Heimatverein Meckenheim reiste nach Ostdeutschland
Schöne Tage in der Lausitz und im Spreewald
Meckenheim. Insgesamt 46 Personen - Mitglieder des Heimatvereins Meckenheim und Gäste - machten sich zur jährlichen Städtefahrt des Vereins auf den Weg. Bei der Ankunft in Gera, dem ersten Punkt im Programm, strahlte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und stärkte die Vorfreude. Nach einem typischen Thüringer Essen warteten zwei Stadtführer auf ihr Publikum und führten durch die Stadt Gera. Wer hier nur graue, sozialistische Hinterlassenschaft erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. 1237 erstmals erwähnt, hat sich die Stadt an der Weißen Elster über die Jahrhunderte zu einem Zentrum für Maschinenbau und Textilindustrie entwickelt. Zahlreiche, prächtige Häuser und Industriebauten zeugen von Reichtum und feinem Kunstsinn der Bürger. Nach überaus interessanten Stunden wurde die Reise Richtung Osten fortgesetzt. Das Hotel in Spremberg an der Spree erfüllte alle Wünsche, sogar der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen. Für den zweiten Tag der Reise standen die Städte Bautzen und Görlitz auf dem Programm. Der Name Bautzen ist ja leider etwas belastet und so mögen bei manchem der Reiseteilnehmer Vorurteile bestanden haben. Diese Sorgen waren umsonst: Die Stadt präsentierte sich sonnendurchflutet, mit einer Fülle von schönsten Barockhäusern, dass man nur noch staunen mochte. Bautzen ist ein Städtekleinod erster Güte und seine Geschichte so interessant und abwechslungsreich, dass man Tage in der Stadt verbringen und dabei immer Neues entdecken könnte. Der Mittagstisch war in einem sorbischen Restaurant gedeckt und das vorzügliche Essen wurde begleitet durch Berichte über die Geschichte der Sorben, die sicherlich manch eine Wissenslücke füllten. Der Nachmittag war für Görlitz vorgesehen. Die östlichste Stadt Deutschlands mit ihrer Grenze zu Polen gehört für viele zu den schönsten Städten der Bundesrepublik.
Die prächtigsten Renaissancehäuser sind hier versammelt, die Stadt gilt als eine der bedeutendsten Anlagen dieser Stilrichtung, aber man kann auch Deutschlands größtes Gründerzeitviertel bewundern. Die Vernachlässigung der heute denkmalgeschützten Gebäude aus sozialistischer Zeit ist fast vergessen. Hervorzuheben ist auch das Engagement der Bürger im kulturellen Austausch mit den polnischen Nachbarn. Der dritte Reisetag stand unter dem Motto: Spreewald. Zunächst wurde die sorbische Stadt Cottbus angefahren, die neben einigen schönen, historischen Bauwerken das Bild einer Stadt der ehemaligen DDR vermittelt, mit monumentalen Wandmalereien, großzügig angelegten Straßen und Plätzen und bedrückenden Plattenbauten. Obwohl nicht so schön und voller alter Gebäude wie ihre strahlenden Schwestern Görlitz und Bautzen, war die Stadt trotzdem ein interessanter Programmpunkt.
Die anschließende Fahrt in den Spreewald begeisterte alle. Bei schönstem Wetter starteten zwei der traditionellen Spreekähne in das Museumsdorf Lehde, wo die Gruppe sich über bürgerliches Leben im Spreewald informieren konnte. Durch die noch sehr schnell fließende Spree wurde die Kahnfahrzeit etwas abgekürzt und es blieb ausreichend Zeit für ein Abendbuffet mit „Spreewälder Spezialitäten“, verbal gewürzt und musikalisch untermalt durch zwei Spreewälderinnen - ein gelungener Ausklang eines schönen Tages. Die Heimreise führte über die alte Stadt Naumburg und hier natürlich in den Dom. Kundige Führerinnen berichteten über die Geschichte dieses jahrhundertealten Bauwerkes und die Teilnehmer erfuhren alles über die Bedeutung der Gesichtsausdrücke der Stifterfiguren und den Faltenwurf ihrer Gewänder. Ein schmackhaftes Essen in einer historischen Schmiede rundete den Besuch in Naumburg ab.
