- Anzeige - Traditionsunternehmen Ramershoven schließt seine Geschäfte am Marktplatz
Ein Stück Mayen sagt leise „Auf Wiedersehen“
Mayen. Es ist eine Nachricht, die viele Menschen in Mayen mit Wehmut aufgenommen haben: Das traditionsreiche Unternehmen Ramershoven wird seine beiden Geschäfte am Mayener Marktplatz zum 31. Oktober 2026 schließen. Damit endet eine lange und prägende Geschichte des stationären Einzelhandels in der Innenstadt.
Für zahlreiche Mayener gehören die Geschäfte seit ihrer Kindheit zum Stadtbild. Hier wurden Spielwaren gekauft, Geschenke ausgesucht, Haushaltsartikel besorgt und viele persönliche Beratungsgespräche geführt. Über Generationen hinweg entwickelte sich Ramershoven zu einem bekannten Namen in Mayen und der Region.
Ganz verschwinden wird das Unternehmen allerdings nicht. Die Zukunft von Ramershoven soll sich künftig stärker auf den Onlinehandel, die eigene Produktentwicklung sowie den europaweiten Vertrieb konzentrieren.
Blick aktuell sprach mit Daniel Ramershoven über die bevorstehende Schließung, Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte und die Zukunft des Familienunternehmens.
Blick aktuell: Herr Ramershoven, die Geschäfte am Marktplatz werden Ende Oktober schließen. Was bedeutet dieser Schritt für Sie und Ihre Familie?
Daniel Ramershoven: Das ist natürlich ein sehr emotionaler Moment. Ramershoven ist über viele Jahrzehnte gewachsen und für unsere Familie weit mehr als nur ein Unternehmen. Viele Erinnerungen, Begegnungen und auch wichtige Lebensabschnitte sind mit den Geschäften verbunden.
Gleichzeitig gehört es zu einem Familienunternehmen, dass man sich immer wieder mit den Veränderungen der Zeit auseinandersetzt. Der Einzelhandel hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wir haben deshalb die Entscheidung getroffen, einen neuen Weg einzuschlagen und das Unternehmen entsprechend weiterzuentwickeln.
Blick aktuell: Ramershoven ist für viele Menschen ein Teil ihrer eigenen Geschichte. Merken Sie das derzeit besonders?
Daniel Ramershoven: Ja, sehr. Wir bekommen viele Rückmeldungen von Kunden, die uns erzählen, welche Erinnerungen sie mit Ramershoven verbinden. Manche haben als Kinder ihr erstes Spielzeug bei uns gekauft und sind später mit ihren eigenen Kindern wiedergekommen. Andere erinnern sich an besondere Geschenke oder an die persönlichen Erlebnisse in unseren Geschäften.
Diese Geschichten zeigen uns, dass wir über die Jahre ein Teil des Lebens vieler Menschen in Mayen geworden sind. Das ist etwas, das uns sehr bewegt und auf das wir auch stolz sind.
Blick aktuell: Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für die Veränderung?
Daniel Ramershoven: Das Einkaufsverhalten hat sich grundlegend verändert. Der Onlinehandel ist heute ein wichtiger Bestandteil des täglichen Einkaufs und eröffnet Unternehmen gleichzeitig neue Möglichkeiten.
Wir möchten unsere Erfahrungen und unsere Stärken künftig stärker in diesen Bereichen einsetzen. Dazu gehören unser Onlinegeschäft, die Entwicklung eigener Produkte und der Vertrieb über die Grenzen der Region hinaus. Damit wollen wir Ramershoven langfristig weiterentwickeln.
Blick aktuell: Gibt es eine Chance, dass zumindest eines der Geschäfte am Marktplatz weitergeführt wird?
Daniel Ramershoven: Wir sind ausdrücklich offen für Nachfolger und Interessenten, die sich vorstellen können, die Geschäfte weiterzuführen. Wer Interesse an einer Übernahme oder an der Fortführung eines Ladengeschäfts hat, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn sich eine Perspektive ergibt und an diesen Standorten auch künftig ein interessantes Angebot für die Menschen in Mayen bestehen bleibt.
Blick aktuell: Bis zur endgültigen Schließung ist noch etwas Zeit. Was erwartet die Kunden in den kommenden Wochen?
Daniel Ramershoven: Der Abverkauf läuft noch bis Ende Oktober. Unsere Kunden haben damit noch einmal die Gelegenheit, in den Geschäften einzukaufen und vielleicht auch das eine oder andere Erinnerungsstück zu finden.
Wir würden uns freuen, wenn viele Menschen diese letzte Zeit nutzen und noch einmal bei uns vorbeischauen. Es ist für uns auch eine Möglichkeit, uns persönlich von vielen langjährigen Kunden zu verabschieden.
Blick aktuell: Was möchten Sie den Menschen in Mayen zum Abschluss mitgeben?
Daniel Ramershoven: Vor allem möchten wir Danke sagen. Danke für die Treue, das Vertrauen und die vielen gemeinsamen Jahre.
Ramershoven war und ist ein Familienunternehmen. Dass wir so lange Teil der Mayener Innenstadt sein durften, verdanken wir vor allem unseren Kunden und unseren Mitarbeitern.
Wir schauen deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den 31. Oktober. Einerseits geht eine Ära zu Ende. Andererseits freuen wir uns darauf, die Geschichte von Ramershoven auf eine neue Art weiterzuschreiben.
Blick aktuell: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft.
WAM
Daniel Ramershoven dankt den Kunden und seinen Mitarbeitern*innen für die Jahrzehntelange Treue. Foto: WAMFO.DE