Hauptausschuss stimmt für Verbleib im Troisdorfer Tierheim-Verbund
Knappe Mehrheit für die teure Lösung – günstigere Alternativunterbringung in Remagen auf zwei Jahre befristet
Meckenheim. Sollte der Rat der Empfehlung aus dem Hauptausschuss folgen, wird Meckenheim die elfte Kommune des Rhein-Sieg-Kreises sein, die trotz der erheblichen Erhöhung der Beiträge weiterhin im Verbund des Troisdorfer Tierheimes bleibt. Beraten wurde das Thema im Hauptausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auf den Antrag der SPD-Fraktion, im öffentlichen Teil zu beraten, wollte die Verwaltungsspitze wegen der Vertragsangelegenheit nicht eingehen. Die endgültige Entscheidung des Rates ist für den 15. Mai vorgesehen.
Die Mehrheit im Ausschuss, die für den Verbleib der Meckenheimer Fund- und Gefahrentiere im Troisdorfer Tierheim stimmte, war wohl eher knapp, hieß es nach der Sitzung. Sollte der Rat der Ausschuss-Empfehlung folgen, wird sich der Jahresbeitrag für Meckenheim von jetzt 10.700 Euro auf rund 20.000 Euro erhöhen und das soll rückwirkend zum 1. März dieses Jahres verrechnet werden. Um kostendeckend arbeiten zu können, wurde der Beitrag der Kommunen pro Einwohner von 52 Cent auf 80 Cent erhöht. Hinzu kommt eine Pauschale für Tiere, die durch das Ordnungsamt ins Tierheim eingewiesen wurden. Das sei jedoch nur ein sehr geringer Anteil der Tiere, der mit 15 Euro pro Hund und Tag, 7,50 Pro Katze und Tag sowie 4 Euro pro Kleintier und Tag zu Buche schlägt, erläutert Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins, Nils Michael Becker. Zu den Befürwortern des Solidargedankens für das Troisdorfer Tierheim zählte die CDU-Fraktion. „Wir haben zugestimmt, den höheren Beitrag zu zahlen, vorbehaltlich der Entscheidung der noch ausstehenden Kommunen“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Kühlwetter auf Anfrage. „Wenn wir jetzt aus dem Solidaritätsverbund austreten, dann ist die Existenz des Tierheims gefährdet“, so Kühlwetter weiter. Je weniger Mitglieder es seien, umso teurer werde der Beitrag für die verbleibenden. Der neue Vertrag soll auf zehn Jahre geschlossen werden, allerdings gibt es bei einer Verteuerung von zehn Prozent der derzeitigen Kosten ein Sonderkündigungsrecht.
„Wir verlängern den Vertrag mit Sicherheitsmechanismen“
Definitiv vom Tisch für Meckenheim ist wohl der ursprünglich geplante Neubau des Hundehauses, der nochmal mit rund 600.000 Euro zu Buche schlagen würde. Als Mitglied im Beirat des Troisdorfer Tierschutzvereins hat Meckenheim zudem Mitspracherecht. „Wir verlängern zwar den Vertrag um weitere zehn Jahre aber mit Sicherheitsmechanismen“, formulierte dies Kühlwetter. Für die Bürger für Meckenheim (BfM) war das keine Option. Sie stimmten gegen den Verbleib und damit für den Sparkurs.
„Wir favorisieren aus Kostengründen die Remagener Variante“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Helmut Schulten. Statt jetzt 20.000 Euro hätte die Stadt an Remagen 12.000 Euro zahlen müsse und auch dort den Abholservice für Fundtiere rund um die Uhr in Anspruch nehmen können. Allerdings gibt es dabei einen Haken. Die günstigen Kosten kann auch Remagen zunächst nur für zwei Jahre garantieren. Trotz der höheren Kosten sei die SPD-Fraktion nicht nur für den Tierschutz, sondern auch für die Solidarität in der Gemeinschaft, formulierte es SPD-Fraktionschefin Brigitte Kuchta. „Man kann sich nicht immer aus der Verantwortung ziehen.“ Auch wisse man in Remagen nicht, wie es letztendlich nach den zwei Jahren weitergehe. Die UWG hingegen stimmte für die preiswertere Variante. „In Zeiten knapper Kassen müssen wir sparen“, sagte der UWG-Fraktionsvorsitzende Josef Dunkelberg. Für das Vorstandsmitglied des Troisdorfer Tierschutzvereins Nils Michael Becker ist diese Entscheidung keine wirkliche Überraschung.
„Es gibt im Moment keine realistische Alternative zu Troisdorf“, betonte er. Dass ein neues Hundehaus gebaut werden müsse, sei seiner Meinung nach unstrittig. Für Meckenheim könne er sich vorstellen, dass möglicherweise der Annex nicht unterschrieben werden soll. Informationen von der Meckenheimer Verwaltung habe er jedoch bisher keine bekommen.
