Politik | 19.08.2014

Frauen Union Meckenheim wird 50 Jahre alt

Sit-in auf der Autobahn

Rückblick auf eine bewegte Geschichte - Feier zum Jubiläum am 22. August

Demo auf der Autobahn: Die CDU-Frauen setzten sich gemeinsam mit Eltern für weiterführende Schulen in Meckenheim ein. privat

Meckenheim. Am 24. Juli 1964 trafen sich 23 Frauen in der „Gaststätte Reichwein“ an der Meckenheimer Hauptstraße. Ihr Ziel: mitreden, mitgestalten in einer Zeit, in der politisch aktive Frauen noch Seltenheitswert hatten. Sie gründeten die „Frauenvereinigung der CDU Meckenheim“, Vorläuferin der heutigen Frauen Union (FU). Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die FU am 22. August ab 18 Uhr mit einem großen Fest im historischen Innenhof des Sängerhofs.

Die Gründerinnen und ihre Mitstreiterinnen engagierten sich von Anfang an für soziale Zwecke, ab 1967 griffen sie das Thema „Weiterführende Schule“ auf. Dazu brauchten sie einen langen Atem. Meckenheim wuchs in dieser Zeit enorm, hatte aber weder Gymnasium noch Realschule, die Schulen der Nachbargemeinden platzten aus allen Nähten. Für ihre Ziele setzten sich die Damen von der Frauenvereinigung nicht nur vehement ein, sie setzten sich 1975 auch auf die Autobahn: beim „Sit-in“ mit erbosten Eltern auf dem neu eröffneten Teilabschnitt Meckenheim Nord/Meckenheim Nord. Wie der heutige Schulcampus zeigt, mit Erfolg.

„In den vergangenen 50 Jahren hat sich viel verändert für uns Frauen“, sagt die heutige FU-Vorsitzende Sabrina Gutsche. „Aber vieles ist auch noch nicht erreicht, zum Beispiel klafft nach wie vor eine Lücke zwischen den Einkommen von Männern und Frauen.“ Für die Frauen Union sei es wichtig, alle Lebensmodelle von Frauen zu berücksichtigen. Berufstätigkeit für Mütter solle erleichtert werden, aber auch Frauen, die zu Hause bei den Kindern bleiben, verdienten Respekt und Anerkennung. Deshalb habe die FU Meckenheim auch Unterschriften für die „Mütterrente“ gesammelt.

Zur FU gehörten und gehören mehrere Arbeitskreise, darunter die Seniorenkreise in Merl und im Haus Baden in der Altstadt sowie ein AK für Aussiedlerinnen. Die beliebte Kleiderstube „Kaleidoskop“ ist ebenso eine Gründung der Frauen Union Meckenheim wie „Aktiv für Soziales“. Heute sind dies selbstständig arbeitende Vereine. 1992 wurde eine Tagesmutterbörse gegründet, die viele Jahre Müttern die Berufstätigkeit erleichterte (heute ist die Vermittlung eine Aufgabe des städtischen Jugendamts). Auch organisierten die FU-Frauen Ferienfreizeiten für Kinder.

Die Zeit der Abwahl von Bürgermeisterin Dr. Yvonne Kempen im Jahr 2007 war - wie für die CDU Meckenheim insgesamt - auch für die FU eine schwierige Zeit. Damals konnten nicht alle Mitglieder den Weg der CDU mitgehen. Ihre Leistung für die FU sei aber unbestritten und werde vom heutigen Vorstand aus Anlass des Jubiläums auch in der Festschrift gewürdigt.

Zum Vorstandsteam der FU Meckenheim gehören Anne Viehmann, Christiane Schmitz und Ariane Stech. Sie organisieren Vorträge, Lesungen und Exkursionen und greifen aktuelle Themen auf - als Nächstes steht die Situation der freien Hebammen an. Auch die Inklusion wird die Frauen beschäftigen. „Wir wollen informieren und zum Mitmachen bewegen“, so die Vorsitzende. Ein Geburtstagswunsch? „Wir haben einen treuen Mitgliederstamm, würden uns aber auch über jüngere Frauen in unseren Reihen sehr freuen. Heute sind Frauen sehr beschäftigt, mehr denn je. Aber politisches Engagement lohnt sich, und bei uns kann jede Frau selbst entscheiden, wieviel Zeit sie dafür aufbringen kann.“

Pressemitteilung der

Frauen Union Meckenheim

Das Vorstandsteam (v. l.): Sabrina Gutsche, Christiane Schmitz, Anne Viehmann und Ariane Stech.

Das Vorstandsteam (v. l.): Sabrina Gutsche, Christiane Schmitz, Anne Viehmann und Ariane Stech.

Demo auf der Autobahn: Die CDU-Frauen setzten sich gemeinsam mit Eltern für weiterführende Schulen in Meckenheim ein. Fotos: privat

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