Feierliche Vertragsunterzeichnung in der Geschwister-Scholl-Hauptschule
MeGA - Mit einer Unterschrift in die berufliche Karriere
Meckenheim. Auch wenn zur Eröffnung der feierlichen Vertragsunterzeichnung im Pädagogischen Zentrum des Campus Meckenheim zunächst die Erwachsenen redeten, Bürgermeister Bert Spilles, Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher und Schulleiter Peter Hauck, im Mittelpunkt standen die rund 50 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Geschwister-Scholl-Hauptschule.
„Mit der MeGA, der Meckenheimer Garantie für Ausbildung, habt ihr alle eine gute Startvoraussetzung in einen Beruf, und dabei ist es uns wichtig, Euch bei den ersten Schritten in den Berufsalltag nicht allein zu lassen.“ Spilles bezeichnete die MeGA als Erfolgsmodell, das überregional Anerkennung gefunden hat. Dies zeige auch der 2. Platz von bundesweit über 200 Bewerbern beim „Deichmann-Förderpreis“ gegen Jugendarbeitslosigkeit. Auch wurde der Geschwister-Scholl-Hauptschule im Juni 2012 für das MeGA-Projekt das Berufswahlsiegel verliehen.
Bei der Meckenheimer Garantie für Ausbildung handelt es sich um eine Initiative der Stadt Meckenheim und der Geschwister-Scholl-Schule in Kooperation mit Meckenheimer Unternehmen. Rund 40 Unternehmen mit ca. 80 Ausbildungsstellen beteiligen sich derzeit an dieser Initiative.
Gegen den drohenden Fachkräftemangel
Landauf und landab wird seitens der Wirtschaft bereits seit Längerem auf den Fachkräftemangel hingewiesen.
„Dagegen helfe aber kein Wehen und Klagen oder auf den Staat zu warten“, so Thomas Radermacher als Vertreter der beteiligten Unternehmen.
„In Meckenheim haben alle Seiten erkannt, dass man selbst handeln muss.
Und dies gelingt, weil wir hier eine überdurchschnittlich gute Hauptschule haben, weil wir eine Stadtverwaltung und einen Bürgermeister haben, die sich für unsere Jugendlichen einsetzen und weil wir Unternehmen haben, die über den Tellerrand hinaussehen“, so Radermacher weiter und er fordert die Schülerinnen und Schüler auf, sich zu engagieren und sich „reinzuhängen“.
Die nächsten zwei Jahre würden hart werden, aber auch schnell vergehen. Luftschlösser oder das Aufschieben von Entscheidungen zur Berufswahl brächten im Grunde aber nichts.
Verpflichtung der Schüler
Die Garantie für einen Ausbildungsplatz fordert von den Jugendlichen aber auch bestimmte Leistungen. So müssen sie beispielsweise den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 schaffen, dabei darf keine mangelhafte Leistung auf dem Zeugnis stehen und die Durchschnittsnote muss mindestens befriedigend sein. Deutsch, Mathematik und Arbeitslehre müssen mindestens befriedigend ausfallen, es darf keine unentschuldigten Fehltage geben und die aktive Teilnahme am Berufsförderunterricht sowie ein positives soziales Verhalten und soziales Engagement muss bescheinigt werden.
Über Betriebspraktika wird bereits während der letzten Schuljahre ein Kontakt zu verschiedenen Betrieben ermöglicht, die dann auch oftmals zu einem späteren Ausbildungsplatz führen, wie einer der Abgänger des Jahrgangs 2010 berichtete. Schulleiter Peter Hauck hat bereits mehrfach Anfragen aus anderen Regionen erhalten, sogar in Berlin interessiert man sich für das Meckenheimer Modell.
Auch der WDR war mit seinem Übertragungswagen an der Schule gewesen und hat in einem kurzen Film über das Projekt berichtet. Den Schülern und Eltern wurde der Film noch einmal vorgeführt.
Dann kam der große Moment: Die Schülerinnen und Schüler wurden aufgerufen und unterschrieben bei Bürgermeister Bert Spilles, bei Thomas Radermacher und Peter Hauck gemeinsam mit einem Elternteil ihren Vertrag.
Für die musikalische Untermalung der Feierstunde sorgte die Band der Geschwister-Scholl-Hauptschule „White Rose“ unter der Leitung von Ulrich Kirsch.
