Kreisfeuerwehrinspekteur Nell will Zusammenarbeit forcieren
Die Wehren für gestiegene Anforderungen wappnen
Kreis MYK. Unwetter und Großereignisse sind Aufgaben, die die Feuerwehren im Landkreis zunehmend fordern. Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Rainer Nell, seit Mitte September im Amt, will die Zusammenarbeit der Wehren untereinander und die mit anderen Hilfsorganisationen weiter verzahnen, um die gestiegenen Anforderungen zu bewältigen. Eine weitere zentrale Aufgabe sieht er in der Nachwuchswerbung, um den Brand- und Katastrophenschutz in Mayen-Koblenz dauerhaft zu gewährleisten. Als Wehrleiter der Verbandsgemeinde Maifeld hat Nell einen engen Draht zu den Wehren vor Ort: „Wir sind sehr gut aufgestellt, müssen aber jetzt die Weichen stellen, damit das in Zukunft so bleibt. Der demografische Faktor wird spürbar.“ Planungen, Übungen und Lehrgänge seien die Grundlage, um sich adäquat auf Schadensereignisse vorzubereiten. Zur Basis seiner Aufgaben als KFI gehört laut Nell das Beraten in allen Fragen des Brandschutzes, der Allgemeinen Hilfe und des Katastrophenschutzes, das Mitwirken bei der Planung und Beschaffung von Ausrüstung die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen, dem Technischen Hilfswerk, der Bundeswehr und vielen mehr, die Teilnahme an Einsätzen als Berater des gemeindlichen Einsatzleiters und die Wahrnehmung der Einsatzleitung als Beauftragter des Landrates. An konkreten Aufgaben sieht Nell Prioritäten bei der vollständigen Umstellung und Einführung des Digitalfunks sowie die Einführung der digitalen Alarmierung: „Gerade beim Einsatz kommt es auf einen unmissverständlichen und schnellen Informationsfluss an.“ Auf den Weg gebracht ist das Sanitätsdienstkonzept „Behandlungsplatz 50“, für das der Kreistag erst vor wenigen Wochen grünes Licht gegeben hat: „Der Landkreis und das DRK können nun gemeinsam eine Sanitäts-, Betreuungs- und Versorgungseinheit aufbauen, um im Katastrophen- oder Großschadensfall die Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen.“ Zukunft, das Wort taucht bei Nell immer wieder auf. Die Ausstattung der Wehren müsse immer wieder überprüft werden, um zu schauen, ob man angesichts der sich verändernden Herausforderungen gerüstet ist. Lehrgänge sind eine Sache Ausrüstung eine andere. Beschaffungen wie ein Einsatzleitwagen, ein Rüstwagen zur technischen Hilfeleistung oder Fahrzeuge im Gefahrstoffbereich hat er auf dem Zettel. Die veränderten Herausforderungen beschreibt Nell an klaren Beispielen: „Folgenreiche Naturereignisse nehmen zu, das hat der Erdrutsch in Kattenes leider allzu eindrucksvoll gezeigt.“ Neue Szenarien entstehen auch durch Veranstaltungen. Bis zu 10.000 Menschen werden bei den Feierlichkeiten in Schönstatt in Vallendar erwartet, gleich 85.000 wollen die Veranstalter von Rock am Ring auf dem Flugplatz Mendig sehen: „Das Sicherheitskonzept erarbeiten die Veranstalter und die Verbandsgemeinden erstellen einen Alarm- und Einsatzplan. Auch der Landkreis ist gefragt und muss Pläne erstellen, um auf diverse Szenarien vorbereitet zu sein und eventuell über die Technische Einsatzleitung (TEL) die Einheiten zu koordinieren.“ Für neue Aufgaben braucht es auch neue Kräfte: „Wir müssen die Begeisterung unserer Jugend für die Aufgaben der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen wecken.“ Gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband sollen umfassende Analysen, örtliche Konzepte und ein „Ehrenamtskoordinator“ das Interesse für die Wehren vor Ort herausfordern. Und eine weitere Gruppe hat er im Blick: Migranten. „Vielen von ihnen ist gar nicht klar, wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz bei den Wehren ist und wie dort die Strukturen aussehen. Auf sie möchte ich daher gezielt zugehen“, sagt Nell.
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
