FDP Meckenheim
Meckenheimer Runde ergab Kritik und Zuversicht
Meckenheim. Im voll besetzten Saal des Restaurants Krümmel diskutierten Liberale aus dem Rhein-Sieg-Kreis am Donnerstagabend mit NRW-Generalsekretär Johannes Vogel und Klaus Kinkel, ehemaliger FDP-Chef, Vizekanzler und Bundesaußenminister, über die Zukunft der FDP. Zur Einstimmung auf diese Meckenheimer Runde mit dem Thema „Die Zukunft der Liberalen - Deshalb braucht Deutschland auch morgen noch die FDP“ erinnerte der Orts- und Fraktionsvorsitzende Heribert Brauckmann als Gastgeber an das bewusst gewählte Datum: „Genau an diesem 11. Dezember 1948 schlossen sich in Heppenheim erstmals die 13 Landesverbände zur FDP Deutschlands zusammen. Der Neustart damals soll uns Ansporn sein. Nach aktuellen Umfragen vermissen zwar 60 Prozent der Befragten die FDP nicht, aber 30 Prozent erklären, dass sie sehr wohl die FDP in der Bundespolitik vermissen. Auf die wollen wir zugehen.“ Dafür gab es Beifall auch von CDU-Mitgliedern in der Runde. Johannes Vogel schilderte, dass dies zwar in NRW recht gut gelingt, aber bundesweit sei es noch ein langer Weg zum Erfolg, denn „die Fehler der Vergangenheit wirken noch nach“. Klaus Kinkel legte nach: „Ja, wir haben Dinge versprochen, die nicht eingehalten wurden.“ Die FDP müsse mit Glaubwürdigkeit, Solidität und Verlässlichkeit stärker auf die Menschen zugehen. Als Megathema nannte er dabei Bildung und Forschung nach der Formel: ohne Lehrer keine Bildung, ohne Bildung keine Forschung, ohne Forschung keine Technologie und damit keine wirtschaftliche Zukunft. Deshalb forderte er mehr Bundeszuständigkeit für Bildung und nannte besonders die Schulen, denn die Lehrerausbildung in Deutschland, insbesondere im Technologiebereich, sei „verheerend“. Die Universitäten nehmen nach seiner Erfahrung die Lehrerausbildung überhaupt nicht ernst: „Das Problem müssen wir konkret benennen und bekämpfen.“
Vogel nannte als weiteres zentrales Thema die Zuwanderung als eine gesellschaftliche, moralische und wirtschaftliche Notwendigkeit, zu der sich die FDP offen bekennt. Unsere Gesellschaft werde reicher und lebenswerter, wenn Menschen aus anderen Kulturen zu uns kommen. Zugleich nannte er Asyl eine humanitäre Notwendigkeit. Es sei eine Schande, was in NRW geschieht mit Menschen, die alles verloren haben und oft traumatisiert aus Bürgerkriegen zu uns kommen: „Da muss man als liberale Kraft dagegen halten.“
Als Beispiel für die Arbeit vor Ort beschrieb der Kreisvorsitzende Jürgen Peter die neue Koalition mit der CDU in Siegburg. Dort sei gerade für 2015 ein ausgeglichener Haushalt beschlossen worden. Hanns-Erwin Muermann vom Meckenheimer FDP-Vorstand forderte die Bundespartei auf, das Thema Sicherheit stärker in den Vordergrund zu rücken und Christoph Eitner verlangte die Konzentration auf einige wichtige Themen, die mit Personen glaubwürdig verbunden werden.
Klaus Kinkel gab sich da zuversichtlich, denn inzwischen würden viele, die im öffentlichen Leben stehen und der FDP den Rücken gekehrt haben, wieder zurückkommen. Und: „Es gibt ein großes freies Themenfeld für die FDP. Die Oppositionsarbeit in NRW fällt positiv auf. Bei Besuchen an der Basis merke ich in letzter Zeit zunehmend, dass dort die Arbeit der FDP wie hier heute Abend funktioniert. Ich bin wieder optimistisch.“Pressemitteilung
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