Lokalsport | 20.04.2026, 08:11 Uhr

Emotionaler Motorsport-Sieg

Jürgen und Achim Nett sichern sich emotionalen Klassensieg in der Nürburgring Langstrecken-Serie

Das Team Dupré mit den erfolgreichen Fahrern Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré
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Eifel. Die bisherige Saison von Dupré Motorsport gemeinsam mit den AC Mayen-Piloten Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré gleicht einer emotionalen Achterbahnfahrt. Auch in diesem Jahr geht das Team wieder mit einem Audi S3 sowohl in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) als auch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start – mit Höhen, Tiefen und einem besonders bewegenden Wochenende.

Bereits die ersten beiden Rennen der NLS verliefen alles andere als nach Plan: Beim Saisonauftakt wurde Jürgen Nett schon in der zweiten Runde im Streckenabschnitt Bergwerk unverschuldet in eine Kollision verwickelt und fiel aus. Auch beim zweiten Lauf war das Glück nicht auf Seiten des Teams – diesmal zwang ein Defekt an der Wasserpumpe bereits in der ersten Runde zur Aufgabe.

Mit großer Motivation reiste das Team zu den 24h Nürburgring Qualifiers in die Eifel, fest entschlossen, das Blatt zu wenden. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bei der Fahrwerksabstimmung gelang es, den Audi S3 für das Rennen konkurrenzfähig zu machen. Jürgen Nett lag bereits aussichtsreich auf dem dritten Platz, als das Rennen plötzlich mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Grund dafür war ein schwerer Unfall im Streckenabschnitt Klostertal: Innerhalb weniger Sekunden kollidierten sieben Fahrzeuge aufgrund von Flüssigkeit auf der Fahrbahn. Der finnische Rennfahrer Juha Miettinen wurde dabei so schwer verletzt, dass er trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen im Medical Center des Nürburgrings verstarb. Die übrigen beteiligten Fahrer erlitten glücklicherweise nur leichtere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Nachricht wurde den Teams am Samstagabend im Pressezentrum mitgeteilt – ein Schock für die gesamte Motorsportgemeinschaft.

Unter diesem Eindruck fiel es allen Beteiligten schwer, am Sonntag zum sportlichen Alltag zurückzukehren. Das Qualifikationstraining fand unter schwierigen Bedingungen statt: mit teilweise noch feuchte Streckenabschnitte auf der Nordschleife. Dennoch gelang es Jürgen Nett, den Audi S3 auf den fünften Startplatz in seiner Klasse zu stellen.

Vor dem Rennen wurde in einer emotionalen Zeremonie und einer Gedenkminute dem verstorbenen Rennfahrer gedacht. Die NLS-Familie hatte nicht nur einen Kollegen, sondern auch einen geschätzten Freund verloren.

Trotz der mentalen Belastung erwischte Jürgen Nett einen hervorragenden Start ins vierstündige Rennen und arbeitete sich bereits bis zur ersten Kurve auf den zweiten Platz in seiner Klasse vor. Diese Position konnte er bis zum ersten Boxenstopp halten. Der frühe Tankstopp – eine Runde früher als die Konkurrenz – schien zunächst ein Nachteil, relativierte sich jedoch durch eine anschließende Code-60-Phase. Nach dem bereinigten Boxenstopp lag das Team rund 25 Sekunden vor der Konkurrenz. Achim Nett übernahm anschließend das Steuer und lieferte laut seinem Bruder Jürgen „den Turn seines Lebens“ ab. Mit beeindruckender Leistung baute er den Vorsprung weiter aus und übergab das Fahrzeug mit rund 40 Sekunden Vorsprung an Christoph Dupré. Dieser konnte die Führung sogar auf 1 Minute und 20 Sekunden ausbauen. Ein kleiner Rückschlag folgte beim nächsten Boxenstopp: Der Standplatz war durch ein anderes Fahrzeug blockiert, was etwa 20 Sekunden Zeitverlust bedeutete. Dennoch blieb das Team in Führung. Für den finalen Turn stieg erneut Jürgen Nett ins Cockpit. Aufgrund der früheren Tankstrategie war jedoch klar, dass kurz vor Rennende ein weiterer kurzer Tankstopp nötig sein würde – ein Risiko im Kampf um den Sieg. Zwei Runden vor Schluss kam Nett nochmals an die Box, tankte minimal nach und kehrte nahezu zeitgleich mit dem direkten Konkurrenten, dem Golf GTI von Pascal Fritzsche und Michael Bohrer, auf die Strecke zurück. Im Sprint zur ersten Kurve nach Start-Ziel konnte Jürgen Nett die Führung behaupten. Es folgten zwei intensive Schlussrunden, in denen er alles geben musste, um den knappen Vorsprung zu verteidigen. Erst auf der Döttinger Höhe der letzten Runde wurde klar, dass der Audi S3 leicht im Vorteil war und Nett den Sieg sichern konnte.

Unter den tragischen Umständen des Wochenendes war es ein emotionaler und hart erkämpfter Erfolg für das gesamte Team. Für Jürgen Nett bedeutete dieser Sieg zugleich seinen 97. Klassensieg auf der Nordschleife – eine beeindruckende Leistung. Das große Ziel für dieses Jahr ist klar: der 100. Klassensieg. Der AC Mayen drückt bereits jetzt die Daumen für dieses besondere Jubiläum und sollte es in diesem Jahr nicht klappen, dann ganz bestimmt im kommenden Jahr, wenn der AC Mayen seinen 100. Geburtstag feiert.

Presse AC Mayen

(v.l.) Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré mit ihrem Audi S3 in der Startaufstellung.

(v.l.) Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré mit ihrem Audi S3 in der Startaufstellung. Foto: Dupré-Motorsport

Der Audi S3 von Dupré-Motorsport auf dem Weg zum Klassensieg.

Der Audi S3 von Dupré-Motorsport auf dem Weg zum Klassensieg. Foto: Berni Kuffel

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Das Team Dupré mit den erfolgreichen Fahrern Jürgen Nett, Achim Nett und Christoph Dupré Foto: Dupré-Motorsport

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