Es hat sich alles zum Guten gewendet
Mit der Eröffnung des Aldi-Marktes ist die Nahversorgung in Merl-Steinbüchel komplett
Meckenheim-Merl. Gern folgte die Bürgerprojektgruppe Merl-Steinbüchel mit ihren Sprechern Peter Stumph und Karl-Peter Hölzel jüngst der Einladung zur offiziellen Eröffnung des Aldi-Marktes. Eingeladen hatten Geschäftsführer Udo R. Helling von der Werretal GmbH als Investor und Björn Just, Leiter der Filialentwicklung Aldi Süd in Kerpen.
Unter den Gästen waren auch Bürgermeister Bert Spilles, der die Grüße der Stadt überbrachte, und Ortsvorsteher Reinhard Diefenbach, der in seinen Grußworten die Arbeit der Bürgerprojektgruppe würdigend vor allem den Bürgern des Stadtteils dafür dankte, dass sie bei ihrer berechtigten Forderung nach einer wohnnahen Versorgung geblieben seien. Björn Just betonte, dass mit der Aldi-Eröffnung ein Wunsch in Erfüllung gehe, der seitens des Discounters seit 15 Jahren bestand. Udo R.Helling sprach die Hoffnung aus, dass die neuen Geschäfte rege in Anspruch genommen werden, damit sich der Kampf der Bürger um eine wohnnahe Versorgung als sinnvoll erweise.
Für die Bürgerprojektgruppe dankte Peter Stumph der Werretal GmbH mit ihrem Geschäftsführer Udo R. Helling als Investor dafür, trotz aller Widrigkeiten bei der Stange geblieben zu sein. Er bedankte sich bei den Aktiven der Bürgerprojektgruppe für ihren stetigen Einsatz für eine wohnnahe Versorgung der Bürger des Ortsteils Merl-Steinbüchel und würdigte dabei die Arbeit der ehemaligen Sprecher Norbert Tebrügge sowie Reinhard Schiller sowie von Karl-Peter Hölzel als amtierendem Sprecher der Bürgerprojektgruppe. Ergänzend fügte er hinzu, dass ortsbekannt sei, wer sich seit 2000 für die Nahversorgung eingesetzt habe und wer nicht, wem aus der Kommunalpolitik zu danken sei und wem nicht. Entscheidend sei nach 14 Jahren, dass sich alles zum Guten gewendet habe.
Für die Bürgerprojektgruppe Merl-Steinbüchel, so deren Sprecher, sei nach eröffnetem Sportplatz an der Boeden-Straße, der Nahversorgung mit dem Edeka-Frische-Center Breil nebst Stadtbrotbäckerei Rott und dem jetzt eröffneten Aldi-Markt sowie der anstehenden Wohnbebauung die städtebauliche Rahmenkonzeption komplett, wie sie 2005 von der damaligen Bürgermeisterin Dr. Yvonne Kempen und dem Technischen Beigeordneten Schwister dem Rat vorgestellt und in den Grundzügen so 2006 beschlossen wurde.
Im Mai 2007 habe, nach den Präsentationen der möglichen Investoren Aldi, Edeka, Hit, Norma und Rewe vor dem Stadtentwicklungsausschuss, der wiederholten Präsentationen in der Bürgerversammlung, am 19. Juni 2007 die Möglichkeit einer zeitnahen Ratsentscheidung bestanden, die nicht genutzt worden sei. Vielfältige Widerstände in Kommunalpolitik und unter das Geschehen bestimmenden Geschäftsleuten gegen die Nahversorgung in Merl-Steinbüchel seien zu überwinden gewesen. Das von 2.317 Wahlberechtigten unterstützte Bürgerbegehren für eine wohnnahe Versorgung des Ortsteils Merl-Steinbüchel vom 21. November 2007 habe der Rat gegen die Stimmen der Fraktion für Bürger abgelehnt. Obwohl das BBE-Gutachten vom Oktober 2007 die Machbarkeit der Ansiedlung eines Vollsortimenters und Discounters mit insgesamt 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche bestätigte, habe der Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich mit den Stimmen der CDU-Abweichler Spilles und Braun eine Ansiedlung mit 2200 Quadratmetern verhindert. Erst im Laufe des Jahres 2008 sei es dann zu einem Beschluss mit genehmigten 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche gekommen, der eine Aldi-Ansiedlung ausschloss. Erst nach dem OVG-Urteil in der Sache Aldi gegen die Stadt Meckenheim vom 29. April 2011 und möglichen Schadensersatzforderungen sei es am 28. November 2011 zum Ratsbeschluss gekommen, mit dem die Verwaltung beauftragt wurde, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Ansiedlung des Discounters Aldi in Merl-Steinbüchel zu schaffen. Jetzt, weitere zwei Jahre später, sei Aldi eröffnet.
Für die Bürgerprojektgruppe ist es nicht der berechtigte „Blick zurück im Zorn“ über das seit 1999 nachweisbar stattgefundene Verhindern, Verzögern und Verschleppen der Nahversorgung durch politische Entscheidungsträger, der empöre, sondern die geradezu dreiste Art, mit der jetzt Kommunalpolitiker die nicht durch eigene Einsicht für berechtigte Bürgerinteressen, sondern erst durch Richterspruch herbeigeführte Aldi-Ansiedlung als Erfolg ihres politischen Einsatzes verkaufen wollen.
Pressemitteilung der
Bürgerprojektgruppe
Merl-Steinbüchel
