Allgemeine Berichte | 27.03.2015

Neuerwerbung für das Eifelmuseum

Grafiker Fritz Stein im Eifelmuseum angekommen

Aufbau eines Gemäldemagazins

Der „Marktplatz Mayen“ von Fritz Stein von 1939.

Mayen. Zahlreiche Neuzugänge konnte im vergangenen Jahr das Eifelmuseum melden. Die Sammlungstätigkeit des Museums profitiert unter anderem von Schenkungen, die immer wieder aus den Reihen der Bevölkerung kommen.

Daneben beobachten das Eifelmuseum und der Geschichts- & Altertumsverein (GAV) ständig den antiquarischen Markt. Ein reger Handel findet mittlerweile auch im Internet statt. Ein Museum kann aber nicht alles sammeln; und sollte es auch nicht! Zwar ist es das Ziel der Gesellschaft, das eigene kulturelle Erbe vor dem unwiederbringbaren Verlust zu bewahren, doch müssen die Museen diese Aufgabe mit sehr viel Augenmaß erfüllen. Deshalb müssen sie sich ihres Selbstverständnisses und ihres Ziels bewusst sein und Sammlungsziele und -schwerpunkte festlegen. Das geschieht im Augenblick auch am Eifelmuseum. Einer der Sammlungsschwerpunkte des Eifelmuseums ist die „Kunst der Eifel“. Dazu werden Werke von Künstlern - Bildhauer, Maler, Fotografen und auch Grafiker - gezählt, die über die Eifel arbeiten oder gar selbst aus der Eifel stammen. Ein solcher Künstler ist der aus Mayen stammende Grafiker und Maler Friedrich (Fritz) Stein (1911 bis 1987). In Mayen geboren und aufgewachsen, hat er von 1928 bis 1931 eine Ausbildung als Buchdrucker und Schriftsetzer absolviert und an der Werkschule in Köln eine künstlerische Ausbildung genossen. Von 1933 bis 1937 studierte er in Leipzig an der Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe. An seine Ausbildung schloss eine Tätigkeit als Hausgrafiker im Verlag und Großdruckereider „Hallischen Nachrichten“ an. In Halle/Saale ließ er sich nach dem Kriege als freischaffender Grafiker und Maler nieder; zahlreiche Auszeichnungen und ein Lehrauftrag an der „Hochschule für industrielle Formgestaltung“ kennzeichnen sein erfolgreiches Schaffen. Nach Erreichen des Rentenalters zog es ihn 1978 wieder zurück in seine Heimat nach Mayen, in der er bis zu seinem Tode mit einer Reihe grafischer Auftragsarbeiten und Ausstellungen hervor trat. Trotz der langen Jahre seiner Abwesenheit sind eine Fülle von Arbeiten über Mayen und die Eifel entstanden. Auch für das Eifelmuseum hat Stein grafische Arbeiten übernommen. Den Grundstock zu einer eigenen „Sammlung Fritz Stein“ konnte vor zehn Jahren gelegt werden.

Das Eifelmuseum und der GAV haben aus dem Nachlass des Künstlers große Teile seines Werkes erhalten. Das Mayener Antiquariat Ute Langenfeld konnte weitere Exponate aus Haushalts- und Firmenauflösungen retten, die schließlich mit Unterstützung der beiden Mayener Banken fürs Museum erworben wurden. Erst jüngst hat der GAV wieder ein Motiv aus dem Kunsthandel für das Museum ankaufen können. Es handelt sich um eine Radierung mit Grabstichel die den „Marktplatz Mayen“ im Jahr 1939 zeigt und von Stein signiert wurde. Nun wird es darauf ankommen, dass im Museum eine Inventarisierung und fachliche Aufarbeitung der erhaltenen Werke erfolgt. Im Magazin ist es allerdings sehr eng geworden; der Aufbau eines speziellen Bilder- und Gemäldearchivs steht ganz oben auf der Wunschliste des Eifelmuseums.

Der „Marktplatz Mayen“ von Fritz Stein von 1939.

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