Überraschungsprogramm stimmte auf die Festspielsaison 2013 ein
Schauspieler der Mayener Burgfestspiele trafen die Sponsoren
Mayen. Einen finanziellen Aufwand von etwa 1 Mio. Euro bedarf es alljährlich zur Durchführung der Burgfestspiele, die die Stadt Mayen weit über die Großregion hinaus bekannt und mittlerweile sogar zu einem Aushängeschild für das Land Rheinland-Pfalz gemacht haben. Allein mit den Eintrittsgeldern und einem von der Stadt Mayen bereitgestellten Betrag wäre die genannte Summe nicht zu finanzieren. Frühzeitig erkannten die Veranstalter daher den Wert, den großzügige Sponsoren beitragen. Zu einem Abend der besonderen Art laden seither regelmäßig die Stadt Mayen und das Ensemble der Burgfestspiele die zum Teil bereits seit Jahren treuen Sponsoren ein, um ihnen kulinarisch und mit einzigartigen schauspielerischen und gesanglichen Schmankerln zu danken.
Auch der heutige Abend betonte Oberbürgermeister Wolfgang Treis in seiner „Premierenansprache“ könne ohne finanzielle Unterstützung nicht in diesem Umfang veranstaltet werden und dankte dafür ausdrücklich den Herren Rudi Giering, Michael Hüls, Michael Lindhof und Harry Bergweiler. Herrn Bergweiler als Geschäftsführer von Dauner Sprudel und bereits langjährigem Sponsor dankte der Oberbürgermeister für die Fortführung seiner „prickelnden“ Werbeidee, auf einer Million Getränkeflaschen mit dem Logo der Burgfestspiele zu werben und für die über die ganze Spielsaison zur Verfügung stehenden alkoholfreien Getränke für das Ensemble. Aber auch die Mayener Banken werben mit ihren Geldautomaten und Brohler Wellpappe auf seinen LKW bundesweit und sogar international. Auf ausgestellten Roll-Ups wurden alle Sponsoren im Einzelnen bedacht. „Wir sind froh und dankbar darüber“ so Oberbürgermeister Treis „dass Sie die Summe der Spenden und Zuschüsse gegenüber dem Vorjahr noch einmal um rund 6.000 Euro gesteigert haben.“
Schon 18.000 verkaufte Karten
Mit schon 18.000 verkauften Karten im Vorverkauf habe man den Grundstock für eine erfolgreiche Festspielsaison 2013 gelegt zeigte sich der Stadtchef überzeugt. Mit Unterstützung der KSK und der VoBa konnten neben Spanntransparenten über Mayens Einfahrstraßen auch eine Vielzahl von Streetbannern realisiert werden und Lotto zeigt in allen Filialen einen Trailer zu den Festspielen. Seit einigen Tagen gibt es auch bei Facebook eine eigene Fanseite. Besondere Erwähnung bei den Dankesworten des Oberbürgermeisters fand auch die erhebliche finanzielle Zuwendung des Rotary Club Mayen, der es allen Mayener Grundschülern ermöglichen sollte, das Kinderstück Dornröschen zu besuchen. In diesem Zusammenhang wurde um neue Sponsoren geworben, die für auswärtige Schüler Busfahrten bezuschussen, die besonders dann ins Gewicht fallen, wenn wegen des Wetters eine Ersatzveranstaltung besucht werden muss.
Intendant Peter Nüesch hatte noch ein pointenreiches und launisches Gedicht parat, das von den etwa 150 anwesenden Sponsorenvertretern begeistert beklatscht wurde. In Anspielung auf das Wetter, das die Spielzeiten der vergangenen zwei Jahre und auch schon in diesem Jahr erste Aufführungen negativ betroffen hatte, resümierte der Intendant in seinem Gedicht: „Sie (Red.: gemeint waren alle Sponsoren) müssen sich zusammenschließen. Nur so kann Neues aus dem Boden sprießen! Egal, ob keine Ahnung, ob vom Fach, wir brauchen endlich jetzt ein Dach!“ und weiter „… keins aus Plastik, keins aus Plane …, nein unser Material liegt tiefer, es ist ein Dach aus festem Schiefer!“
Überraschungsprogramm vom 60-köpfigen Ensemble
Im Anschluss an das sinnierende Gedicht startete, gekonnt durch Theatermann Nüesch moderiert und auch schauspielerisch unterstützt, ein tolles Überraschungsprogramm des diesjährigen 60-köpfigen Ensembles zur Einstimmung auf die Festspielsaison 2013. Mit einer weitgehend frei improvisierten zwanglosen Abfolge gesanglicher Beiträge sowie Sketchen und Spielszenen gestaltete das Ensemble erneut ein gemütliches Beisammensein für die Sponsoren und einen tollen Abend, der zum vierten Mal in Mayens Eventhalle 129 der Familie Gondorf ausgerichtet und kulinarisch vom Team Willy Wolf aus Welling bereichert wurde.
Intendanz, Dramaturgie, Ensemble und auch die Stadtverwaltung hatten weder Kosten noch Mühe für die Sponsoren gespart und Stars wie Jürgen Marcus (Schauspieler Lutz Thase) engagiert, der seinen Top-Ten-Erfolg „Ein Festival der Liebe“ präsentierte. Peter Maffay alias Georg Lorenz spielte „Und es war Sommer“. Theo Gründling überlistete in einer Szene als Brandner Kaspar mit Kirschgeist den Tod, der von Manfred Molitorisz gespielt wird, um einige weitere Lebensjahre. Gesanglich begeisterten Yarizell Kathrin Barth und Manuel Lothschütz. Die beiden haben sich bei den Burgfestspielen kennen und lieben gelernt. Sie streben eine Karriere in Richtung Musical an und bezauberten jeweils als Solisten und im Duett. Er ist kein Bayer, sondern geborener Münchener betonte Manfred Molitorisz. Er inszeniert das Theaterstück vom Brandner Kaspar und spielt darin den überlisteten Tod. Beim Sponsorenempfang rezitierte der Münchener Molitorisz zusätzlich die bereits 1911 veröffentlichte und ewig aktuelle humoristische Satire von Ludwig Thoma „Ein Münchener im Himmel“. Gesanglicher Höhepunkt und dem Intendanten Nüesch besonders am Herzen liegend war die erneute Zusammenkunft der Comedian Harmonists, die bereits 2007 in Mayen bleibende Eindrücke hinterlassen hatten. Die Harmonists, ihr selbstverständlicher kleiner grüner Kaktus und die anderen Theaterleute bereiteten an diesem Abend viel Spaß und waren eine tolle Demonstration dessen, was in Kürze mit den beiden Erwachsenenstücken auf der Mayener Genovevaburg zu sehen und zu hören sein wird.
Intendant Peter Nüesch (2.v.r.) ist besonders Stolz auf „seine“ Comedian Harmonists, die nach 2007 in Kürze zurück sein werden auf der Mayener Bühne. Laurenz Wannenmacher (v.l.) sorgt für Klavierbegleitung, Andreas Barth-Steinborn, Lutz Thase, Ulrich Bildstein, Lorenz Schirren und Volker Dörffel sind die brillanten Sänger.
