Politik | 28.01.2013

Auch auf dem Bolzplatz kann man voneinander lernen

Peter Zachow unterstützt seit zwei Jahren die Streetworker und hat einen Spendenfonds gegründet

Bunt illustriert hat Zachow seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 2012.    Foto: AT

Meckenheim. Peter Zachow hat sein Berufsleben 2009 abgeschlossen und beschloss, sich in seiner neu gewonnenen Freizeit noch intensiver als bisher für Kinder und Jugendliche in Meckenheim einzusetzen. Er nahm Kontakt mit dem Streetworker Dennis Diedrich auf, und als der 63-Jährige vor  zwei Jahren das erste Mal gemeinsam mit Diedrich auf dem Bolzplatz stand,  machten die Kids sofort aus Peter Zachow, Peter Pan - nach dem Jungen, der nie erwachsen wurde. Dabei blieb es zwar was den Namen anbelangt, erwachsen ist der andere Peter aber schon lange. Schon ein Jahr nach den ersten Gehversuchen in Sachen aufsuchende Jugendarbeit war dem SPD-Politiker klar, dass mehr Geld benötigt wird, um vor allem die Kinder zu unterstützen, die oftmals mit fadenscheinigen Ausreden nicht an Aktionen teilnehmen. „Sie zwar sagen, dass sie keine Lust haben, in Wirklichkeit fehlt jedoch das Geld“, weiß der SPD-Ratsherr. Zachow gründete im August 2011 einen Fond eigens zu diesem Zweck und der heißt natürlich „Peter-Pan-Fonds“. Allein in diesem Jahr wurden 24 Veranstaltungen für die Kids aus diesem Fonds gesponsert, seinen Rechenschaftsbericht hat er liebevoll illustriert und großformatig angelegt. Diese reichen von Lan-Partys über Kinobesuche bis hin zu Ferienfreizeiten und dem Besuch der „Arsch-Huh-Treffen“ in Köln. Ob es der Eintritt ist, die Fahrtkosten oder einfach nur Verpflegung für die Jungs und Mädchen, die sich an Aktionen beteiligen – der Fond hat vieles ermöglicht, was vorher schwierig war. Auch die personelle Situation hat sich mit dem dritten Mann neben seinem Kollegen Heiner Ständer, der seit Februar 2012 Diedrich bei der aufsuchenden Jugendarbeit auf der Straße unterstützt, enorm verbessert im Vergleich zu den Arbeitsbedingungen beim Start des Projektes im Dezember 2008. „Damals ging es vor allem darum, Ruhe in einen Stadtteil zu bekommen“, erinnert sich Diedrich. Die damals Zwölfjährigen sind heute im Übergang von Schule und Beruf und wenden sich somit oft an die ihnen vertrauten Streetworker, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Wir sind eng mit den Schulen vernetzt und auch keine Konkurrenzveranstaltung  zum Beispiel zur Meckenheimer Garantie für Ausbildung (MeGA)“, stellt Diedrich klar. Man ergänze sich in Absprache mit den Schulen und sei stützend und begleitend tätig. Auf drei Säulen ruht das Konzept der aufsuchenden Jugendarbeit. Das ist die Sportpädagogik, die mobile Jugendarbeit und die Berufsqualifizierung und Berufsorientierung. Das Tolle an dem Zuwachs durch Ehrenamtler Zachow: Mit drei Erwachsenen ist man autark und kann zum Beispiel mit 20 pubertierenden Jugendlichen in eine Eifeler Hütte fahren. Das wird noch unterstützt durch den Projektbus, den der Landschaftsverband Rheinland aktuell finanziert hat. Das Gros von Diedrichs Klientel sind sozial benachteiligte Jugendliche. Die ältesten und vernünftigen unter der ersten Generation von 2008, „denen begegne ich heute schon mal auf dem Neuen Markt mit Freundin und Kinderwagen“, erzählt er. Auch für Zachow ist es eine Freude zu sehen, wie sich die Jugendlichen entwickeln.  Zweimal wöchentlich steht er auf dem Bolzplatz und mach aktiv beim Training mit.  Er übernimmt Fahrdienste mit seinem privaten Fahrzeug oder dem Auto der Stadt. Er organisiert Veranstaltungen und ist bei mehrtägigen Ferienfahrten dabei. So erinnert er sich noch gut an das viertägige Fußballturnier an der Nordsee. Einquartiert in Zelten sind insgesamt 18 Leute dorthin gefahren. „An solchen Tagen bekommt man natürlich wenig Schlaf“, stellt der 63-Jährige achselzuckend fest. Kinder und Jugendliche sind für ihn fester Lebensbestandteil – auch in seiner politischen Arbeit. Der SPD-Ratsherr ist jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Gemeinsam mit den jungen Menschen kann auch er noch eine Menge lernen. „Es ist faszinierend zu sehen, wenn der größte Rabauke bei einer Ferienfreizeit über eine Stunde lang betet, oder sich die Mädchen entschuldigen, wenn sie Essen wegwerfen“, erzählt er von seinen Erlebnissen mit den unterschiedlichen Kulturen. Und noch etwas treibt Zachow an: „Ich kann Ungerechtigkeiten nicht haben und mische mich dann gerne ein“. Wer ihn dabei unterstützen möchte oder etwas für die aufsuchende Jugendarbeit in Meckenheim spenden möchte, kann sich bei Peter Zachow informieren unter der Rufnummer (02 22 5) 1 49 28. AT

Bunt illustriert hat Zachow seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 2012.    Foto: AT

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