Neue Stolpersteine in Mayen
Sieben neue Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus
aus Mayen
Mayen. Im Stadtgebiet wurden am 1. September insgesamt sieben neue Stolpersteine verlegt. Damit erinnern in Mayen nun insgesamt 44 Stolpersteine an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden oder aus ihrer Heimat fliehen mussten.
Die Verlegung wird seit dem Jahr 2021 federführend von der Berufsbildenden Schule Mayen organisiert. Unterstützt und fachlich beraten wird das Projekt durch das Eifelarchiv. Die Schülerinnen und Schüler der BBS Mayen übernahmen dabei auch die Recherchen zu den Lebensgeschichten der Menschen, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird, sowie deren Finanzierung.
Vor der Kelberger Straße 32 erinnern die Stolpersteine an die Familie von Harry, Irma und Inge Eggener, die im Jahr 1938 in die USA auswandern konnten. Inge Eggeners Großvater Max Eggener blieb in Deutschland und wurde 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
Vor der Brückenstraße 12 wurden vier Stolpersteine für Alfred, Mathilda, Manfred und Hans Cossmann verlegt. Die Familie konnte 1939 in die USA emigrieren und damit der nationalsozialistischen Verfolgung entkommen.
Ein weiterer Stolperstein wurde für Josef Hilger vor der Goethestraße 13 verlegt. Er wurde aufgrund seiner Homosexualität mehrfach verhaftet und inhaftiert, unter anderem 1938 im sogenannten Konzentrationslager Börgermoor im Emsland. 1942 wurde Josef Hilger im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.
Mit den Stolpersteinen werden die Namen und Lebensgeschichten der Betroffenen dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar gemacht. Sie erinnern daran, dass auch Menschen aus Mayen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt waren. Wer nicht aus Deutschland fliehen konnte, war der nationalsozialistischen Willkürherrschaft ausgeliefert, was für die Verfolgten in der Regel den Tod bedeutete. Damit leisten die Stolpersteine einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur.
Die Stolpersteinverlegung ist ein gemeinschaftliches Projekt, bei dem insbesondere die intensive Recherchearbeit der Schülerinnen und Schüler der BBS Mayen eine wichtige Rolle spielt. Gemeinsam mit dem Eifelarchiv wird damit die Aufarbeitung lokaler Geschichte fortgeführt und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Mayen wachgehalten.
Mit den sieben neu verlegten Stolpersteinen befinden sich nun insgesamt 44 Stolpersteine im Stadtgebiet von Mayen.
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Schülerinnen und Schüler der BBS Mayen engagieren sich für die Erinnerungskultur und halten die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus lebendig. Foto: Michael Wilhelmy