Soldaten vom Zentrum Operative Kommunikation aus Mayen üben mit NATO-Truppen in Spanien
Von der Eifel nach Aragonien
Medienprofis der Bundeswehr im spanischen Saragossa
Mayen/Saragossa. Man könnte es als Feuertaufe bezeichnen, die Übung „Trident Juncture 2015“ ist die größte NATO-Übung seit Langem. Insgesamt 36.000 Soldaten aus nahezu allen NATO-Staaten üben zurzeit in Spanien, Portugal und Italien für eventuelle Einsätze des Verteidigungsbündnisses. Mit dabei sind auch 100 Frauen und Männer des Zentrums Operative Kommunikation der Bundeswehr aus Mayen. Schon seit Jahresbeginn bereitet sich die sogenannte „Combined Joint Operational Communication Task Force“ auf ihren Auftrag vor. Mit kräftezehrenden Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an den zahlreichen Lkws und Kabinen oder auch der vertiefenden Medienausbildung. Die thematische Spannbreite der Ausbildung ist riesig. Mindestens genauso riesig ist auch der organisatorische Aufwand, den die Bundeswehr betreiben muss, um die Task-Force von Mayen nach Spanien zu verlegen. Die mächtigen Fahrzeuge, darunter auch Spezialfahrzeuge mit Panzerung, mussten zunächst nach Wilhelmshafen gefahren und dann per Schiff nach Spanien gebracht werden, das Personal wurde eingeflogen.
NATO stellt eigene Task Force
Seit Ende September sind die Mayener mit von der Partie. Dazu gehören auch zehn Kameraden aus dem polnischen Bydgoszcz sowie Verbindungsoffiziere aus Kanada, Spanien und den USA. Außerdem wird die Medientruppe noch von sechs Studenten der Universität der Bundeswehr München unterstützt. Erstmals stellt die Bundeswehr damit eine eigene Task Force bereit, die es der NATO ermöglicht, das sogenannte „Informationsumfeld“ militärisch zu nutzen. Dabei wird neben den klassischen militärischen Fähigkeiten zu Land-, Luft und See verstärkt auch auf Information und Kommunikation im Rahmen der Operationsführung abgezielt. Mittels geeigneter kommunikativer Maßnahmen werden Wirkungen im Informationsumfeld erreicht, also beispielsweise Bevölkerungsgruppen in Einsatzgebieten gezielt angesprochen. Zielgruppenangepasste Kommunikation in militärischen Operationen ist eine Herausforderung, der sich die Kommunikationsprofis aus der Eifel gut vorbereitet stellen. Das Zentrum für Operative Kommunikation ist ein einzigartiger Verband zur Analyse des Informationsumfeldes, der Planung kommunikativer Wirkungen einschließlich der Produktion von Medien aller Art. In der Übung werden die im Fachjargon „Informationsaktivitäten“ genannten Maßnahmen geplant und tägliche Beiträge und Analysen zur Wahrnehmung der fiktiven Übungs-Bevölkerung geliefert. In der multinationalen Task Force sind alle Medien vertreten: Radio, Video, Print und Social Media. In den hochmodernen und mobilen Mediencontainern erstellen die Soldatinnen und Soldaten rund um die Uhr eine Vielzahl von Beiträgen.
Mayener unterstützen NMIC
Neben Flugblättern, Fernsehbeiträgen und Radiosendungen für die Übungsszenarien, unterstützen die Mayener Soldaten auch das NATO Media Information Centre(NMIC). Die sogenannten Einsatzkamerateams (EKT) drehen dabei spannende Videos für den Youtube-Kanal der NATO und der Bundeswehr. Die Mayener Soldaten erstellen auch eine Feldzeitung für alle Übungsteilnehmer. Die vielen Klicks und „Likes“ sprechen dabei eine eindeutige Sprache: Die Arbeit der CJ OPCOMM TF ist erfolgreich. Nicht nur die teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten - auch hochrangige militärische Besucher waren vom Konzept der Operativen Kommunikation beeindruckt. Nicht ganz ohne Stolz nahm der Chef der Task-Force Oberst Michael Mattes deshalb stellvertretend für seine Mannschaft eine besondere Ehrung vom Befehlshaber General Domröse entgegen – eine extra für die Übung geprägte Sondermünze (Coin). Die in Militärkreisen hochgeschätzte Auszeichnung wird nach der Rückkehr in den Standort Mayen sicher einen prominenten Platz zwischen den zahlreichen Erinnerungswappen und Urkunden vergangener Jahre finden. Aktuelle Infos über die Übung findet man bei Twitter #TJ15 oder bei Youtube unter „Trident Juncture 2015“.
Pressemitteilung Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr
Oberfeldwebel Wirtz mit schwerem Gerät in Spanien. Foto: Emily Langer
Eine besondere Auszeichnung - der Coin des Nato Kommandeurs.
