Politik | 04.03.2013

Chancen für den Neuen Markt

Mehrfach wurde in jüngster Vergangenheit über die gegenwärtigen Leerstände in Meckenheim und insbesondere am Neuen Markt berichtet. Es muss damit gerechnet werden, dass der Abzug von kommunalen Einrichtungen wie Jobcenter oder Verkehrszulassungsstelle sowie die bald in Merl hinzukommenden Lebensmittelmärkte Edeka und Aldi negative Auswirkungen auf die Kundenfrequenz am Neuen Markt haben und die heutigen Leerstände vergrößern. Die Einwohnerzahl von Meckenheim stagniert, die Lebensmittelmärkte in der Stadt nehmen zu. Fachgeschäfte am Neuen Markt wie auch in der Altstadt zögern wegen einer unsicheren Zukunft mit Investitionen. Einzelhandelsgeschäfte kommen und gehen. Es gehört zu den Versäumnissen der Vergangenheit, dass in Meckenheim zwei Zentren nebeneinander entwickelt wurden und nun wahrscheinlich mit dem Projekt „Nahversorgung“ in Merl mittelfristig ein drittes Zentrum entstehen wird. Das bedeutet, dass sich die Kaufkraft künftig auf drei Zentren verteilen wird. Vorteile für den Kunden als Folge dieser Zersplitterung kann ich nicht erkennen, außer dass für Merler Bürger der Weg zum Lebensmittelmarkt kürzer wird.

Was ist zu tun, um das Einkaufen in Meckenheim und insbesondere am Neuen Markt attraktiver zu machen, für die Einwohner und für das Umland? Der kürzlich im Rat der Stadt vorgetragene Jahresbericht 2012 des Wirtschaftsförderers hat viele anerkennenswerte Initiativen der Verwaltung aufgezeigt. Es scheint allerdings teilweise an Unterstützung durch die Geschäfte und auch durch das Dienstleistungsgewerbe zu mangeln. Ein kritischer Blick in manche Schaufenster, auf Auslagen vor den Geschäften oder beispielsweise auf Weihnachtsdekorationen im vergangenen Jahr bestätigt diesen Eindruck. Das im Rat vorgestellte und diskutierte Konzept „Neuer Markt“ gibt viele Anregungen. Ein „Königsweg“ ist nicht in Sicht, und der Hilferuf „2000 Einwohner mehr“ bringt auch nichts. Um weitere Fehlentwicklungen zu vermeiden, halte ich für wichtig, dass alle für den Neuen Markt gedachten Maßnahmen auf ihre Auswirkungen auf ganz Meckenheim hin bedacht werden müssen. Das gilt natürlich auch umgekehrt für Maßnahmen in der Altstadt und Merl. Ich meine, es ist vordringlich, Neuer Markt, Altstadt und Merl kurzfristig vor allem verkehrsmäßig besser miteinander zu verbinden (Beispiel Merler Straße). Fußläufige kostenfreie Parkplätze in den Bereichen der Fachgeschäfte müssen erhalten bleiben oder geschaffen werden. So lange zunehmend Büroräume am Neuen Markt frei werden (Beispiele Jobcenter, Verkehrszulassungsstelle) oder das Marktcenter teilweise leer steht, ist ein Ärztehaus auf dem HIT-Parkplatz entbehrlich, zumal mit einem Ärztehaus erhebliche Parkfläche entfallen würde. Eine Belebung des sogenannten Marktcenters beispielsweise durch die im Ärztehaus vorgesehenen Praxen kann ich mir gut vorstellen.

Über das Radfahren am Neuen Markt sollte nachgedacht werden. Ist das notwendig, oder steigert das die Attraktivität? Der Einzelhandel könnte beispielsweise durch einheitliche Öffnungszeiten, Sonderaktionen und Schaufenster-/Auslagengestaltung ebenfalls zur Attraktivität des Neuen Marktes beitragen. Ich sehe keinen Sinn in einer Diskussion über verlängerte Öffnungszeiten. Mehr Angebote und Werbung der vorhandenen Gastronomie scheinen mir sinnvoller als die Forderung nach mehr Gastronomie. Wenn Verwaltung, Einzelhandel einschließlich der solide aufgestellten Obstbauern und Dienstleistungsgewerbe an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen, müsste eine gute Zukunft für den Neuen Markt und damit für die Bürger erreichbar sein.

Detlef Wibel, Meckenheim

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