Politik | 29.05.2026

Baumschutz in Mayen stärken

FWM: Baumschutzsatzung in Mayen? Klimawandel erfordert Maßnahmen für Bäume und Grünbestand

Die Kessellage von Mayen prägt das Microklima der Stadt.

Mayen. Schon im Jahr 2014 beauftragte der Mayener Stadtrat einstimmig die Verwaltung eine Baumschutzsatzung zu erarbeiten und den Entscheidungsgremien vorzulegen. Ein Entwurf aus dem Jahre 2016 zum Schutz der wirtschaftlich nicht genutzten Bäume und Grünbestände in der Stadt wurde damals aber im Umweltausschuss und im Stadtrat mehrheitlich abgelehnt, da es keine Einigung zu den darin vorgesehenen „Ausnahmen und Befreiungen“ gab. Doch das Thema blieb, vor allem durch diverse Baumfällaktionen - nicht zuletzt durch die Stadtverwaltung selbst veranlasst - immer im Gespräch.

Weiterhin gilt prinzipiell: Mit jedem erhaltenen Baum verbessert sich das Mikroklima der Stadt. Der Schutz der Bäume ist, sowohl mittel- als auch langfristig, ein bedeutender ökologischer Beitrag für Mayen. Deshalb muss der Erhalt der Bäume natürlich die erste und beste Option bleiben. Um eine schnelle Fällung zu verhindern, sollte nach Ansicht der Freien Wähler Mayen (FWM) - nicht zuletzt aufgrund diverse „Schnellschüsse“ bei Baumfällungen im letzten Jahrzehnt - durchaus städtische Gremien (z.B. der „Umweltausschuss“) in den Entscheidungsprozess von der Verwaltung eingebunden werden. Und wenn eine Fällung absolut nicht zu verhindern ist, muss die Ersatzpflanzung einem Ausgleich näherkommen als das bisher der Fall war. Denn näher betrachtet ist ein junger Baum mit schlanker Krone und wenig Biomasse kein wirklicher Ausgleich für einen ausgewachsenen und stattlichen Baum, wenn es um die Bindung des schädlichen Kohlendioxids (CO2), die Produktion von Sauerstoff und den Unterschlupf für Tiere und andere Pflanzen geht. Ein ausgewachsener Baum ist je nach Art erst nach etwa 60 bis 100 Jahren ersetzt. So ist es Realität in Mayen, dass die vorgesehene Baumbepflanzung/Begrünung im Großprojekt Wasserpförtchen erst nach mehreren Generationen den ökologischen Nutzen der geopferten Linden erreichen wird!

Darüber hinaus betonen die Freien Wähler der FWM, dass eine zukünftige Mayener Baumschutzsatzung klimagerecht verfasst sein muss. Denn nur so ermöglicht sie eine sinnvolle Reaktion auf den sich steigernden Klimawandel, indem sie zum einen den Baumbestand als natürliche Klimaanlage sichert und zum anderen im Rahmen von Klimaanpassungsmaßnahmen ein „grüneres“ Mayen propagiert und ermöglicht! Dabei müssen starre Regeln durch innovative Ansätze wie klimaresistente Nachpflanzgebote, den Schutz von Zukunftsbäumen und verpflichtende Ausgleichspflanzungen zur Reduzierung von Hitzeinseln ersetzt werden. Mögliche Anpassungsstrategien in Baumschutzsatzungen sind deshalb nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes u.a. eine klimaresistente Artenvielfalt (Vorgaben zum Erhalt und zur Nachpflanzung von sogenannten Zukunftsbäumen) und erhöhte Kronen- und Stammmindestmaße mit umfassenderen Schutz von jungen Bäumen, damit diese schneller wachsen und Schatten spenden können. Im Bereich Biodiversitätsförderung sollte der Fokus stärker auf heimische und ökologisch wertvolle Gehölze, die Insekten als Lebensraum dienen, liegen. Hinzu kommen müssen auf Stadtebene Entsiegelungs- und Wasserrückhaltemaßnahmen, d.h. konkret Verknüpfung von Baumpflanzungen mit Vorgaben zur Versickerung von Regenwasser (Schwammstadt-Prinzip), um den Bäumen auch in trockenen Sommern Überlebenschancen zu geben.

Für die Freien Wähler Mayen ist neben dem Klimaschutz auch die Anpassung an den Klimawandel eine Kernaufgabe der Stadt Mayen zum Wohle ihrer Einwohnerschaft. Von daher ist auf Dauer zu fragen, ob Mayen neben einer Baumschutzsatzung bzw. in eine solche integriert, endlich ein Konzept „Stadtbäume und -begrünung im Klimawandel“ als kommunale Leitlinie und Handlungsgrundlage für zukünftige Fachplanungen benötigt. Einzelmaßnahmen städtischer Begrünung als positive Klimaanpassung sind ohne konzeptionelle Vernetzung kaum effektiv und werden der Komplexität der durch die Erderhitzung erzeugten, veränderten Lebensbedingungen kaum gerecht. Von daher erwarten die Freien Wähler der FWM von der Stadtverwaltung ein klares Handlungskonzept für die notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen der nächsten Jahre.

Pressemitteilung FWM

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Die Kessellage von Mayen prägt das Microklima der Stadt. Foto: Hans Georg Schönberg

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