Politik | 09.05.2014, 16:15 Uhr

Verbandsgemeinderat Vordereifel tagte

Windenergienutzung ist Dauerbrenner

Auch bei der Sitzung des Verbandsgemeinderates Vordereifel am 29. April nahm die Änderung des Flächennutzungsplans - Teilplan Windenergienutzung - einen breiten Raum ein

Verbandsgemeinde Vordereifel. Zum besseren Verständnis ist daran zu erinnern, dass die Änderung des Teilplans Windenergienutzung seinerzeit in einen südlichen und nördlichen Bereich getrennt wurde; die 12. Änderung betrifft den südlichen Teil und die 14. Änderung den nördlichen. In Bezug auf den südlichen Teil wurde den Ratsmitgliedern zunächst ein umfassender Bericht über den Verfahrenssachbestand zur Kenntnis gegeben. Ziel des gesamten Verfahrens ist es, weitere Konzentrationsflächen für die Windenergienutzung auszuweisen und eine Windenergienutzung damit an anderer Stelle auszuschließen. Bei einer naturschutzfachlichen Untersuchung im südlichen Teilbereich im Sommer 2013 konnten zwei Uhuhorste bestätigt werden, sodass ein Schutzabstand von 1.000 Metern berücksichtigt wurde. Außerdem wurde festgestellt, dass es sich bei einem Horst in der Nähe von Mannebach um eine funktionsfähige Fortpflanzungsstätte handelt und daher bei der Flächennutzungsplanung zu berücksichtigen ist. Weitere Untersuchungen sind notwendig, weil es im Bereich Boos/Mannebach Hinweise auf ein weiteres Schwarzstorchvorkommen gibt. In Bezug auf die Ermittlung weiterer Ausschlussflächen wurde die Einhaltung von Schutzabständen überprüft. Hierzu ist festzustellen, dass gemäß einem Ministerialrundschreiben der Schutzabstand von Außenbereichsvorhaben um 100 auf 500 Meter erhöht wurde. Als Ergebnis der Überprüfung bleibt festzuhalten, dass zum Ortsteil Müsch und zum Heunenhof ein Schutzabstand von 500 Metern und zu den Ortsteilen Fensterseifen und Mimbach von 1.000 Metern einzuhalten sind.

Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 20. März den Auftrag für eine Landschaftsbildanalyse erteilt hat. Da eine alleinige Betrachtung der Flächen im südlichen Teilbereich nicht zweckmäßig ist, muss nach Abschluss der Artenschutzuntersuchungen im nördlichen Teilbereich eine Anpassung erfolgen.

Abschlussbericht liegt vor

Der von der Dr. Kübler GmbH, Institut für Umweltplanung, erstellte Abschlussbericht der Greifvogelhorstkartierung und -kontrolle zur Ausweisung von Flächen für die Windkraftnutzung im Flächennutzungsplan der VG Vordereifel liegt nunmehr vor. Zu dem Themenkreis „Vogelzug“ wird festgestellt, dass für die angegebenen Windkraftflächen ein erhöhtes Konfliktpotenzial in Bezug auf die Nutzung des Rastgebiets besteht. Nach einer Feststellung im Abschlussbericht sowie den Aussagen des beauftragten Landespflegers, Herrn Wilhelm, lässt sich dieses Konfliktpotenzial jedoch im Rahmen der Planung auf der Genehmigungsebene beherrschen.

Abgeschlossen wurden die Beratungen hinsichtlich der 12. Änderung des Flächennutzungsplanes - Teilplan Windenergienutzung mit der Behandlung der Schwarzstorchvorkommen in Mannebach und Hauroth. Bereits im September 2012 hat der Verbandsgemeinderat beschlossen, zu Schwarzstorchhorsten einen Abstand von 3.000 Metern einzuhalten. Die Obere Naturschutzbehörde hat im Januar festgelegt, dass der Horst bei Mannebach als Ausschlusskriterium zu beachten ist. Gleiches gilt für einen Horst bei Hauroth, da die SGD Nord am 10. April mitgeteilt hat, dass dieser Horst, der letztmalig 2010 bebrütet worden ist, nunmehr wieder besetzt ist. Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass das beauftragte Planungsbüro in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 20. März mitgeteilt hat, am Booser Weiher sei ein weiterer Schwarzstorchhorst entdeckt worden. Dieser Horst wird zurzeit mit weiteren Rotmilanhorsten untersucht. Aufgrund des dargelegten Sachverhalts wird zu den Schwarzstorchhorsten bei Mannebach und Hauroth ein Schutzabstand von 3.000 Metern festgelegt. Im Übrigen bleibt das Ergebnis der Untersuchung des Büros Kübler bezüglich der Horste am Booser Weiher abzuwarten.

Wie bereits dargelegt, handelt es sich bei der Änderung des Teilplans Windenergienutzung im nördlichen Teilbereich der VG Vordereifel um die 14. Änderung des Flächennutzungsplans. Zunächst beschloss der Rat, zu dem Ortsteil Eschbach der Ortsgemeinde Herresbach einen Schutzabstand von 500 Metern einzuhalten. Danach nahmen die Ratsmitglieder Kenntnis vom Verfahrenssachstand hinsichtlich der 14. Äderung. Vom Haupt- und Finanzausschuss wurde am 20. März der Auftrag für eine avifaunistische Untersuchung erteilt; im Anschluss daran können sodann im Teilbereich Nord die Fledermausuntersuchung und die Landschaftsbildanalyse in Auftrag gegeben werden.

Zu dem Gesamtkomplex „Windenergienutzung“ erklärte Wolfgang Probst, die FDP lehne weitere Untersuchungen in Bezug auf die Fortschreibung des Flächennutzungsplans ab. „Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt weitere teure Untersuchungen zu veranlassen“, betonte der FDP-Mann und ergänzte: „Es sollte abgewartet werden, bis die Landesregierung die für die zweite Jahreshälfte angekündigte Gesamtplanung ‚Windkraft‘ erlassen hat. Im Übrigen bedauern wir es, dass sich die Landschaftsbildanalyse nur mit Kulturdenkmälern beschäftigt; leider findet der Mensch, der zukünftig mit den Windenergieanlagen in seiner unmittelbaren Nähe leben muss, keine Berücksichtigung.“

Nächster Tagesordnungspunkt war die Beteiligung der VG Vordereifel an der 1. Änderung des Flächennutzungsplans - Teilfortschreibung „Windenergie“ der Stadt Mayen. Die Beteiligung der VG Vordereifel erfolgte mit Schreiben der Stadtverwaltung Mayen vom 20. Januar. Es geht dabei um die Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraft an der Grenze zu Hirten und Virneburg. In Stellungnahmen haben sowohl die Verbandsgemeinde als auch die betroffenen Ortsgemeinden Einwände vorgebracht. Wegen der Beeinträchtigung für die Anwohner wird ein Schutzabstand von 1.000 Metern gefordert. Außerdem wird vorgebracht, dass eine negative touristische Wirkung für die Wacholderheiden und den Traumpfad „Virne-Burg-Weg“ gegeben ist. Die von der VG-Verwaltung am 18. Februar gefertigte Stellungnahme wird von den Ratsmitgliedern nachträglich gebilligt.

Eine einstimmige Zustimmung gab es auch in Bezug auf die Abwasserbeseitigung Kehrig; hierbei ging es um einen Sondereinleitungsvertrag zwischen der Autobahn Tank und Rast GmbH Bonn und der VG Vordereifel betreffend die Abwasserbeseitigung für die Ortslage Kehrig selbst sowie die Bundesautobahnraststätten „Elztal Nord“ und „Elztal Süd“. Die Werksleitung des Abwasserwerks Vordereifel wurde mit der Umsetzung, insbesondere hinsichtlich der zeitnahen Anforderung der Investitionskostenbeteiligung, beauftragt.

Ohne Gegenstimme beschlossen wurde zudem der Abschluss einer Zweckvereinbarung zwischen der VG Maifeld und der VG Vordereifel ebenfalls betreffend die Abwasserbeseitigung Kehrig. Hierbei geht es um die Übergabe des Abwassers aus der Ortslage Kehrig und den beiden genannten Autobahnraststätten.

Bilanz des Abwasserwerks

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Bilanz des Abwasserwerks einschließlich Lagebericht zum 31. Dezember 2013. Der VG-Rat fasste hierzu folgenden Beschluss:

1. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 einschließlich Lagebericht wird in der vorliegenden Form festgestellt;

2. der Jahresgewinn von 81.617,99 Euro wird auf die neue Rechnung des Jahres 2014 vorgetragen;

3. die eingetretenen erfolgsgefährdenden Mehraufwendungen im Wirtschaftsjahr 2013 werden nachträglich genehmigt.

Aktivitäten des Tourismusbüros

Letzter Punkt auf der Tagesordnung war der von der SPD-Fraktion geforderte Sachstandsbericht über die Aktivitäten des Tourismusbüros der VG-Verwaltung Vordereifel. Sonja Simon berichtete hierzu anhand einer Powerpoint-Präsentation unter dem Titel „Tourismus in der Ferienregion Vordereifel“ (Entwicklungen und Aktivitäten 2012-2013). Dabei sprach sie folgende Themen an:

a) Gästezahlen und Übernachtungen, Projektanfragen (hierzu ist anzumerken, dass vom Statistischen Landesamt nur Betriebe mit mehr als 9 Betten erfasst sind). Sowohl die Zahl der Gäste als auch die der Übernachtungen sind 2013 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

b) Projekte, hervorzuheben sind bei diesem Punkt die Traumpfade, die eine Erfolgsgeschichte sind.

c) Klassifizierte Betriebe, insgesamt gibt es 17 Betriebe mit 27 Ferienwohnungen und -häusern, drei Pensionen/Privatzimmer und einen Gasthof (verteilt wurden viermal fünf Sterne, neunmal vier Sterne, zehnmal drei Sterne und viermal zwei Sterne).

d) Übersicht über Marketingmaßnahmen, zum Beispiel Werbungen und Broschüren.

e) Veranstaltungen, zum Beispiel Wacholderfest, Pressereisen usw., Ausflugsziele, wie beispielsweise die Vulkanpark-Stationen oder Schloss Bürresheim.

g) Touristische Arbeitsgemeinschaft Mayen-Vordereifel, die Arbeitsgemeinschaft „Vulkanische Osteifel“ wurde Anfang 2013 aufgelöst; daraufhin wurde eine touristische Zusammenarbeit der Stadt Mayen mit der VG Vordereifel vereinbart.

h) Resümee und Ausblick für die Zukunft, der Tourismus in der Ferienregion Vordereifel hat sich insgesamt positiv entwickelt. Durch eine Steigerung des Angebots und qualitativ hochwertige Unterkünfte kann die VG Vordereifel sich auch künftig am Markt positiv behaupten. Zudem wird das Thema Radfahren als weiterer Schwerpunkt immer mehr Bedeutung erlangen.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall
Kirmes in Rheinbrohl, 01.09.26
Anzeige Tag der offenen Tür 29. - 30.08.26
Zukunft trifft Tradition KW 34
Turmfest der Stadtsoldaten
Sonderseiten Mittler & Pfaffinger Bestattungen
Ahrweiler Weinwochen
SO 2 - Kirmes in Rheinbrohl _KW 34
Empfohlene Artikel
VRMsmart macht den ÖPNV noch attraktiver!
27

Kreis Mayen-Koblenz. Eine Fahrt von Polch nach Koblenz kann mit dem neuen digitalen Luftlinientarif VRMsmart deutlich günstiger werden. Die App zeigt für die Verbindung 7,98 Euro an, während im regulären Tarif 11,30 Euro fällig wären. Das entspricht einer Ersparnis von 3,32 Euro beziehungsweise rund 29 Prozent – bei einer Fahrzeit von 38 Minuten und nur zwei Zwischenhalten. Auch auf kürzeren Verbindungen...

Weiterlesen

Ein besonderer Premierenbesuch: CDU-Landtagsabgeordneter Peter Moskopp erlebt die GT World Challenge am Nürburgring
16

Nürburgring/Mainz. Auf Einladung des Automobil-Club 1927 Mayen e.V. im ADAC, der als sportlicher Ausrichter der GT World Challenge Europe am Nürburgring fungierte, besuchte der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Moskopp erstmals ein Autorennen am Nürburgring. Rund 28.000 motorsportbegeisterte Zuschauer, spektakuläre GT-Rennwagen und die besondere Atmosphäre der Rennstrecke sorgten für einen Tag voller neuer Eindrücke.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1052

Polizeihubschrauber im Einsatz: Keine Gefahr für Anwohner in Koblenz

01.09.: Polizeieinsatz in Koblenz: 63-Jähriger stirbt nach Sturz in Koblenz-Pfaffendorf

Koblenz. Am Dienstag, dem 1. September, wurde der Polizei in Koblenz gegen 15:40 Uhr ein Notruf gemeldet, der von einer blutenden Person in einem Hinterhof in Koblenz-Pfaffendorf berichtete. Zeugen behaupteten, ein schussähnliches Geräusch gehört zu haben. Aufgrund der unklaren Situation und der mangelhaften Informationslage wurden umgehend zahlreiche Einsatzkräfte in das Gebiet entsandt. Für kurze Zeit war auch ein Polizeihubschrauber in den Einsatz involviert.

Weiterlesen

Flower & Power Festival in Mayen
547

Zum dritten Mal verwandelte sich die Innenstadt in eine bunte Festivalmeile

Flower & Power Festival in Mayen

Beim „Flower & Power Festival“ wird die Mayener Innenstadt zum bunten Treffpunkt für Genuss, Musik und besondere Aktionen. Wir haben die schönsten Impressionen in unserer Fotogoalerie – jetzt im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler. Foto: ROB
1798

Verkehrsteilnehmer müssen sich auf Einschränkungen einstellen

Ab 07.09.: Ahrweiler: Ramersbacher Straße wird voll gesperrt

Ahrweiler. Ab Montag, 7. September 2026, muss die Ramersbacher Straße in Ahrweiler ab der Ahrtorbrücke bis zur Einmündung „Eifelstraße“ voll gesperrt werden. Grund hierfür ist Straßen- und Kanalbauarbeiten. Die Sperrung wird voraussichtlich ein Jahr andauern. Die Umleitung erfolgt über die L 85 und L 83 über Schalkenbach sowie Königsfeld und umgekehrt.

Weiterlesen