Historisches Handwerk Mayen
Handwerk zum Anfassen – Stein- und Burgfest macht Mayens Geschichte lebendig
aus Mayen
Mayen. Wenn beim Stein- und Burgfest die Funken fliegen, der Hammer auf den Amboss trifft und traditionelle Handwerkskunst hautnah erlebt werden kann, wird eines besonders deutlich: Das Handwerk ist seit Jahrhunderten das Herzstück der Stadt Mayen.
Unter dem Motto „Handwerk zum Anfassen“ präsentiert die „Hämmerzunft zu Mayen“ auf dem Marktplatz eindrucksvoll altes Handwerk und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, historische Arbeitsweisen mit allen Sinnen zu erleben. Hier wird Geschichte nicht nur erzählt – sie wird gelebt.
Ein besonderer Anlass prägt das diesjährige Fest: Der Zunftbaum vor dem Rathaus feiert sein 25-jähriges Bestehen. Er wurde auf Initiative des damaligen Ehrenzunftmeisters Aloys Krämer errichtet und steht bis heute als sichtbares Zeichen für den hohen Stellenwert des Handwerks in Mayen. Seine kunstvoll gestalteten Zunftzeichen erinnern an die zahlreichen Gewerke, die die Entwicklung der Stadt über Generationen hinweg geprägt haben.
Kaum eine Stadt ist so eng mit dem Handwerk verbunden wie Mayen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs waren es die Handwerker, die mit Fachwissen, Tatkraft und unermüdlichem Einsatz den Wiederaufbau der Stadt ermöglichten. Sie legten den Grundstein für das Mayen, wie wir es heute kennen.
Doch die Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Die vulkanische Landschaft rund um Mayen machte die Region seit der Römerzeit zu einem bedeutenden Standort des Basaltabbaus. Der Mayener Basalt wurde weit über die Region hinaus geschätzt und von Steinmetzen zu Mühlsteinen, Bauwerken und kunstvollen Arbeiten verarbeitet. Ebenso prägt das Schiefervorkommen der Eifel die Region bis heute. Dachdecker bewahren mit traditioneller Schieferdeckung – unter anderem mit Moselschiefer – ein Handwerk, das für Qualität, Langlebigkeit und regionales Können steht.
Auch zahlreiche weitere Handwerksberufe sind eng mit Mayen verbunden: Schmiede formen aus glühendem Stahl beeindruckende Werkstücke, Drechsler schaffen aus Holz einzigartige Unikate, Goldschmiede verbinden Präzision mit Kreativität und Kunsthandwerker beweisen, dass traditionelles Können zeitlos ist.
Beim Stein- und Burgfest werden diese Berufe wieder lebendig. Besucherinnen und Besucher können den Handwerkerinnen und Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, Fragen stellen und erleben, wie aus jahrhundertealtem Wissen echte Handwerkskunst entsteht.
Das Stein- und Burgfest erinnert damit nicht nur an die Vergangenheit, sondern setzt zugleich ein Zeichen für die Zukunft. Denn das Handwerk steht bis heute für Innovation, Qualität, Ausbildung und regionale Identität. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Mayen.
Wer das Stein- und Burgfest besucht, erlebt deshalb weit mehr als historische Vorführungen – er begegnet den Wurzeln einer Stadt, deren Geschichte seit jeher von engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern geschrieben wurde.
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Die Zünfte zeigen ihr Können auf dem unteren Marktplatz Foto: EMC Studios