Fußgängerampel an der Mittelstraße wird trotz Proteste abgebaut
Geschwindigkeitsreduzierung ist vorrangiges Ziel
Meckenheim. Es ging „nur“ um eine Fußgängerampel, doch nach den massiven Protesten der Bürgerprojektgruppe „Merl-Steinbüchel“, denen sich sogar der Pfarrer anschloss, war dieses Thema dem Stadtentwicklungsausschuss eine Debatte von fast 90 Minuten wert. Die beiden Sprecher der Bürgerprojektgruppe, Karl-Peter Hölzel und Peter Stumph, die Verwaltungsspitze und die Ausschussmitglieder brachten vor rund 20 Besuchern ihre Argumente für oder gegen die Ampel an der Mittelstraße vor.
Die Stadt möchte dort eine Fahrbahnverengung bauen und die Straße auf Höhe des Bordsteines anheben, um die Autofahrer zum langsamen Fahren in der Tempo-30-Zone zu zwingen.
Am Ende blieb es dann auch bei dem bereits Wochen zuvor gefassten Beschluss, die Ampel abzubauen. Erneut auf die Tagesordnung kam das Thema angesichts der massiven Proteste der Bürgerprojektgruppe.
Für die Ampel sprachen sich SPD und BfM mit fünf Stimmen aus, der Rest stimmte für den Abbau und eine Fahrbahnverengung. Bestens vorbereitet erschienen die beiden Sprecher der Bürgerprojektgruppe, Karl-Peter Hölzel und Peter Stumph, zum Ausschuss, um dort das ihnen gewährte Rederecht wahrzunehmen.
Eine ähnliche Debatte habe es bereits in den siebziger Jahren gegeben. Damals habe sie damit geendet, dass die Fußgängerampel gebaut und 1980 in Betrieb genommen wurde. Ihr Wegfall letztes Jahr habe insbesondere bei den Senioren große Ängste beim Überqueren der Straße erzeugt, hoben die Sprecher hervor.
Sie erinnerten daran, dass die Autofahrer an dieser engen Stelle versuchten, möglichst schnell vorbeizukommen, um dem Gegenverkehr zuvorzukommen. Auch sei das Sehvermögen der vielen älteren Menschen oftmals nicht mehr ausreichend, um den Verkehr einschätzen zu können.
Der Technische Beigeordnete der Stadt, Heinz-Peter Witt, ergänzte den Rückblick mit seiner Feststellung, dass es durchaus in der Vergangenheit auch Eingaben von Bürgern gegeben habe, dass die Ampel nicht genutzt werde und vor allem Kinder bei Rot die Straße überquerten. Daraufhin sei das vordringliche Ziel aller Maßnahmen die Reduzierung der Geschwindigkeit gewesen. 1997 habe man Tempo-30-Schilder aufgestellt und 2002 den Bereich zur Tempo-30-Zone erklärt. Das Ziel der Geschwindigkeitsreduzierung habe bis heute Bestand.
Deshalb plädiere die Verwaltung für die Fahrbahnverengung und die Straßenanhebung an dieser Stelle auf das Niveau des Fußgängerbereichs.
Während CDU-Chef Jürgen Schwerdtfeger die sachliche Diskussionsatmosphäre lobte, erläuterte der Sachkundige Bürger der SPD, Ulrich Becker, warum die Genossen sich im Verlauf der Debatte für eine Ampel entschieden hätten. Letztendlich gehe es darum, vor dem Hintergrund der Gewohnheit und der veränderten Bevölkerungsstruktur, Sicherheit zu geben. Auch der Merler Ortsvorsteher Reinhard Diefenbach appellierte - allerdings ohne Erfolg - an die Ausschussmitglieder, das subjektive Empfinden der älteren Bürger, wie es auch Pfarrer Frank Ungerathen von der „Arche“ formuliert habe, zu respektieren und die gewohnte Ampel wieder instand zu setzen.
