Friedensfahrt Rheinbach
Friedensfahrt Rheinbach nach Verdun: 263 km Sport und Erinnerung
aus Rheinbach
Rheinbach. Mit dem Fahrrad von Rheinbach nach Verdun – 263 Kilometer für Sport, Erinnerung und Frieden
Am Samstag, 19. September, machten sich sieben Mitglieder des RSC Rheinbach 82/04 e.V. auf eine besondere Tour: die „Friedensfahrt nach Verdun“. Um 6 Uhr startete die Gruppe in Rheinbach zu einer 263 Kilometer langen Fahrt über Belgien nach Frankreich. Die Strecke führte unter anderem über Bastogne und entlang eines kurzen Abschnitts der belgisch-luxemburgischen Grenze bis nach Verdun. Am Ende standen knapp 3.000 Höhenmeter und rund elf Stunden Fahrzeit zu Buche. Besonders der kräftige Gegenwind machte die ohnehin anspruchsvolle Strecke zu einer sportlichen Herausforderung. Alle sieben Teilnehmer erreichten jedoch ohne Panne gemeinsam das Ziel.
Bei dieser Fahrt ging es allerdings um mehr als um die sportliche Herausforderung. Seit 2019 besteht zwischen Rheinbach und den französischen Gemeinden Douaumont und Vaux-devant-Damloup eine „Partnerschaft des Friedens“. Der RSC Rheinbach wollte mit der Radtour diese besondere Verbindung aufgreifen und auf sportliche Weise mit Leben füllen.
Die Ankunft in Verdun wurde deshalb auch zu einer Reise in die Geschichte. Die von Kratern durchzogene Landschaft der ehemaligen Schlachtfelder, die unzähligen Gräber und insbesondere das Beinhaus von Douaumont machten die Dimension und das Leid der Kämpfe des Ersten Weltkriegs unmittelbar erfahrbar. Ein besonderer Moment war das Treffen mit Olivier Gérard, dem Direktor des Beinhauses.
Auf dem Weg nach Verdun führte die Strecke auch durch Douaumont-Vaux, bevor eine schöne Abfahrt die Gruppe hinunter nach Verdun brachte. Dort erwartete die Radfahrer eine sehr gut vorbereitete Unterkunft und ein ausgesprochen herzlicher Gastgeber, der zudem hervorragend Deutsch sprach.
Perfekt organisiert wurde die Fahrt von Marcus Bierlein, der bereits mehrfach Fahrten mit Jugendlichen nach Verdun durchgeführt hat. Für die umfangreiche Logistik standen ein Kleinbus für Gepäck und die Rückfahrt sowie ein Anhänger für bis zu zehn Fahrräder zur Verfügung.
Für die Teilnehmer war die Tour damit eine Verbindung von sportlicher Herausforderung, gemeinsamer Erfahrung und historischer Erinnerung. Gerade an einem Ort wie Verdun wird deutlich, welche Bedeutung die Begegnung zwischen Menschen und die Pflege von Freundschaften über Grenzen hinweg haben.
Und die nächste Fahrt ist bereits in Planung: Die Unterkunft in Verdun ist für 2028 erneut reserviert. Dann wird die Tour de France in Verdun Station machen – ein schöner Anlass, die Friedensfahrt des RSC Rheinbach zu wiederholen.
Die „Partnerschaft des Friedens Rheinbach/Douaumont-Vaux e.V.“ engagiert sich seit Jahren für die Verbindung zwischen Rheinbach und den französischen Partnergemeinden. Die Friedensfahrt des RSC Rheinbach ist ein weiteres Beispiel dafür, wie diese Partnerschaft durch Begegnung, gemeinsame Aktivitäten und persönliches Erleben mit Leben gefüllt werden kann.
Kurz vor Verdun in den herrlichen Sonnenuntergang Foto: Christoph Schmidt-Taube
Rheinbach und Douaumont-Vaux gedenken hier ihrer Gefallenen Foto: Marcus Bierlein
Handschlag von Verdun am 22.09.1984 zwischen dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem französischem Staatspräsidenten François Mitterrand Foto: Marcus Bierlein
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Start am Parkplatz Monte-Mare um 06:00 Foto Foto: Marcus Bierlein