Stadt Mayen vergibt eine ihrer höchsten Auszeichnungen
„Ein Mann geht mit gutem Beispiel voran“
Heinz Schäfer erhält die Goldene Verdienstplakette für vorbildhaftes politisches und kulturelles Engagement
Mayen. Vor ein paar Tagen war es soweit: Der am 13. März 2013 einstimmig vom Mayener Stadtrat gefasste Beschluss, Heinz Schäfer die Goldene Verdienstplakette der Stadt Mayen wegen der besonderen Verdienste im kommunalpolitischen und kulturellen Bereich zu verleihen, wurde im Rahmen einer würdigen Feierstunde umgesetzt. Nach einem von Elisabeth Luxem (Violine) und Michael Fuxius (Klavier) intonierten Musikstück hielt Oberbürgermeister Wolfgang Treis eine Festrede, in deren Verlauf er die besonderen Verdienste von Heinz Schäfer ausführlich würdigte. Zuvor begrüßte er die recht zahlreich erschienenen Gäste, wobei seine besonderen Grüße Herrn Schäfer, seiner Ehefrau, den Familienangehörigen und den Freunden des zu Ehrenden galten. Willkommen hieß er darüber hinaus Bürgermeister Rolf Schumacher, die Beigeordnete Marika Kohlhaas, die Ehrenbürger Therese Tutas und Ewald A. Hoppen sowie alle übrigen Träger städtischer Ehrungen und die Damen und Herren des Stadtrates; namentlich begrüßte er zudem Pastor Ludwig Müller sowie den Kreisbeigeordneten Dr. Herbert Fleischer. Zu Beginn seiner weiteren Ausführungen betonte Wolfgang Treis, die Goldene Verdienstplakette sei nach der Ehrenbürgerschaft und dem Ehrenring die dritthöchste Auszeichnung, die die Stadt Mayen verleihen könne. Diese Ehrung werde nur Persönlichkeiten zuteil, die sich in besonderer Weise und durch langjährige verantwortungsvolle Tätigkeit auf kommunalpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder heimatstädtischen Gebieten verdient gemacht hätten; Herr Schäfer erfülle diese Voraussetzungen in beeindruckender Weise. Hervorzuheben sei vor allem sein Wirken als Brudermeister der St. Matthias-Bruderschaft. Ihm sei es in erster Linie zu verdanken, dass die ursprünglich im Jahre 1640 gegründete Bruderschaft vor 15 Jahren wiederbelebt worden sei. „Herr Schäfer, die zahlreichen Aktivitäten und der Erfolg der Bruderschaft sind eng mit Ihrer Person verbunden“, erklärte Treis und fügte an: „Besonders die alljährliche Fußwallfahrt zum Apostelgrab des hl. Matthias nach Trier, die Sie 1999 wieder ins Leben gerufen haben, hat sich zu einem regelrechten Magneten entwickelt. Mittlerweile ist diese Wallfahrt die größte Pilgerbewegung im nördlichen Rheinland-Pfalz. Vor dem Hintergrund der vorbildlichen Organisation, die auch eine ausgiebige Verpflegung beinhaltet, wird sie unter der Hand bereits Luxuswallfahrt genannt.“ Als weitere Aktivitäten der Bruderschaft nannte der Oberbürgermeister die Markierung des Jakobsweges in der Region, die Einrichtung des „Eifel-Camino“, die Restaurierung der großen Matthias-Statue in der Clemenskirche, der Matthias- und Schafstallkapelle sowie die Fußfälle im St.-Veit-Park, die Anbringung des Jakobs-Reliefs an der Clemenskirche, die Errichtung der großen Jakobussäule sowie die jährliche Kapellenwanderung, die Domfahrten zu den großen Kathedralen und die mehrtägigen Kulturreisen. Weiter sprach Treis das Engagement im Mayener Turnverein und seine Mitgliedschaft in der ehemaligen Mayener Liedertafel, im Krankenhausforum und Geschichts- und Altertumsverein an. Schließlich hob Wolfgang Treis auch das Wirken von Heinz Schäfer auf kommunalpolitischem Gebiet hervor; er sei seit über 30 Jahren Mitglied der FDP und ist seit 2008 Mitglied im Rat der Stadt Mayen. Zudem war er von 1999 bis 2009 ehrenamtlicher Beigeordneter. Nach dieser ausführlichen Würdigung der besonderen Leistungen überreichte der Oberbürgermeister Heinz Schäfer die Goldene Verdienstplakette mit der dazu gehörigen Ehrenurkunde. In den Dank an den zu Ehrenden schloss der Oberbürgermeister ausdrücklich auch Frau Schäfer ein, der er als äußeres Zeichen hierfür ein Blumengebinde überreichte.
Neugründung der Bruderschaft
Nachdem sich Heinz Schäfer in das Gästebuch der Stadt Mayen eingetragen hatte, sprach Pastor Ludwig Müller, der viele Jahre Präses der St. Matthias-Bruderschaft gewesen ist, ein Grußwort. Der Geistliche blickte dabei rund 15 Jahre zurück und schilderte ausführlich, wie es in den Jahren 1998/99 zur Neugründung der Bruderschaft gekommen ist: Da gab es zunächst ein erstes Gespräch im Pfarrhaus St. Clemens mit Heinz Schäfer, Uli Halbfeld, Peter Schwindenhammer und Hermann Schuster. Heinz Schäfer habe über seine Nachforschungen im Landeshauptarchiv berichtet und dabei mitgeteilt, dass die 1640 gegründeten Bruderschaft durch die Entscheidung von Kurfürst Clemens Wenzelslaus im Jahre 1785, alle Wallfahrten, die sich länger als eine Stunde vom Ausgangspunkt entfernten, zu verbieten, die „Geschäftsgrundlage“ – das war nämlich die Fußwallfahrt zum Apostelgrab nach Trier – entzogen wurde. „Als erstes Ziel der Neugründung bezeichneten die genannten Herren die Wiedereinführung der jährlichen Fußwallfahrt nach Trier, dann die Förderung von sozialen Kontakten sowie das Mittragen des religiösen Lebens“, teilte der Pastor weiter mit und ergänzte: „Das waren Ziele, die mir als Pfarrer auch am Herzen lagen. Nachdem die Pfarreien Herz-Jesu und St. Veit auch mit einbezogen waren, stimmte am 15. Juli 1998 der Pfarrgemeinderat St. Clemens der Neugründung zu.“ Er habe daraufhin die Abtei St. Matthias in Trier informiert und als der Termin für die Neugründung sei der 24. Februar 1999, der Tag des Festes des Apostels Matthias, festgelegt worden. Daraufhin seien am 22. April des gleichen Jahres 36 Pilger zur ersten Fußwallfahrt nach Trier aufgebrochen. „Im Jahre 2013 haben sich mehr als 170 Pilger auf den weiten Weg nach Trier gemacht und zwei Tage später sind mehr als 250 müde, aber glückliche Pilger in St. Matthias in Trier eingezogen mit dem Lied auf den Lippen: „Großer Gott wir loben dich…“. Ein Erlebnis, das man nicht beschreiben kann. Das muss man selbst erfahren.“ In einem weiteren kurzen Grußwort dankte Dr. Herbert Fleischer seinem Parteifreund für sein großartiges ehrenamtliches Engagement. Beendet wurde die offizielle Feierstunde mit einem Dank von Heinz Schäfer an die Gremien für die Verleihung der Auszeichnung, die er auch für seine Mitstreiter und Sponsoren in Empfang nehme. Weiterhin versicherte er, sein ehrenamtliches Engagement habe ihm stets viel Freude bereitet.
Heinz Schäfer trägt sich beobachtet von Oberbürgermeister Wolfgang Treis in das Gästebuch der Stadt Mayen ein.
