Lukasmarktempfang in der Mayener Dachdeckerfachschule
Michael Ebling machte es ein wenig kürzer
aus Kottenheim
Oberbürgermeister Dirk Meid war allerdings gewappnet
Mayen. Zur feierlichen Eröffnung des 621. Lukasmarkts war diesmal Michael Ebling, der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima in die Eifel gekommen. Im Gegensatz zum damaligen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer, der 2025 die Gäste in der Mayener Dachdeckerfachschule begrüßt hatte, schien Ebling etwas weniger Zeit mitgebracht zu haben. Kein Problem für den Mayener Oberbürgermeister: Dirk Meid war gewappnet, seine Begrüßungsrede dauerte über 35 Minuten. Und er hatte viel zu erzählen.
„Die Städte und Gemeinden haben finanziell die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit überschritten. Die aktuellen Zahlen zeigen, wie ernst die Situation ist. Die kommunalen Haushalte befinden sich bundesweit in einer strukturellen Krise. Gleichzeitig besteht ein enormer Investitionsbedarf bei Schulen, Straßen und vielen anderen Bereichen. Auch wir in Mayen erleben diese Entwicklung“, verdeutlichte Meid. Eine Stadt könne auf Dauer nicht immer mehr Aufgaben übernehmen, immer höhere Standards erfüllen und zugleich mit immer weniger eigenem finanziellen Spielraum auskommen. „Wir dürfen daraus aber nicht den Schluss ziehen, dass wir uns zurücklehnen und sagen“, dass eben nichts mehr gehe. „Gerade in schwierigen Zeiten müssen Städte handlungsfähig bleiben. Mayen hat eine Zukunft, und wir sind bereit, sie zu gestalten.“
Spätestens im Dezember, wenn in Mayen über den städtischen Haushalt beraten und entschieden wird, würden viele Fragen sehr konkret. „Wir sitzen bei dieser Herausforderung am Ende alle im selben Boot. Wir können darüber streiten, in welche Richtung wir rudern. Es wäre aber wenig hilfreich, wenn wir unsere Kraft darauf verwenden würden, uns gegenseitig dafür verantwortlich zu machen, dass das Wasser steigt“, so Oberbürgermeister Meid. „Entscheidend ist, dass wir gemeinsam versuchen, unser Schiff auf Kurs zu halten.“
Ebling, dessen Vortrag unter dem Motto „Was uns trägt – Handwerk, Wirtschaft und Gemeinschaft“ stand, sah alles ein wenig pragmatischer. „Wir sollten uns vor Augen halten, dass der Lukasmarkt älter ist als das Oktoberfest. Vielleicht sollten die jungen Erwachsenen nicht Sport oder Französisch studieren, sondern einen soliden Beruf ausüben. Handwerk gehört nicht der Vergangenheit, sondern der Zukunft an“, blickte der Minister voraus und gab den Gästen einen Tipp mit auf den Lukasmarktbesuch: „Karussell, Autoscooter, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln sind gut fürs Gemüt.“ Anschließend trug sich der Minister in das Goldene Buch der Stadt Mayen ein, übernahm bravourös den Fassanstich, ließ sich das Bier schmecken und genoss den Döppekoche, natürlich mit Mettwurst und Apfelmus. (SK)
Die Schausteller kamen auch auf ihre Kosten. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Der Döppekoche fand reißenden Absatz. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
Ein gekühltes Bier geht immer. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz
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Beim Fassanstich ging alles gut. Foto: SK Foto: Stefan Schmitz