Allgemeine Berichte | 16.07.2014

Dieter Kaspari eröffnete die Ausstellung im Klosterforum Maria Laach

Postkarten aus alter Zeit

Pater Johannes von Maria Laach, Dieter Kaspari und Verbandsbürgermeister Johannes Bell kamen bei der Ausstellungseröffnung miteinander ins Gespräch. privat

Maria Laach. Seltene Ansichtskarten von Maria Laach und Umgebung von 1886 bis zur Neuzeit, sowie Leporellos, Postdokumente und historische Bücher sind bis zum 17. August 2014 im Klosterforum Maria Laach im Original zu sehen. Vergangene Woche fand die Vernissage im Beisein von Dieter Kaspari aus Bad Münstereifel statt, der die Ausstellung in Kooperation mit den Briefmarken-Freunden Bad Münstereifel ermöglicht hat. Für Dieter Kaspari, er stammt aus Niederoberweiler – heute Burgbrohl-Weiler, ist diese Ausstellung nach eigenen Worten „die Krönung“ seiner 40-jährigen Sammelleidenschaft. Durch seine Nähe zur Abtei entstand eine beachtliche Sammlung, die jene Zeit seit der Wiederbesiedlung des Klosters im Jahre 1892 und die umliegenden Dörfer und Städte besonders in den Blick nimmt. Pater Basilius hatte ihn zu dieser Ausstellung ermutigt, die dem Besucher profunde Einblicke in die Postgeschichte ermöglicht.

Correspondenzkarten

„Nach 1865 werden verschiedene sogenannte ‚Vorläufer‘ der Postkarten in Deutschland zu besonderen Anlässen herausgegeben. Sie sind unter dem Begriff Correspondenzkarten bekannt und echte Raritäten. Anfangs bestanden gewisse Vorbehalte gegen solche offene Postsendungen“, so Dieter Kaspari in seinem Eröffnungsvortrag. Erst ab dem Jahr 1872 erlaubte die Reichspost auch Privatleuten, Postkarten selbst zu fertigen. Da andere Länder dem Beispiel folgten, begann der Siegeszug der Ansichtskarte Ende des 19. Jahrhunderts. Kaspari nannte beachtliche Zahlen und nahm Bezug auf eine Besonderheit jener Zeit: „Allein im Jahr 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Ansichtskarten produziert. Im Spitzenjahr 1903/4 liefen 1,16 Milliarden Stück. So wurden Ansichtskarten zum industriell gefertigten Massenartikel. Die Karten von 1897 bis 1905 sind leicht dieser Zeit zuzuordnen, da die Mitteilung nur auf der Bildseite stehen durfte. Die Rückseite war dem Absendeort mit Abgangsstempel, der Anschrift und dem Eingangsort mit Ankunftsstempel vorbehalten.“

Zustellungsdauer

Dank dieser Stempel lässt sich noch heute die Zustellungsdauer nachvollziehen. Weniger als einen Tag brauchte eine Postsendung von Brohl am Rhein nach Magdeburg, wie eine Karte vom 29. Juli 1895 dokumentiert. Der Ausgangsstempel in Brohl erfolgte zwischen 9 und 10 Uhr. Der Eingangsstempel in Magdeburg belegt die Zustellung noch am gleichen Tag zwischen 21 und 22 Uhr. Auch dieses Stück ist im Original zu sehen. Neben kostbaren Lithokarten, die in einem aufwendigen Druckverfahren hergestellt wurden, zeigt das Klosterforum plastisch gestaltete, glänzende Ansichtskarten. Auch hat die Ausstellung manche Kuriosität vorzuweisen, etwa eine Postkarte, die das Motiv von St. Goar in der Beschriftung dem „Kloster Maria Laach mit Laacher See bei Andernach“ zuordnet.

Sehenswerte Schau

Unter den jüngeren Ausstellungsstücken befinden sich Briefmarken mit dem Motiv von Maria Laach oder ein Bogen mit Sonderstempel zum 900. Jubiläum des Klosters im Jahr 1993. Zahlreiche Ehrengäste, die zur Vernissage gekommen waren, zeigten sich beeindruckt. Eine sehenswerte Schau, die durch ihre Vielfalt und anschauliche Erläuterungen besticht. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Klosterforums Maria Laach von Dienstag bis Samstag, zwischen 10 und 17 Uhr sowie sonntags und montags, von 13 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Pater Johannes von Maria Laach, Dieter Kaspari und Verbandsbürgermeister Johannes Bell kamen bei der Ausstellungseröffnung miteinander ins Gespräch. Foto: privat

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