Allgemeine Berichte | 17.05.2015

Europa-Union Kreisverband Mayen-Koblenz

Mayener „Europäer“ unterwegs zu den Heiligtümern der Heimat

Goloring, Fraukirch und Karmelenberg standen auf der Ausflugsagenda

Die Mayener „Europäer“ besuchten die historischen Schätze der Heimat. privat

Region. Dr. Wolfgang Zäck, Gründer des Fördervereins „ Goloring“ führte Mitglieder und Gäste der Europa-Union kürzlich zu diesem normalerweise nicht zugänglichen prähistorischen Denkmal, das in einem ehedem militärisch genutzten Areal liegt - doch zuvor machte die Gruppe zunächst Bekanntschaft mit der Legende und der Baugeschichte der „Fraukirch“ in der Thürer Feldmark. Nicht zuletzt der reich bebilderte, steinerne und farbige Altaraufsatz aus der Barockzeit signalisiert die Bedeutung dieser zum Teil noch aus der Zeit der Romanik stammenden Kirche für das Glaubensleben der Bevölkerung nicht nur im hiesigen Raum: so zeugen zugemauerte Bögen davon, dass einst zwei Seitenschiffe die stetig wachsende Zahl der Pilger aufnehmen konnten.

Wolfgang Zäck, auch Vorsitzender des Fördervereins „Fraukirch“, folgte der Legende in ihren Verästelungen und Veränderungen im Wandel der Jahrhunderte, er ließ Golo, Siegfried, vor allem aber Genovefa schließlich als ausdrucksstarke Figuren im Kampf zwischen Gut und Böse lebendig werden. Vielleicht greifen diese Figuren ja sogar auf weitaus ältere, vorchristliche Vorstellungswelten zurück, von denen heute allenfalls kaum entzifferbare, überlagerte Bruchstücke in der bekannten Legende fortleben. Wenig später, auf dem Karmelenberg, an der barocken Marien-Kapelle, konnten die über 40 Besucher nicht nur einen Blick durch das Gitter in das auch wohlrestaurierte Innere des kleinen sakralen Raumes werfen, sondern wurden sich bewusst, dass der Karmelenberg, in der Bevölkerung einstmals als „Hexenberg“ bezeichnet, durch den Bau der Kapelle im 17. Jahrhundert auch gleichsam „christianisiert“ wurde - zeigt sich auch hier noch ein Ringen zwischen Resten heidnisch-mythischer Vorstellungen und der klaren und strengen Religiosität kirchlicher Provenienz?

Auf dem Pfad durch die uralte Baumallee mit ihren bizarren Baumruinen und Stümpfen traten die Mayener „Europäer“ in die Fußstapfen der Pilger, die hier seit Jahrhunderten wohl zur inneren Einkehr vor dem Bild einer „Mondsichelmadonna“ gezogen waren - die Mayener jedoch zog es zur mehr genussorientierten Einkehr nach Wolken. Am Nachmittag schließlich erreichten die Mayener „Buspilger“ das Gelände des „Goloringes“, umschritten die ellipsenförmige äußere Wall-Graben-Anlage und standen inmitten des kreisförmigen inneren Plateaus, um sich von Wolfgang Zäck in die Zeit hineinversetzen zu lassen, in der weit vor der römischen und fränkischen Zeit die Druiden der ortsansässigen keltischen Treverer hier nicht nur ihrer vielfältigen Götterschar Opfer gebracht haben dürften, sondern gewiss auch den Lauf der Sonne beobachteten, vielleicht, um so den exakten Zeitpunkt zum Beispiel für die Aussaat zu bestimmen.

Dr. Wolfgang Zäck konnte in seinem Vortrag während der Führung unter Hinweis auf bedeutsame Blickachsen unter anderem zum Karmelenberg belegen, dass die Auswahl des Standortes für dieses keltische Heiligtum sehr gezielt getroffen worden sein musste, und bot seinen Zuhörern Einblicke in astronomisch und archäologisch gestützte Erklärungsmodelle. Auch wenn der Goloring nicht die Monumentalität des weithin bekannten, wesentlich älteren „Stonehenge“ besitzt, so hat sich den Besuchern doch das Bild einer bedeutenden archäologischen Anlage eingeprägt, die angesichts der vielen Grabhügelfelder im Umfeld offenbar auch einen engen Bezug zum Totenkult der keltischen Bewohner der näheren und weiteren Heimat gehabt haben dürfte.

Der Goloring - in gewisser Weise, so Dr. Wolfgang Zäck, der heidnische Vorgänger von Fraukirch. Die Mayener „Europäer“ zog es danach noch ins Moseltal hinab, um in einer der urigen Winzerwirtschaften den interessanten und erlebnisreichen Tag bei gutem Wein und deftigem Essen ausklingen zu lassen. Pressemitteilung

Europa-Union

Kreisverband Mayen-Koblenz

Die Mayener „Europäer“ besuchten die historischen Schätze der Heimat. Foto: privat

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