Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Frauen-Union
„Politik ist auch weiblich“
Meckenheim. Mit viel Prominenz feierte die Frauen-Union Meckenheim am vergangenen Freitag ihr 50-jähriges Jubiläum. Die Vorsitzende Sabrina Gutsche konnte gemeinsam mit ihrem Vorstandsteam Christiane Schmitz, Anne Viehmann und Ariane Stech unter anderem die Bundesvorsitzende der Frauen-Union, Frau Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, begrüßen. Ein herzlicher Willkommensgruß galt auch der Landesvorsitzenden Ingrid Fischach sowie Bundesminister a. D. Norbert Röttgen. In ihrer Festansprache ging Maria Böhmer dann auf die Geschichte der Frauen-Union ein, betonte aber vor allem aktuelle frauenpolitische Themen. Sie betonte, dass die Frauen-Union in der CDU bereits viel erreicht habe, und betonte vor allem das neue Herzstück der Bundesregierung, die Mütterrente. Für rund 9,5 Millionen Frauen stelle diese eine wesentliche finanzielle Verbesserung dar und sie erläuterte, wie es gelungen ist, dieses Gesetzesvorhaben auch mithilfe der Frauen-Union aus NRW in der Bundespartei und bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gut zu platzieren. Aber damit darf kein Stillstand verbunden sein. Sie stellte die grundsätzliche Frage, wie wir im Jahre 2033 leben wollen. So gebe es noch einiges zu tun, sie sprach hier explizit das Elterngeld Plus an, das Thema Frauenquote sowie die Neuregelung des Prostitutionsgesetzes. Hier sieht sie auch schwierige Gespräche mit dem Koalitionspartner, allerdings haben die CDU und auch die Frauen-Union hier klare Vorstellungen, wie insbesondere der Kampf gegen Zwangsprostitution klar verbessert werden kann. Maria Böhmer beklagte, dass Genitalverstümmelung bei Mädchen nicht nur in Afrika ein Thema sei, sondern dass dies auch in Deutschland vorkomme und es hierfür genauso, wie für die sogenannten „Ehrenmorde“ keine nicht angebrachte Toleranz geben dürfe. Hierfür gab es zahlreichen Applaus der mehr als 100 Gäste. In einem weiteren Teil ihrer Ausführungen ging Maria Böhmer auch auf die aktuellen internationalen Fragestellungen ein, so betonte sie, dass der Terror der ISIS dringend gestoppt werden müsse und das Deutschland sich hier auch entsprechend engagieren müsse.
In einem weiteren Punkt sprach sich Maria Böhmer für die Einführung eines Textilsiegels aus, in dem klar geregelt wird, dass die entsprechenden Produkte nur unter Einhaltung von klar definierten Standards hergestellt wurden und nicht unter ausbeuterischen Bedingungen für die meist weiblichen Arbeitnehmer in den Staaten der Dritten Welt. Dass nicht alles sofort umzusetzen ist und mitunter ein langer Atem notwendig ist, das machte Maria Böhmer mit ihrem Schlusswort klar, in dem sie einen Dichter mit den Worten zitierte: „Wenn Du nicht zu den Sternen greifst, schaffst Du es nicht bis zur Dachrinne.“
Die Grüße des Landesverbandes NRW überbrachte anschließend Ingrid Fischbach und für die örtliche CDU überbrachte Jürgen Schwerdtfeger die Grüße der Partei.
Danach ging es in die Historie der letzten 50 Jahre, jeweils an einem Jahrzehnt dargestellt. Angefangen im Jahre 1964, in dem Ludwig Erhardt Kanzler war und die Frauen-Union in Meckenheim gegründet wurde und die Musik der Beatles alle in Verzückung versetzte. Damals trafen sich 23 politisch und sozial engagierte Frauen und gründeten die Frauen-Union, deren erste Vorsitzende Emilie Fahrenburger wurde. Schnell entwickelte sich die Frauen-Union zu einem festen Bestandteil des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Meckenheim.
So ging es dann bunt durch die einzelnen Jahrzehnte, richtig lustig wurde es dann aber bei den 80ern. Zwar stellte die CDU da wieder mit Helmut Kohl den Kanzler, aber es wurde auch an die diversen Modesünden dieser Zeit erinnert. Und während das Ganze musikalisch mit der Musik aus „La Boum“ untermalt wurde, öffnete der Himmel sein Schleusen und es begann in Strömen zu regnen, oder war es nur ein Weinen über Schulterpolster und Co.?
Das Ganze war kurzweilig vorgetragen, denn die vier Damen des Vorstandsteams trugen jeweils den Text zu einem Jahrzehnt vor, während das ganze dann mit einem passenden Song zu einem mit einem passenden Plakat laufenden Mädchen visualisiert wurde.
Der Dank für die Redner war neben einem Rosenstrauß ein Sack Äpfel, schließlich ist man in der Rosen- und Apfelstadt Meckenheim und dann konnte kulinarisch an verschiedenen Stationen Leckeres aus allerlei Regionen gekostet werden und auch die Weinbar hatte ihre Pforten geöffnet.
STF
Auch Bundesminister a.D. Norbert Röttgen war als Gesprächspartner sehr begehrt.
