60 Jahre Lebenshilfe Mayen feiern
Festakt in Mayen: 60 Jahre Lebenshilfe und gesellschaftliche Teilhabe
aus Mayen
Mayen. 60 Jahre Lebenshilfe Mayen
Ein Festakt voller Geschichte, Wertschätzung und Verbundenheit
Wenn aus sechs Jahrzehnten Geschichte ein gemeinsamer Blick nach vorne wird
„Gemeinsam feiern. Erinnern. Zukunft gestalten.“
Unter diesem Leitgedanken stand am 16. August 2026 der Festakt zum 60-jährigen Bestehen der Lebenshilfe Mayen. Und schon nach den ersten Minuten wurde deutlich: Dieses Jubiläum war weit mehr als ein Blick zurück auf sechs Jahrzehnte.
Es war ein Zeichen dafür, wie tief die Lebenshilfe Mayen in der Region verwurzelt ist und wie viele Menschen ihren Weg begleiten, unterstützen und mitgestalten.
Rund 70 geladene Gäste waren im festlich geschmückten Zelt auf dem Gelände der Lebenshilfe zusammengekommen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft saßen neben Vereinsmitgliedern, Mitarbeitenden, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie langjährigen Wegbegleitern. Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise mit der Lebenshilfe verbunden sind und an diesem Vormittag doch eines gemeinsam hatten: Sie waren gekommen, um 60 Jahre gelebte Teilhabe zu feiern.
Den musikalischen Auftakt gestalteten Beate Michel und ihre Kinder. Mit klassischen Stücken schufen sie eine besondere Atmosphäre und gaben dem Festakt einen warmen, festlichen Beginn.
Offiziell eröffnet wurde die Feier durch Wolfgang Mai, den Vorsitzenden des Vereins der Lebenshilfe Mayen. Seine Worte schlugen die Brücke zwischen der Geschichte des Vereins, seiner heutigen Bedeutung und dem Blick auf das, was vor der Lebenshilfe liegt.
Anschließend übernahm Geschäftsführer Josef Brodam die Moderation und führte die Gäste durch das abwechslungsreiche Programm. Dabei blieb der Festakt trotz seiner vielen offiziellen Grußworte immer persönlich und lebendig. Kleine Anekdoten aus der Geschichte der Lebenshilfe sorgten für Schmunzeln und Lachen, andere Geschichten wiederum luden zum Innehalten ein.
Besonders deutlich wurde im Laufe des Vormittags, wie wichtig die Unterstützung der Lebenshilfe durch Politik und Gesellschaft ist.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte der Lebenshilfe Mayen und erinnerte an die Anfänge vor 60 Jahren. Aus den damaligen Ideen und dem Engagement einzelner Menschen ist über sechs Jahrzehnte eine vielfältige Einrichtung entstanden, die heute für zahlreiche Menschen und Familien in der Region nicht nur ein wichtiger Begleiter ist, sondern auch als Arbeitgeber, mit mittlerweile rund 330 Mitarbeitenden, aus der Region nicht mehr wegzudenken ist.
Auch Bundestagsabgeordneter Dr. Thorsten Rudolph, Staatssekretär Thorsten Welling und Landrat Marko Boos richteten wertschätzende Worte an die Lebenshilfe und ihre Gäste.
Ihre Anwesenheit und ihre persönlichen Grußworte waren dabei mehr als ein Zeichen der Höflichkeit zu einem Jubiläum. Sie waren ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für die Arbeit, die die Lebenshilfe seit sechs Jahrzehnten leistet.
Denn gerade für einen sozialen Träger in der Region ist dieser Rückhalt von unschätzbarem Wert.
Eingliederungshilfe bedeutet, Menschen Möglichkeiten zu eröffnen. Sie bedeutet, Barrieren abzubauen, Teilhabe zu ermöglichen und immer wieder neue Wege zu suchen. Und sie bedeutet auch, sich gesellschaftlichen und politischen Veränderungen zu stellen und die eigene Arbeit immer wieder weiterzuentwickeln.
Dass diese Aufgabe gesehen und gewürdigt wird, wurde an diesem Vormittag immer wieder deutlich.
Auch Natascha Lentes von der Stadt Mayen sowie Sven Friedrich, Geschäftsführer des Landesverbands Lebenshilfe, richteten Grußworte an die Lebenshilfe und unterstrichen damit die Verbundenheit und den gemeinsamen Blick auf die Zukunft.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt kam aus den eigenen Reihen: Die Musikgruppe des Erwachsenenbereichs der Lebenshilfe zeigte eindrucksvoll, dass Teilhabe nicht nur ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit ist, sondern beim Jubiläum selbst zur Bühne wurde.
Besonders bewegend wurde es bei den Ehrungen der Vereinsjubiläen.
Eine Überraschung wartete dabei auf Josef Brodam selbst: Für seine 40-jährige Mitgliedschaft im Verein der Lebenshilfe Mayen wurde er geehrt, ohne davon zuvor zu wissen.
Während Josef Brodam noch nichts ahnend auf der Bühne stand, gesellte sich Vorstandsmitglied Stefan Straub dazu und richtete einige spontane, persönliche Worte an ihn. Mit seinem Wunsch, noch viele gemeinsame Jahre miteinander zu erleben und die Zukunft der Lebenshilfe gemeinsam zu gestalten, wurde aus einer offiziellen Ehrung ein sehr persönlicher Moment.
Und auch Andrea Nahles wurde im weiteren Verlauf des Festaktes noch auf die Bühne gebeten und bereicherte den Vormittag mit ihrer Anwesenheit.
So wurde aus einem offiziellen Festakt Schritt für Schritt eine Begegnung, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt war.
Immer wieder richteten die Rednerinnen und Redner ihren Dank an diejenigen, die die Lebenshilfe täglich tragen: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Denn hinter 60 Jahren Lebenshilfe stehen nicht nur Zahlen, Gebäude, Angebote oder Konzepte.
Dahinter stehen Menschen.
Menschen, die begleiten, fördern, unterstützen, zuhören, ermutigen und manchmal auch dann weitermachen, wenn der Alltag herausfordernd ist.
Menschen, die dafür sorgen, dass aus dem Gedanken der Teilhabe gelebte Wirklichkeit wird.
Der Festakt machte deutlich, dass diese Arbeit gesehen wird, von den Menschen, die sie täglich erleben, aber auch von denjenigen, die Verantwortung in Politik, Verwaltung und Gesellschaft tragen.
Und vielleicht war genau das einer der schönsten Momente dieses Vormittags:
Die Lebenshilfe Mayen musste ihren Weg an diesem Tag nicht allein feiern.
Sie durfte erleben, wie viele Menschen hinter ihr stehen.
Wie viele Wegbegleiter die vergangenen 60 Jahre mitgeprägt haben.
Und wie groß die Bereitschaft ist, auch die kommenden Jahre gemeinsam zu gestalten.
Zum musikalischen Ausklang kehrten Beate Michel und ihre Kinder noch einmal auf die Bühne zurück. Der Festakt endete damit ebenso stimmungsvoll, wie er begonnen hatte.
Doch was bei den Gästen und den Mitarbeitenden vor allem zurückblieb, war ein Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Ein Gefühl von Zusammenhalt.
Von Dankbarkeit.
Von Stolz auf das Erreichte.
Und von Zuversicht auf das, was noch vor uns liegt.
60 Jahre Lebenshilfe Mayen, 60 Jahre Miteinander.
60 Jahre Teilhabe.
60 Jahre Menschen, die gemeinsam etwas bewegen.
Und vielleicht braucht es für all das tatsächlich gar nicht viele Worte.
Vielleicht reicht ein Satz:
„Es e jeföhl.“
60 Jahre Lebenshilfe Mayen: Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesellschaft und der Lebenshilfe sind zum Festakt gekommen, um das Jubiläum gemeinsam zu würdigen. Foto: FOTO SEYDEL
Auftritt der Hauseigenen Band „Die Trommel-Rowdy´s“ beim Festakt Foto: FOTO SEYDEL
Weitere Themen
Gemeinsam feiern, zurückblicken und nach vorne schauen: Die geladenen Gäste lauschten den zahlreichen Grußworten und persönlichen Beiträgen zum Jubiläum. Foto: FOTO SEYDEL