Allgemeine Berichte | 19.08.2026

44-Jährige wird Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Mayen

Von der Pflege zur Seelsorge

Pia Häp

Trier/Mayen/Daun. 16 Jahre lang hat Pia Häp als gelernte Krankenschwester im medizinischen Bereich gearbeitet. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für die 44-Jährige am Samstag, 29. August, wenn die Daunerin durch den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Gemeindereferentin beauftragt wird. Im Pastoralen Raum Mayen wird sie sich weiterhin vor allem in der Vorbereitung zur Erstkommunion und in der Begleitung von Familien einbringen.

Nach einer katholisch geprägten Kindheit und Jugend, Abitur sowie einem einjährigen Auslandsaufenthalt mit den Steyler Missionsschwestern als Missionarin auf Zeit wollte Häp Theologie studieren. „Um das zu finanzieren und zugleich als Krankenschwester der Gesellschaft etwas zurückzugeben, habe ich mich zunächst für eine Ausbildung entschieden.“ Doch wie so oft im Leben verlief der Weg nicht gerade: Das Studium musste zugunsten der Familienplanung warten. Während der Familienzeit – ihre Kinder sind mittlerweile 14, 16 und 19 Jahre alt – blieb sie in ihrem ursprünglichen Beruf. „Ich habe in einer Klinik, in einer Corona-Notfallpraxis und in der häuslichen Pflege gearbeitet.“ Oft begegnete sie hier Trauer und Tod und Einsamkeit. Der Gedanke, sich wieder der Theologie zu widmen, ließ sie daher nicht in Ruhe. Und so absolvierte Häp neben Job und Familie den „Würzburger Fernkurs Theologie“ und stieg in die pastorale Ausbildung im Bistum Trier ein. „Diese gesamte Zeit war für mich und meine Familie wirklich eine Herausforderung“, gibt sie offen zu. „Ohne sie hätte ich das so nicht geschafft.“

Die Zukunft im Blick

Ihr erstes Jahr während der Berufseinführung verbrachte sie in Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm); dann wechselte sie planmäßig die Stelle und ist seit zwei Jahren im Pastoralen Raum Mayen eingesetzt. „Ich bin gerne hier, das Team ist toll und steht hinter mir.“ Daher sei für sie das Pendeln zwischen ihrem Wohnort Daun und dem Einsatzbereich in Ordnung. „Meine Arbeit und meine Lebenserfahrung werden wertgeschätzt und mir wird einiges zugetraut.“ Zu erkennen ist das unter anderem am neuen Plan zur Erstkommunionvorbereitung, den sie mit zwei Kolleginnen ausgearbeitet hat. „Es geht darum, ein zukunftsfähiges Konzept zu erstellen, das auf die heutigen Lebensrealitäten der Familien zugeschnitten ist und ihren Alltag mit einbezieht.“ Zudem müsse es berücksichtigen, dass es immer weniger Hauptamtliche gibt und die Räume größer werden. Im vergangenen Jahr habe sie in diesem Rahmen mehr als 200 Familien begleitet. „Unser Ziel ist, dass es nach der Erstkommunion nicht aufhört, sondern dass es weitere Angebote gibt.“ Die langfristige Perspektive sei eine lebenslange Begleitung. „Wir als Kirche haben eine wertvolle Botschaft: Jeder Mensch ist wichtig. Da ist einer, der uns so liebt, wie wir sind – das möchte ich vermitteln.“

Neben Beruf und Familie, dem Singen in unterschiedlichen Chören, widmet Häp sich der Natur. „Ich habe schon immer auf die Schöpfung geachtet.“ Einen besonderen Blick erhielt sie durch die Ausbildung zum zertifizierten Coach für essbare Wildpflanzen. „Das Wissen bietet mir auch einen pastoralen Mehrwert“, erklärt Häp. So hat sie bereits Wildkräuterwanderungen mit spirituellen Impulsen im Pastoralen Raum Mayen veranstaltet. „Es gibt so viele Wunderwerke, die der Herr uns geschenkt hat, man muss nur mit einem wachen Blick hinschauen.“ Bei allem fühlt sie sich durch ihren Glauben getragen. „Da ist ein Gott, mit dem ich reden kann, der mich ernst nimmt. Mir ist Gott wichtig, aus dieser Beziehung heraus lebe ich.“

Häp vereint viele Blickwinkel: Auslandsaufenthalt in Bolivien, Arbeit in der Pflege, Mama-Sein und einen fundierten Blick auf die Natur: Diese Aspekte könne sie nun in ihrem Beruf als Gemeindereferentin vereinen und somit ein authentisches und glaubwürdiges Gesicht des katholischen Glaubens sein.

Weitere Informationen zum Beruf der Gemeindereferentin bzw. des Gemeindereferent gibt es auf https://www.wirglaubenandich.de/seelsorgeberufe/gemeindereferentin/ oder telefonisch bei Matthias Beer, Ausbildungsleiter der Pastoralreferent*innen und Gemeindereferent*innen, unter Tel.: 0651-7105-518. (jf)

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Pia Häp Foto: Zeljko Jakobovac/Paulinus

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