TuS Hausen
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“
Top-Stimmung nach Titelgewinn und Aufstieg, Trainer Mike Großkopf im Interview
Mayen. Der TuS Hausen hat eine überragende Spielzeit hinter sich. Den Meistertitel in der Fußball-Kreisliga A Rhein/Ahr mit 17 Punkten Vorsprung souverän eingefahren und Aufstieg in die Bezirksliga Mitte, wo die Schützlinge von TuS-Trainer Mike Großkopf in der Saison 2013/2014 auf Punkte- und Torejagd gehen werden. Der Erfolgscoach spricht über die abgelaufene Saison und blickt nach vorne.
Blick aktuell: Herr Großkopf, wir gratulieren zu Meisterschaft und Aufstieg. Wie fühlt man sich als Meistermacher?
Mike Großkopf: Ein tolles Gefühl, und der Erfolg wurde natürlich gebührend gefeiert. Ich sehe mich aber nicht als Meistermacher. Der Verein wird hervorragend geführt und hat in den letzten Jahren immer oben mitgespielt. Die Meisterschaft muss man in erster Linie der Mannschaft, dem Vorsitzenden Werner Grosse und Ex-Trainer Yves Gaugler, der mir ein intaktes Team hinterlassen hat, anrechnen. Dass ich meinen Teil als Trainer dazu beigetragen habe, dürfte Normalität sein.
Blick aktuell: Wie kam der Kontakt zum TuS Hausen zustande? Hatten Sie keine Bedenken, Nachfolger des Erfolgstrainers Yves Gaugler zu werden? Er dürfte große Fußstapfen hinterlassen haben.
Mike Großkopf: Ich habe früher selbst für den Hausen die Fußballschuhe geschnürt, wodurch der Kontakt zu den Spielern und zu den Machern Werner Grosse und Josef Weber nie abgerissen ist. Yves Gaugler hat natürlich seine Spuren hinterlassen und hervorragende Arbeit geleistet. Ich habe ein klasse Team übernommen, das mir den Start relativ einfach gemacht hat. Die Mannschaft hat meine Ideen und eigenen Ansichten über Fußball sofort angenommen und gut umgesetzt. Bedenken, den Trainerposten zu übernehmen, hatte ich keine. Nach drei guten Jahren als Trainer in Ettringen, hatte ich mir den Job schon zugetraut.
Blick aktuell: 19 Siege, vier Unentschieden und lediglich drei Niederlagen in 26 Meisterschaftsspielen - eine tolle Erfolgsbilanz. Haben Sie damit vor der Saison gerechnet? Welche Ziele wurden für das Abschneiden der Mannschaft gesteckt?
Mike Großkopf: Wir sind ohne Erfolgsdruck in die Saison gegangen. Von Meisterschaft und Aufstieg war keine Rede. Bedingt durch die Systemumstellung haben wir in der Vorbereitung einige empfindliche Niederlagen einstecken müssen. Und auch deshalb hat niemand von Bezirksligaaufstieg gesprochen. Auf den Geschmack sind wir erst richtig in der Rückrunde gekommen.
Blick aktuell: Am Ende wurde das Meisterschaftsrennen ein Alleingang. Welche Stärken hat ihre Mannschaft ausgezeichnet?
Mike Großkopf: Die Mannschaft hat einen außergewöhnlichen Siegeswillen gezeigt, hat immer an sich geglaubt und war im entscheidenden Moment immer da. Die Spieler haben sich ganz in den Dienst der Mannschaft gestellt und auch auf Positionen gespielt, die ihnen nicht so gelegen haben. Außerdem haben wir auch schon mal mit Dusel knappe, schmutzige Siege eingefahren, die man sonst in den Sand setzt.
Blick aktuell: Zeigte ihre Mannschaft auch Schwächen?
Mike Großkopf: Natürlich gab es auch Schwächen. Die Jungs haben sich oft dem Spiel des Gegners angepasst. Gegen technisch und läuferisch starke Mannschaften waren wir dominant und zeigten das nötige Durchsetzungsvermögen. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte haben wir schon mal leichtsinnig sowie unkonzentriert agiert und dadurch nicht gut ausgesehen. Aber ein gutes Pferd springt halt nur so hoch, wie es muss.
Blick aktuell: Für die Begegnungen in der Bezirksliga sind neue Maßstäbe zu setzen. Wo sehen sie in erster Linie den Unterschied zum Kreisligaoberhaus?
Mike Großkopf: Die Bezirksligamannschaften sind technisch und läuferisch wesentlich stärker. Und auch in taktischer Hinsicht wird einiges auf uns zu kommen. Von einem unerfahrenen Neuling dürften da zuerst einmal Kampfkraft und Einsatz gefragt sein, um die Punkte einzufahren. Unsere eigenen Stärken werden wir deshalb aber nicht vernachlässigen.
Blick aktuell: Können sie auf die Meistermannschaft auch in der kommenden Spielzeit vertrauen? Wer wird den Verein verlassen?
Mike Großkopf: Ich bin froh, dass fast alle Mann an Bord bleiben. Steffen Blasweiler wird uns in Richtung Rheinland Mayen verlassen. Fabian Musick verschlägt es beruflich nach Neuss und wird nur sporadisch zur Verfügung stehen.
Blick aktuell: Wird man auf dem Hausener Sportplatz auch neue Gesichter sehen? Für welche Mannschaftsteile sind Verstärkungen geplant?
Mike Großkopf: Die Verpflichtung neuer Spieler gestaltet sich schwierig, da auf unserem Hartplatz kaum ein guter Bezirksligaspieler wirken will. Natürlich stehen wir mit einigen wechselwilligen Akteuren in Verbindung. Ich denke, dass wir den Kader noch sinnvoll verstärken werden.
Blick aktuell: Apropos Sportplatz. Der Hausener Hartplatz wird in der Bezirksliga garantiert Schrecken verbreiten. Ein Vorteil für ihre Mannschaft?
Mike Großkopf: Der TuS Hausen ist der einzige Verein, der in der Bezirksliga noch auf einem Tennenbelag spielt. Wir hoffen in naher Zukunft auf einen Hybridrasen. Die Stadt Mayen beschäftigt sich damit und der TuS Hausen ist sogar bereit die Sache mitzufinanzieren. Wenn der TuS Hausen schon bezirksligatauglich sein soll, dann wäre es doch schön, wenn es der Sportplatz bald auch wäre.
Blick aktuell: Welche Ziele setzen sie sich für die Spielzeit 2013/2014? Glauben sie, dass sie noch als Trainer an der der TuS-Weihnachtsfeier teilnehmen werden?
Mike Großkopf: Unser Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Ich bin überzeugt davon, dass ich auch bei der Hausener Weihnachtsfeier als Coach dabei bin. Ich verspüre die hundertprozentige Rückendeckung des Vorstands und die Mannschaft ist auf jeden Fall stark genug, um das Abenteuer Bezirksliga erfolgreich zu bestehen.
Blick aktuell: Dazu wünschen wir ihnen auch das nötige Glück, verbunden mit dem Ligaerhalt.
