Frühlingskonzert des Jungen Chores ohne Grenzen
Hausen. Das Motto des Frühlingskonzerts? Ganz einfach ein Songtitel: „An Tagen wie diesen“. Unterstützt vom Kirchenchor Cäcilia Weitersburg unter dem früheren Hausener Chorleiter Roland Dinspel, beeindruckte der Junge Chor ohne Grenzen an einem mitreißenden Abend im vollbesetzten Hausener Bürgerhaus durch das, was ganz gewöhnliche Leute gemeinsam gesanglich auf die Bühne bringen. Erfrischend modern war es dazu; der lebensfrohe Motto-Geber aus der Feder eines deutschen Punk-Gitarristen wurde hier zum komplexen Klanggebilde, das Mehrstimmigkeit verband mit der gradlinigen Botschaft des Textes – und vokale Präzision mit Lockerheit.
„Hit The Road Jack“ wurde mit swingendem, fingerschnippendem Erscheinen zelebriert, mit schauspielerischer Gegenüberstellung fast schon zweier Gangs. Spaß und Lebensfreude vermittelte auch die Verknüpfung der Gesangsdarbietungen mit kurzen Frühlingsgedichten – einmal aus der Feder von Chormitglied Andrea Schlich, ansonsten von Autoren wie Erich Kästner, deren lebensnahe Texte vor 100 Jahren Einmaliges vollbrachten: die gleichzeitige Ironisierung und Feier der Frühlingsbegeisterung. Passend dazu ermunterten die Lieder beider Chöre zur Selbstbestimmung, Selbstfindung und zu jedem Selbstvertrauen, das zur Freiheit führt, und zur Hoffnung auf Frieden und Harmonie.
Harmonie blieb hier weder bloße Hoffnung noch oberflächliche Inszenierung. Der Weitersburger Kirchenchor meisterte die Parforcejagd durch die „Bohemian Rhapsody“; unter Andreas Barth (der auch alle Hände voll zu tun hatte als versierter Klavierbegleiter beider Chöre) gab der Junge Chor ohne Grenzen zu denken mit dem „Farbenspiel des Winds“, das die Weltsicht nordamerikanischer Indianer weißer Profitsucht gegenüberstellt. Musikalischer Schliff, Tiefe der Aussage und erkennbare Freude der Sänger an ihrem Tun lösten zusammen die Forderung nach einer Zugabe aus. „Thank You For The Music“ (von beiden Chören gemeinsam) hätte auch das Publikum den Akteuren sagen mögen. ML
