Allgemeine Berichte | 25.07.2014

Bewegungsmangel und Bequemlichkeit fördern Volkskrankheit

Fitness ist beste Arznei gegen Rückenschmerz

Am Arbeitsplatz werden oft Zwangshaltungen eingenommen. privat

Kreis MYK. „Rückenschmerzen sind zur modernen Volkskrankheit geworden. Die bundesweiten Zahlen müssen jeden Betrieb alarmieren. Aber jeder Betrieb hat es auch in der Hand, die Mitarbeiter zu informieren.“ Dr. Wolfgang Dötsch ist Betriebsarzt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Arbeitgeber, Gesundheitswesen und jeder für sich sei aufgefordert, den Lebens- und Arbeitsbereich so zu gestalten, dass einseitige, den Rücken belastende Haltungen vermieden werden.

„Die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in unserer Zivilisationsgesellschaft führen immer häufiger zu Rückenschmerzen. Fast jeder zweite Deutsche leidet bereits daran“, so Dötsch. Auch medizinischen Laien sind mittlerweile Begriffe wie „Hexenschuss“, „Ischias“ oder „LWS-Syndrom“ durchaus geläufig. „In leichten Fällen verschwindet der Rückenschmerz etwa nach zehn Tagen. Ein großer Teil der Betroffenen leidet jedoch unter chronischen Beschwerden.

Das bedeutet, die Schmerzen bestehen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten und müssen medizinisch behandelt werden.“

Rückenschmerzen betreffen in den Industrienationen fast jeden mindestens einmal im Leben. Am stärksten betroffen sind Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.

„Die Zahl der unter 30-Jährigen nimmt jedoch besonders stark zu. Bei zwei Dritteln der Jugendlichen unter 18 Jahren wurden bereits Haltungsschäden unterschiedlichster Ausprägung festgestellt. Diesen Bundestrend sehen wir bei unseren schulmedizinischen Untersuchungen im Kreis bestätigt“, so Dötsch. Erkrankungen von Wirbelsäule und Rücken verursachen insgesamt 75,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage bundesweit im Jahr. Bei vorsichtiger Schätzung machen die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Rückenschmerzen knapp 15 Milliarden Euro aus.

Hauptursachen sind nach Angaben des Mediziners Bewegungsmangel und schlechte Haltung. Psychische Belastungen, Stress und Leistungsdruck wirken oft wie Verstärker. Ein Teufelskreis: „Eine ständig angespannte Rückenmuskulatur ermüdet schneller und führt zu Schmerzen, was für das seelische Wohlbefinden ein zusätzliches Handicap darstellt.“ War früher harte Arbeit für die Erkrankungen verantwortlich, sind es heute eher die bequemen Lebens- und die veränderten Berufsbedingungen, die gesundheitliche Probleme bereiten. „Der Komfort hat nicht nur gute Seiten“, so Dötsch. „Ein Computer ist eine tolle Sache. Doch ein Sachbearbeiter, der bis zu acht Stunden am Computer sitzt, nimmt unfreiwillig Zwangshaltungen ein, insbesondere dann, wenn die Anordnung der Arbeitsgeräte nicht optimal gestaltet ist.“

Einseitige Belastungen fordern überwiegend die passive Struktur des Bewegungsapparates, der Bandscheiben, Bänder und Wirbelgelenke. „Die aktiven Strukturen, die Muskeln, werden jedoch zu wenig beansprucht. Dem Haltesystem fehlen die zum Funktionserhalt notwendigen Bewegungsreize, die Muskulatur verkümmert.“ Die Folge sind Verspannungen des Nacken- und Schulterbereiches, Verspannungen und Schmerzen im Brust- und Lendensäulenbereich bis hin zu Schlaf- und Sehstörungen oder Migräne und Schwindel.

Dötsch geht es nicht darum, zuhause den bequemen Fernsehsessel aus dem Wohnzimmer zu verbannen: „Aber man kann auf Möbel achten, die den Rücken entlasten.“ Die Ergonomie der Arbeitsplätze werde zudem immer wichtiger. An die Arbeitgeber appelliert Dötsch: „Nehmen Sie das Thema Rückenschmerzen ernst – im eigenen Interesse.“ Doch auch die Betroffenen seien gefordert: Er empfiehlt ein gezieltes Bewegungsprogramm, um die Muskulatur zu stärken, und eine Rückenschule. „Je fitter jemand ist, desto weniger können ihn die Schmerzen quälen“, lautet Dötschs Fazit. Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Am Arbeitsplatz werden oft Zwangshaltungen eingenommen. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Imageanzeige
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Anlagenmechaniker
Container Anzeige
Unterstützeranzeige
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
86

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
In Linz am Rhein fand wieder der „Klapperlauf“ statt – ein organisiertes Gemeinschaftserlebnis, bei dem zahlreiche Teilnehmer mehrmals täglich durch die Stadt ziehen und "klappern", begleitet und gefördert durch die VR Bank RheinAhrEifel eG.  Foto: Jan-Erik Burkard I VR Bank RheinAhrEifel eG
5

VR Bank RheinAhrEifel eG unterstützt traditionsreichen Linzer Klapperlauf seit über 40 Jahren

Gelebte Tradition und Gemeinschaft - Klapperlauf in Linz

Linz. Der Klapperlauf in Linz am Rhein ist weit mehr als ein Brauch – er ist gelebte Tradition, Gemeinschaft und ein eindrucksvolles Zeichen regionaler Verbundenheit. Die VR Bank RheinAhrEifel eG begleitet dieses besondere Ereignis bereits seit über 40 Jahren als verlässlicher Partner und Förderer.

Weiterlesen

Die Turnerinnen des TV Rheinbrohl waren bei den Wettkämpfen sehr erfolgreich.  Foto: privat
17

Rheinbrohl. In den letzten Wochen war der TV Rheinbrohl gleich zweimal Gastgeber großer Turnveranstaltungen. Am 1. März fand in der Rheinbrohler Turnhalle die Kreismeisterschaft statt, bei der rund 75 Turnerinnen aus vier Vereinen ihr Können zeigten. Der TV Rheinbrohl ging mit 17 Turnerinnen an den Start. 10 von ihnen konnten sich mit starken Leistungen für die nächste Wettkampfebene qualifizieren.

Weiterlesen

Gemeinsam wurden die Kartage in Vallendar verbracht.  Foto: Günter Gauer
8

Kartage 2026 des Teams „Spirit of St. Suitbert“ aus Rheinbrohl

„Und führe zusammen, was getrennt scheint!“

Rheinbrohl. Einer schönen Tradition folgend, machten sich auch in diesem Jahr wieder 20 Kinder, Jugendliche und jung Gebliebene der Pfarrei Hl. Katharina Kasper Am unteren Mittelrhein auf den Weg, um die Kartage gemeinsam im Haus Sonnenau in Vallendar zu verbringen.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Imageanzeige - Dauerauftrag
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Stellenanzeige Personalreferent/in
Wohnträume
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Leiter/in (w/m/d)