Fusion des MTuS und TST Merl ist beschlossen
In Meckenheim entsteht der zweitgrößte Sportverein des Kreises
Meckenheim. Die Mitglieder des Meckenheimer Turn- und Schwimmvereins 1892 (MTuS) und des Turn-Sport-Tennis-Vereins Merl (TST Merl) haben sich mit großer Mehrheit für einen Zusammenschluss ausgesprochen. Der nunmehr zweitgrößte Sportverein im Rhein-Sieg-Kreis mit über 2.600 Mitgliedern trägt den Namen Meckenheimer Sportverein (MSV).
Mehr als 200 interessierte Besucher haben kürzlich in der Aula der Theodor-Heuss-Realschule an einer Versammlung zur Verschmelzung der beiden Meckenheimer Traditionsvereine MTuS und TST Merl teilgenommen. Nach ausführlichen Berichten und Diskussionen zur Mitglieder- und Finanzsituation sprachen sich fast alle Stimmberechtigten in getrennten Abstimmungen für den Zusammenschluss und die neue Satzung aus. Der neue Verein startet offiziell am 1. Januar 2015. Gewählt wurde auch ein neuer Vorstand. Dieser setzt mit dem ersten Vorsitzenden Manfred Mahnig (74) und den vereinserfahrenen Stellvertretern Klaus Bold (74), Peter Redekop (25) und Dr. Siegfried Schneider (68) die erfolgreiche sportliche Arbeit der vergangenen Jahre fort. Mahnig, der bereits erster Vorsitzender des MTuS war, versprach nach der deutlichen Entscheidung: „Wir sind uns bewusst, dass es viele Mitglieder schmerzt, die vertrauten Vereinsnamen aufzugeben. Und wir werden alles daran setzen, ihnen mit dem MSV eine neue Heimat zu bieten“. Einig waren sich alle darin, dass es wegen der Verschmelzung keine einzige Übungsstunde gibt, die entfallen wird.Der scheidende Vorsitzende des TST Merl, Wolfgang Staab (76), konnte nach über 20 Jahren Vorstandsarbeit seine Gefühle nicht verbergen. „Ich habe einen Großteil meines Lebens dem Sport gewidmet und bin sicher, dass wir mit dem MSV den richtigen Schritt für Meckenheim machen“, sagte er unter großem Applaus bei seiner Verabschiedung durch die Mitglieder. Staab hatte letztlich den Weg für den neuen Verein freigemacht, indem er von seinen Mitgliedern auf der vergangenen Versammlung einen klaren Auftrag zum Zusammenschluss erhalten hatte.
Vorausgegangen war 2009 eine lockere Kooperation mit zusätzlichem Gastbeitrag, der 2013 ersatzlos entfallen ist. Die „heiße Phase“ der Verschmelzung begann mit einer gemeinsamen Informationsveranstaltung im März 2014, auf der zur direkten Mitwirkung eingeladen wurden. Daraus entstanden fünf Arbeitsgruppen aus Mitgliedern, Abteilungs- und Übungsleitenden, die, unter Begleitung der Geschäftsführungen, intensiv die Themen Organisation, Finanzen, Verwaltung, Recht, Öffentlichkeitsarbeit, Sportpraxis und Sportstätten bearbeiteten. Dabei betonte Mahnig: „Mein persönlicher Dank gilt den unzähligen Helfern und Unterstützern, ohne die wir es nie geschafft hätten, alle frühzeitig ins Boot zu holen“. Die Ergebnisse dieser breitangelegten Vorbereitung sind - nach intensiver Abstimmung mit dem Landessportbund - in die neue Satzung eingeflossen. Eine Besonderheit beim MSV ist das Delegiertenmodell bei Mitgliederversammlungen, das die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen im Verein deutlich verbessert. Zudem erhalten die Abteilungen mehr Stimmrechte und eine ausgewogenere Interessenvertretung im Vorstand. Wie sehr die beiden Vereine bereits zusammen gewachsen sind, zeigt das Beispiel der Abteilung Turnen. Dort finden die rund 500 Aktiven Trainings- und Übungsmöglichkeiten, die sich nicht mehr an der Vereinszugehörigkeit, sondern ausschließlich am Leistungsvermögen orientieren. Viele der kleinen und großen Nachwuchsturnerinnen und -turner wissen oftmals gar nicht, welchem der beiden Vereine sie angehören. Für sie zählen einzig Spaß und Erfolg in einer großen Gemeinschaft.
Die Idee eines gemeinsamen Vereins geht zurück auf die beiden ehemaligen Vorsitzenden Elisabeth Drodt (MTuS) und Günter Moll (TST Merl), die bereits vor fast zehn Jahren über einen Zusammenschluss nachgedacht hatten. Drodt betonte nach der Versammlung in einer ersten Stellungnahme, dass damit das ehrenamtliche Werk von Moll posthum vollendet wurde. Er wünschte sich zeitlebens einen Weg „von der freundschaftlichen Konkurrenz zur konkurrenzlosen Freundschaft“.
Der Meckenheimer Sportverein (MSV) ist mit über 2.600 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Bereich des Kreissportbundes Rhein-Sieg. Der MSV bietet Breiten- und Leistungssport in elf Abteilungen unter einem gemeinsamen Dach an. Freizeitsportler können aus weit über 100 gesundheitsorientierten und zertifizierten Angeboten qualifizierter Übungsleitenden wählen. Wettkampfsport gibt es in Badminton, Basketball, Judo, Tennis, Turnen und Volleyball - viele Jugend- und Erwachsenenmannschaften sowie Einzelsportlerinnen und -sportler spielen und kämpfen in der höchsten Liga des jeweiligen Landesverbandes. Der Verein ist ausgezeichnet als Bester Jugendverein des Volleyballkreises Bonn 2013 und nominiert für den Rhein-Sieg-Sportförderpreis 2014 mit der mU14 in Basketball.
