Präventionsworkshops zum Thema „Essstörung“ am Megina-Gymnasium
„Vielfalt ist Schönheit!“
Mayen. Bereits im zweiten Jahr führte Natalie Pauls von der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle für Abhängige (PSBB) der Caritas Mayen am Megina-Gymnasium in Mayen eine Präventionsreihe zum Thema „Essstörungen“ durch.
Angesprochen waren alle Mädchen und Jungen der Stufe acht. Diese Altersstufe ist von der Schule bewusst gewählt worden, da in der Übergangszeit vom Kind zum jungen Erwachsenen viele Hürden und Herausforderungen gemeistert werden müssen. Wachsender Leistungsdruck, krankhafte Schönheitsideale, Mangel an emotionaler Unterstützung und positivem Selbstwert können zu Essstörungen führen. Die Entstehungsgeschichte ist komplex. Rund ein Prozent aller 14- bis 18-Jährigen leidet an Anorexie, also Magersucht, bis zu drei Prozent an Bulimie, die als Ess- und Brechsucht bekannt ist. Auf 20 erkrankte Mädchen kommt ein Junge, Tendenz steigend.
Die Arbeit im eigenen Klassenverband bot eine gute Vertrauensbasis, um sich auf eine intensive und zum Teil nahegehende Auseinandersetzung mit dem Thema einzulassen. Der lebendige Rahmen eines Workshops unter dem Motto „Vielfalt ist Schönheit!“ sorgte für positive Selbsterfahrungen als Individuum und als Teil der Klassengemeinschaft. Ein Schüler meinte ganz gerührt: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele positive Feedbacks von meiner Klasse bekommen würde.“ Im informativen Teil ging es um die Fragen: Was ist eine Essstörung, woran erkennt man eine Essstörung, welche gesundheitlichen, psychischen Folgen bringt diese Erkrankung mit sich. Im letzten Abschnitt stellte die Suchttherapeutin einen konstruierten Fall vor. Dabei galt es für die Schülerinnen und Schüler, lösungsorientiert zu überlegen: Wie kann ich jemanden aus meinem Umfeld unterstützen?
In diesem Zusammenhang bot sich für Natalie Pauls die Möglichkeit, fachliche Hilfe für Betroffene und Angehörige sowie Selbsthilfegruppen aus der Region vorzustellen. „Der sichtbar gute Zusammenhalt in den Klasse und die gegenseitige Unterstützung sind wichtige Faktoren, um einer Essstörung vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken“, lobte Natalie Pauls die Schülerinnen und Schüler für ihre aktive Mitarbeit und positive soziale Atmosphäre.
