Meckenheimer Athlet ging für die Schweiz an den Start
Saisonhöhepunkt für Johannes Wagner bei der Leichtathletik-EM
Zürich/Meckenheim. Erst am vorletzten Wettkampftag der Europameisterschaften in Zürich durfte der Sprinter Johannes Wagner die Bahn im Letzigrundstadion betreten. Als Schlussläufer des Schweizer Quartetts erlief er den siebten Rang des zweiten Vorlaufs. Mit einer Zeit von 3:08:63 Minuten verpasste die Staffel zwar den Einzug in das Finale, stellte jedoch eine neue Saisonbestleistung auf.
Wagners Nominierung für das Schweizer Nationalteam war nicht überraschend. Bereits früh zeichnete sich seine gute Form in der Freiluftsaison ab. Innerhalb von nur einem Monat konnte sich der Sprinter, der die deutsche und schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt, stetig verbessern und lief bereits bei seinem vierten Wettkampf über die Stadionrunde seine Bestzeit in 48,17 Sekunden. Dies sicherte ihm bei den offenen Nordrhein-Westfalen-Meisterschaften in Bottrop bereits den zweiten Platz. Nur eine Woche später zeigte sich allerdings, dass das Training unter Hans-Joachim Lobinger noch mehr versprach: Beim Susanne-Meier-Memorial-Meeting in Basel knackte er zum ersten Mal die 48-Sekundenmarke, als er nach 47,78 Sekunden die Ziellinie überquerte. Diese Leistung verschaffte ihm auch seinen bis dato vorläufigen Saisonhöhepunkt, den Einsatz bei den Team-Europameisterschaften in Riga. Auch dort war er Schlussläufer der 4x400-Meter-Staffel, die sich aus Jérôme Bellon, Daniele Angelella und dem späteren Europameister über 400 Meter Hürden, Kariem Hussein, zusammensetzte.
Aufgrund dieses Erfolgs wurde er in das Vorprogramm des Diamond League Meetings in Lausanne eingeladen, wo namenhafte Athleten wie Tyson Gay und Renaud Lavillenie teilnahmen. Auch dort konnte er seine Leistung mit einer Zeit von 47,91 Sekunden bestätigen. Bei den Schweizer Meisterschaften in Frauenfeld musste er sich nur seinen Staffelkollegen Silvan Lutz und Angelella geschlagen geben und belegte mit 47,95 Sekunden den dritten Rang.
Trotz dieser konstanten Leistung und der Nominierung für die EM-Staffel wurde seine Verbesserung vom Schweizer Nationaltrainer noch kritisch betrachtet. Erst am Wettkampftag stand schließlich fest, dass sich sein Training bezahlt gemacht hatte und er sich im internationalen Wettstreit beweisen durfte.
