große Teile des Mauerrings, darunter auch das Neutor abgerissen. Es ist der aufkommenden Denkmalpflege zu verdanken, dass beachtliche Teile, so das Brückentor und die Mauer an der Herz-Jesu-Kirche, heute erhalten sind.

Im Zuge der Stadtsanierung wurden große Abschnitte samt dem Wehrgang wiederhergestellt. Unterhalb der Burg kann man heute die rekonstruierte Stadtmauer mit dem Wehrgang besteigen. Über ihn erreicht man über den Rosengarten die Genovevaburg.

Pressemitteilung der

Stadtverwaltung Mayen

Der Wehrgang ist ein Teil der Stadtbefestigung. Über ihn erreicht man über den Rosengarten die Genovevaburg. Foto: Mari Ho

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