Politik | 27.09.2026, 16:59 Uhr

FWM bestätigt Vorstand und richtet Blick auf OB-Wahl

Hans-Georg Schönberg bleibt Vorsitzender – Kommunale Interessen stärker in den Mittelpunkt rücken

Mitgliederversammlung der Freien Wähler Mayen: Hans-Georg Schönberg wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Im Mittelpunkt der Versammlung standen neben der Vorstandsarbeit die kommunalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre und die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl.

Mayen. Die Freien Wähler Mayen (FWM) setzen auf Kontinuität und wollen zugleich neue politische Impulse setzen. Bei ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung wurde Hans-Georg Schönberg erneut zum Vorsitzenden gewählt. Auch der geschäftsführende Vorstand wurde ohne Gegenkandidaturen einstimmig in seinen Ämtern bestätigt. Schönbergs Stellvertreterin bleibt das FWM-Stadtratsmitglied Manuela Wange. Isa Feuerhake als Schatzmeisterin und Michael Helsper komplettieren den geschäftsführenden Vorstand. Unterstützt wird dieser von den sechs Beisitzerinnen und Beisitzern Fabian Strobel, Markus Esper, Gerd Porz, Tommy Schwarz, Elisabeth Ackermann-Lahmeyer und Gerd Saar.

Die Mitgliederversammlung entlastete den bisherigen Vorstand für seine Arbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Im Mittelpunkt des Berichts von Schönberg stand auch die Kommunalwahl 2024, bei der die FWM acht Mandate für den Mayener Stadtrat erringen konnte.

FWM formuliert politische Schwerpunkte

Neben der bisherigen Arbeit im Stadtrat beschäftigte sich die Versammlung mit den Herausforderungen der kommenden Jahre. Dazu zählen aus Sicht der FWM insbesondere die angespannte finanzielle Situation der Stadt, der Bau von zwei Kindergärten, die Klimaanpassung, eine stärkere Bürgerbeteiligung und die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl.

Für die FWM ist die kommende Oberbürgermeisterwahl nach eigener Darstellung nicht allein eine Personalentscheidung. Die Versammlung formulierte den Anspruch, kommunalpolitische Entscheidungen stärker aus der Perspektive der Menschen in Mayen zu betrachten.

„Mayen braucht einen eigenen politischen Kompass“, erklärte Vorsitzender Hans-Georg Schönberg. „Wir wollen Kommunalpolitik aus der Perspektive der Menschen machen, die hier leben. Was in Berlin oder Mainz beschlossen wird, muss deshalb immer auch daran gemessen werden, was es konkret für Mayen bedeutet.“ Nach Auffassung der FWM sollten kommunale Interessen dabei stärker vor Ort formuliert und vertreten werden.

WKB als Beispiel für die Folgen politischer Vorgaben

Als konkretes Beispiel für die Auswirkungen übergeordneter Regelungen auf die kommunale Ebene nannte die FWM den wiederkehrenden Straßenausbaubeitrag (WKB). Nach Angaben der FWM wurden im Zusammenhang mit den bisherigen Beitragsverfahren 5.450 Bescheide verschickt. Hinzu kamen rund 350 Widersprüche und 1.561 Zahlungserinnerungen. Für die FWM verdeutlichen diese Zahlen, wie politische und rechtliche Vorgaben auf Landesebene in der kommunalen Praxis wirksam werden. Die entsprechenden Rahmenbedingungen würden auf Landesebene geschaffen, während die Umsetzung und der damit verbundene Verwaltungsaufwand vor Ort bewältigt werden müssten.

In diesem Zusammenhang lädt die FWM Ministerpräsident Gordon Schnieder und seinen Amtsvorgänger Alexander Schweitzer ausdrücklich nach Mayen ein. Unter dem Motto eines „Tages des Schreibtischwechsels“ sollen beide einen Arbeitstag in der Mayener Verwaltung verbringen und dabei Einblicke in Bürgerfragen, Widersprüche, Bescheide und die praktischen Folgen der WKB-Verfahren erhalten. „Wer politische Regelungen beschließt oder politisch mitverantwortet, sollte auch erleben, wie diese Entscheidungen vor Ort umgesetzt werden müssen“, so Schönberg. „Verantwortung endet nicht mit der Unterschrift unter einen Beschluss. Sie beginnt dort, wo die Menschen mit den Folgen leben müssen.“

FWM prüft Optionen für die Oberbürgermeisterwahl

Mit Blick auf die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl will die FWM nach eigenen Angaben verschiedene Möglichkeiten prüfen. Denkbar sei sowohl ein eigener Kandidat als auch die Unterstützung einer unabhängigen Persönlichkeit, sofern diese aus Sicht der FWM über die notwendige Kompetenz, Persönlichkeit und politische Unabhängigkeit verfügt. „Nicht das Parteibuch sollte an erster Stelle stehen, sondern die Frage, wer bereit und in der Lage ist, Verantwortung für Mayen zu übernehmen und die Interessen unserer Stadt selbstbewusst zu vertreten“, betont Schönberg.

Aus Sicht der FWM sollte ein Oberbürgermeister zudem eine verbindende Rolle einnehmen. Er müsse unterschiedliche Fraktionen zusammenführen, zuhören, ausgleichen und auch andere Sichtweisen ernst nehmen. Dazu gehöre nach Auffassung Schönbergs auch die Bereitschaft, Kritik an der eigenen Arbeit auszuhalten und die eigene Position gegebenenfalls zu hinterfragen. „Mayen braucht einen Oberbürgermeister, der Brücken baut, unterschiedliche Interessen zusammenführt und gemeinsam mit dem Stadtrat Lösungen für unsere Stadt entwickelt“, so Schönberg.

Politik näher zu den Menschen bringen

Ein weiterer Schwerpunkt der kommenden Jahre soll nach dem Willen der FWM die stärkere Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern sein. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und eines aus Sicht der FWM schwindenden Vertrauens in die Politik hat die FWM eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese soll neue Formen des Dialogs und der Kommunikation entwickeln und Wege aufzeigen, wie politische Entscheidungen und kommunalpolitische Diskussionen stärker mit den Menschen vor Ort verbunden werden können.

„Zuhören statt nur erklären, diskutieren statt verkünden und gemeinsam Lösungen für Mayen entwickeln“ – so beschreibt die FWM ihren Anspruch. Schönberg sieht darin einen wichtigen Schwerpunkt der kommenden Jahre: „Wir haben mit acht Mandaten bei der Kommunalwahl 2024 einen klaren Auftrag bekommen. Diesen Auftrag wollen wir nicht nur im Stadtrat erfüllen, sondern auch den direkten Austausch mit den Menschen stärken.“

„Mayen sollte seine politische Debatte selbst führen: selbstbewusst, unabhängig und nah an den Menschen. Mayen braucht Politik, die von den Menschen vor Ort ausgeht“, fasst Schönberg den Anspruch der FWM zusammen.

Pressemitteilung FWM: 17.09.2026

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Mitgliederversammlung der Freien Wähler Mayen: Hans-Georg Schönberg wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Im Mittelpunkt der Versammlung standen neben der Vorstandsarbeit die kommunalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre und die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl. Foto: Hans-Georg Schönberg

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