IHK und VG Mendig fordern weniger Bürokratie
Viele Zuständigkeiten, lange Prüfprozesse und immer wieder Gutachten
aus Mendig
Mendig. Unternehmen, die sich entwickeln oder erweitern wollen, haben häufig Probleme, geeignete Gewerbeflächen zu finden oder scheuen lange Genehmigungsdauern, die zumeist nicht an den Kommunen liegen. Ein Thema, das bei einem Gespräch von Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, Achim Grün, Stadtbürgermeister Mendig, Andreas Loeb, Bauamtsleiter VG Mendig, und Jürgen Zinken, Wirtschaftsförderer VG Mendig, mit Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer IHK Koblenz, und Martin Neudecker, IHK-Regionalgeschäftsführer Mayen-Koblenz, im Fokus stand.
Eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Koblenz (IHK) aus dem Jahr 2025, an der mehr als 700 Unternehmen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz teilgenommen haben, ergab, dass fast die Hälfte der Betriebe in den kommenden zwei bis vier Jahren zusätzliche Flächen benötigen. Auch 93 Unternehmen aus dem Landkreis Mayen-Koblenz beteiligten sich an der Umfrage, von denen 38 Unternehmen einen akuten, mittelfristigen oder langfristigen Bedarf meldeten. Eine zügige Bereitstellung scheitere laut Rückmeldungen der Unternehmen allerdings nicht nur am vorhandenen Angebot verfügbarer Gewerbeflächen, sondern oft auch an bürokratischen Hürden. Unternehmen, die sich entwickeln oder erweitern wollen, haben häufig Probleme, geeignete Gewerbeflächen zu finden oder scheuen lange Genehmigungsdauern, die zumeist nicht an den Kommunen liegen. Ein Thema, das bei einem Gespräch von Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, Achim Grün, Stadtbürgermeister Mendig, Andreas Loeb, Bauamtsleiter VG Mendig, und Jürgen Zinken, Wirtschaftsförderer VG Mendig, mit Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer IHK Koblenz, und Martin Neudecker, IHK-Regionalgeschäftsführer Mayen-Koblenz, im Fokus stand.
„Die Entwicklung von Gewerbeflächen hat insbesondere für die Stadt Mendig und den Zweckverband Konversion Flugplatz Mendig höchste Priorität. Dafür bedarf es einer deutlich schnelleren Genehmigungsgeschwindigkeit. Wenn noch Raumordnungs- sowie natur- und artenschutzrechtliche Verfahren hinzukommen, sprechen wir derzeit aber regelmäßig von Verfahrens- und Genehmigungszeiträumen, die nicht selten mehrere Jahre andauern können. Ein Beispiel: Auf dem Flugplatz mussten in den vergangenen zehn Jahren im Zusammenhang mit Veranstaltungen, Bebauungsplanänderungen sowie geplanten Unternehmensansiedlungen mehrfach Umweltgutachten in Auftrag gegeben werden. Immer wieder müssen Bereiche untersucht, Gutachten und Konzepte erstellt werden. Dies kostet Geld, aber vor allem mitunter auch viel Zeit“, beschrieb Jörg Lempertz die aktuelle Situation, die auch eine aktuelle Entwicklung aufhalte.
Viele Regelungen seien einfach nicht praxisorientiert. „In unserer Region erleben wir ein sehr hohes Investitionsinteresse aus der Wirtschaft. Wir freuen uns, dass wir derzeit viele Investitionsprojekte in unserer Verbandsgemeinde unterstützen dürfen, die uns nachhaltig stärken, unter anderem die Ansiedlung der Verwaltungszentrale der VR Bank RheinAhrEifel, die geplante Großinvestition der Caritas, den Umbau der Vulkan-Brauerei sowie die Fortentwicklung des Flugplatzes Mendig. Aber wir haben noch ein größeres Potential. Leider ist der zeitliche Genehmigungshorizont der größte Bremser in der Stärkung der Wirtschaft. Die beteiligten Fachbehörden haben gesetzlich normierte Prüfaufträge zu erfüllen, die kosten- und vor allem zeitintensiv sind. Das passt nicht zu der politischen Zielsetzung aller Ebenen, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum möglichst schnell zu verwirklichen“, erklärte Lempertz. „Insgesamt sind die Verfahren manchmal sehr ermüdend“, ergänzte Stadtbürgermeister Achim Grün.
Eine Einschätzung der Lage, die auch die Vertreter der IHK teilen. „Bürokratie bremst, sie hemmt Prozesse, bindet Ressourcen und kostet Unternehmen wertvolle Zeit. Komplexe Vorschriften, endlose Formulare und schleppende Genehmigungen belasten den Alltag vieler Betriebe. Ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden ist daher entscheidend, um wirtschaftliche Stärke und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, erläuterte Neudecker mit dem Hinweis auf die IHK-Kampagne „Bürokratie bremst“.
Analog zur Initiative „Jetzt reden WIR - Ortsgemeinden stehen auf!“, der sich mittlerweile über 800 Gemeinden in Rheinland-Pfalz angeschlossen haben, die die mangelnde Finanzausstattung der Kommunen von Land und Bund reklamieren, wäre eine Initiative „Wirtschaft und Kommunen stehen auf!“ ein erster Schritt, um der Forderung, bürokratische Hemmnisse abzubauen, Nachdruck zu verleihen.
Pressemitteilung VG Mendig
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Eine Meinung, wenn es um schnellere Genehmigungen und Ausweisung von Gewerbeflächen geht (von links): Jürgen Zinken, Wirtschaftsförderer VG Mendig, Achim Grün, Stadtbürgermeister Mendig, Martin Neudecker, IHK-Regionalgeschäftsführer Mayen-Koblenz, Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer IHK Koblenz, Jörg Lempertz, Bürgermeister VG Mendig, und Andreas Loeb, Bauamtsleiter VG Mendig. Foto: Stefan Pauly/VG Mendig
