Anzeige Raumausstatter Heinz Müller aus Polch feierte 70-jähriges Firmenbestehen
„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit"
Polch. Mit einer großen Aktionswoche hat nun der Polcher Raumausstatter Heinz Müller in der Kirchstraße 6, sein 70-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Alle zehn Jahre steht diese Aktionswoche auf dem Programm. Der Inhaber überlegt aber, aufgrund der hervorragenden Resonanz den zeitlichen Abstand zu reduzieren. „Es war natürlich mehr los als sonst“, weiß Heinz Müller. Nahezu die komplette Ware wie Gardinen, Dekostoffe, Tischdecken, Bettwäsche, Frottiertücher oder innenliegender Sonnenschutz (Rollos, Jalousien, Plissée) war um zehn bis 20 Prozent reduziert, die Kundschaft nutzte dieses Angebot rege. Eine kleine Überraschung für die Gäste hatte Heinz Müller auch noch parat: Frottiertücher und Geschirrtücher für die Kunden, Süßigkeiten für deren Kinder. Und wer Lust hatte, der konnte sich beim lockeren Gespräch mit dem Chef Kaffee und Kuchen servieren lassen - von den beiden „guten Seelen“ der Firma, der ehemaligen Näherin Christa Bauer und Raumausstatterin Barbara Kreutz. Zu Beginn der Aktionswoche am Montag, als sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft wie Stadtbürgermeister Gerd Klasen und Verbandsbürgermeister Maximilian Mumm zum offiziellen Empfang eingefunden hatten, gab es auch noch Schnittchen und ein Glas Sekt zur Feier des Jubiläums.
Wie alles begann
Im April 1945 war die Firma von Friedrich Müller, dem Opa des jetzigen Inhabers, in der Pastorstraße als Sattlerbetrieb gegründet worden. Nachdem Heinrich Müller, heute 77 Jahre alt und der Vater des jetzigen Inhabers, im November 1962 die Prüfung als Polster- und Dekorationsmeister abgelegt und das ehemals jüdische Gebäude in der Kirchstraße erworben hatte, übernahm er 1963 das Geschäft seines Vaters. „In dem Haus und auch in dem Betrieb steckt Geschichte“, erläutert Heinz Müller, der Ende April seinen 48. Geburtstag feierte. Im Februar 1994 hatte er die Meisterprüfung zum Raumausstatter abgelegt, nachdem er von 1982 bis 1985 bei der Firma Peter Alfter in Koblenz gelernt und sich anschließend als Geselle im elterlichen Betrieb fortgebildet hatte. Ab 1. Januar 1997, also seit 18 Jahren, führt Heinz Müller die Firma in dritter Generation weiter - auch wenn Vater Heinrich und Mutter Rita (72) auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Mit Akribie und Perfektion
"Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit" - diese geflügelten Worte hat sich auch Heinz Müller auf die Fahnen geschrieben. Die Arbeitsweise ist eine andere geworden, heutzutage hat sich der Inhaber auf andere Dinge spezialisiert als in der „grauen Vorzeit“. Gardinen, Dekorationen, Sonnenschutz, Insektenschutz sowie die Aufarbeitung und der Neubezug alter Möbel wie Stühle, Eckbänke und Sofas in der Polsterwerkstatt haben einen breiten Raum eingenommen. „Manche Möbel sind über 100 Jahre alt“, plaudert Heinz Müller aus dem Nähkästchen, „da kommst du dir vor wie auf einem Friedhof für Holzwürmer.“ Wer sich mit Heinz Müller unterhält, dem wird schnell klar, dass er das Erbe seines Vaters und Großvaters mit der gleichen Akribie und Perfektion fortsetzen wird, getreu dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“. Und sicher wird es in zehn Jahren das 80-jährige Bestehen geben - auch wenn die nächste Aktionswoche nicht so lange auf sich warten lassen dürfte.
