Allgemeine Berichte | 19.10.2014

Erstes Großprojekt am Labor für Experimentelle Archäologie gelungen

Rekonstruierter Töpferofen aus der Spätantike in Betrieb genommen

Der rekonstruierte Mayener Töpferofen aus der Zeit um 500 n. Chr. wurde erstmals befeuert. E. Hanning (RGZM)

Mayen. Der Landkreis Mayen-Koblenz, die Stadt Mayen und das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) haben Grund zur Freude: Ein erstes Großprojekt ist in dem von ihnen geförderten Labor für Experimentelle Archäologie (LEA) in Mayen geglückt.

Auf dem Mayener Grubenfeld wurde erstmals ein rekonstruierter Töpferofen der Zeit um 500 n. Chr. aus Mayen in Betrieb genommen. In einem mehrjährigen Forschungsprojekt sollen drei Ofentypen aus der Spätantike sowie dem Hoch- und Spätmittelalter auf ihren technischen Entwicklungsstand hin untersucht werden. Bereits der erste Brennversuch zeigte deutlich, dass bereits in der frühen Phase der Mayener Töpfereiindustrie ein scheinbar einfach konstruierter, aber technisch ausgefeilter Ofentyp zum Einsatz kam. Zu diesem Ergebnis kamen die Keramikmeister Arno Hastenteufel und Achim Rech von den Fachschulen für Keramikgestaltung und Keramiktechnik in Höhr-Grenzhausen sowie die selbstständigen Töpferinnen Anna Axtmann (Postbauer-Heng/Bayern) und Anja Bogott (Koblenz), die an dem Projekt beteiligt sind. Der Brennvorgang im spätantiken Schachtofen für rund 300 Gefäße ließ sich zuverlässig und stabil steuern. Darüber hinaus lag der Holzverbrauch geringer, als vorher berechnet worden war. Weitere Ergebnisse werden von der Auswertung des Datenmaterials erwartet, das bei dem Brennversuch gesammelt wurde. Die Auswertung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Obwohl Keramik die wichtigste Quellengattung der Archäologie darstellt, sind experimentalarchäologische Studien zu antiken und mittelalterlichen Großtöpfereien bis heute eine Forschungslücke. Das Labor für Experimentelle Archäologie, die jüngste Außenstelle des RGZM, wurde extra geschaffen, um ein Forum für die praktische Zusammenarbeit von Archäologen und Handwerkern zu bieten.

Die Grundlagen für dieses Experiment wurden durch die Forschungen der Archäologen am Forschungsbereich Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte (VAT) in Mayen gelegt. Die Untersuchung der archäologischen Befunde der Mayener Töpfereiindustrie erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Konrad-Weidemann-Zentrum für mineralische Archäometrie der Universität Mainz.

Pressemitteilung

Römisch-Germanisches

Zentralmuseum

Der rekonstruierte Mayener Töpferofen aus der Zeit um 500 n. Chr. wurde erstmals befeuert. Foto: E. Hanning (RGZM)

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Stellenanzeige Landschaftsgärtner und Hausmeister, 1.Anzeige "2+1 Aktion"
Stellenanzeige 2026/061 Sachbearbeiter/in (w/m/d) im Bereich ÖPNV
2+1 Aktion
150 Jahre Zeitungsgeschichte
150 Jahre Jubiläum
Sonderpreis 150 Jahre
150 Jahre
Sonderseiten 150 Jahre Sinziger Zeitung (Personalsuche)
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
147

Der Hochsommer bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Während einige Sternzeichen von frischer Energie und positiven Begegnungen profitieren, verlangen andere Situationen Geduld, Gelassenheit oder den Mut, Gewohntes zu hinterfragen. Die warmen Tage fördern Unternehmungslust, spontane Ausflüge und Gespräche unter freiem Himmel – gleichzeitig können Hitze und Termindruck schneller an die eigenen Grenzen führen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Ortsdurchfahrt von Bengen wird gesperrt.  Foto: ROB
1956

Bengen. In der Ortslage Bengen wird die Gimmiger Straße aufgrund der Erneuerung der Trinkwasserversorgung ab dem 6. Juli 2026 voll gesperrt. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis April 2027.

Weiterlesen

Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung.
3377

Andernach. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstag, den 09.07.2026, gegen 10:50 Uhr in der Innenstadt von Andernach. Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung. Bei dem Unfall wurden mindestens zwei Personen verletzt.BA

Weiterlesen