Allgemeine Berichte | 22.03.2014

-Es ist normal, verschieden zu sein-

„Wir Meckenheimer können stolz auf Sie sein!“

Bundesverdienstmedaille für Ingrid König aus Meckenheim für das Engagement für Menschen mit Behinderung

Im Meckenheimer Rathaus erhält Ingrid König (Mitte) im Beisein von Freunden und Wegbegleitern die Bundesverdienstmedaille als Ausdruck des Dankes des Bundespräsidenten für ihr Engagement bei der Integration behinderter Menschen. Die hohe Auszeichnung überbrachte Vize-Landrat Rolf Bausch (li.). BM Bert Spilles (re.) gehörte zu den ersten Gratulanten.  STEIN

Meckenheim. „Willkommen zu diesem besonderen Anlass“, begrüßte Bürgermeister Bert Spilles Ingrid König und Familienangehörige, Gäste, Wegbegleiter und Freunde in seinem Büro im Rathaus. Er betonte, dass es nicht so oft vorkomme, dass im Bürgermeisterbüro eine Verleihung der Bundesverdienstmedaille erfolge. Eigentlich wird die Verleihung derartiger hoher Auszeichnungen im Landratsgebäude in Siegburg vorgenommen. Aber, auf besonderen Wunsch, kann dies auch im Bürgermeisterbüro erfolgen, erläuterte der stellvertretende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Rolf Bausch als Überbringer dieser besonderen Auszeichnung für Ingrid König. Der Bundespräsident hat Ingrid König für ihr hauptberufliches und ehrenamtliches Engagement für die Integration von Menschen mit Behinderung mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet. Vizelandrat Rolf Bausch richtete neben dem Wortlaut der offiziellen amtlichen Begründung für die hohe Auszeichnung auch sehr persönliche Worte der Anerkennung an Frau König. „Wir Meckenheimer können stolz auf Sie sein. Sie haben jahrelang in unermüdlicher Arbeit geholfen, dass Menschen ein Stück Heimat finden“, sagte Bausch. Er zitierte Konrad Adenauer: „Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren guten Tag hat“, und „heute ist ein solcher Tag“, so Bausch. Vor mehr als 30 Jahren übernahm Frau König die Leitung einer Mutter-Kind-Gruppe in der Evangelischen Kirchengemeinde. Im Laufe der Zeit kamen auch Eltern mit behinderten Kindern dazu. Für Frau König war es keine Frage, dass diese Kinder mit ihren speziellen Problemen und Bedürfnissen auf der einen Seite einer besonderen Förderung bedürfen und auf der anderen Seite in das „normale“ Leben einer Gruppe integriert werden müssen. Hier hat Frau König in besonderer Weise und mit unermüdlicher Entschlossenheit dazu beigetragen, Barrieren abzubauen. Rolf Bausch würdigte auch die Entscheidung Frau Königs, das sichere Beamtenverhältnis als Pädagogin zugunsten der Arbeit in der Gemeinde aufzugeben. „Diese Entscheidung betrachte ich mit großem Respekt“, sagte Bausch. Folgerichtig und konsequent setzte sich Frau König weiter intensiv für Menschen mit Behinderungen ein. „Was im Vorhinein nicht ausgegrenzt wird, muss hinterher auch nicht eingegliedert werden“, zitierte Rolf Bausch Richard von Weizsäcker und unterstrich damit die Bedeutung der frühzeitigen Integration behinderter Kinder in das gesellschaftliche Leben. 1993 wurde Frau König hauptamtliche „Pädagogisch-theologische Mitarbeiterin für die Arbeit mit Familien mit behinderten Kindern sowie mit jungen Familien“ und übernahm 1997 außerdem die Leitung des „Familienentlastungsdienstes zur Dienstleistung im Behindertenreferat des Diakonischen Werkes Bonn“. So hat Frau König mit ihrer beispielhaften Arbeit „bereits vor vielen Jahren das umgesetzt, was heute eine ganze Gesellschaft beschäftigt, die Inklusion“, sagte der Vizelandrat und weiter: „Sie haben deutlich gemacht, dass es normal ist, verschieden zu sein.“ Frau König lebte bereits Inklusion, bevor das Wort die heutige Bedeutung erlangte. Zu den ersten Gratulanten nach der Verleihung der Bundesverdienstmedaille gehörte natürlich der Bürgermeister. Für die Geehrte war es dann ein Herzensanliegen, sich für die große Wertschätzung zu bedanken. „Ich hätte nie damit gerechnet“, sagte Frau König. Mit ihren Dankesworten gab sie die ihr zuteilgewordene Ehre an all die lieben Menschen, die an der schweren Arbeit mitgewirkt haben, weiter. „Ohne Euch wäre unser Leben nicht so bunt“. Mit diesen Worten dankte sie Kathrin Wimmer und Thomas Schäfer, stellvertretend für die Menschen mit Behinderung. Sie erinnerte auch an die schwere, oft lebenslange Arbeit der Eltern mit ihren behinderten Kindern. Man wird auch weiterhin beim Thema Inklusion an Frau König nicht vorbeikommen, denn, dass sie sich weiterhin für Menschen mit Behinderung einsetzt, das ist wohl keine Frage.

Sehr persönliche Worte der Anerkennung fand der stellvertretende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Rolf Bausch, bei der Verleihung der Bundesverdienstmedaille an Frau Ingrid König.

Sehr persönliche Worte der Anerkennung fand der stellvertretende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Rolf Bausch, bei der Verleihung der Bundesverdienstmedaille an Frau Ingrid König.

Im Meckenheimer Rathaus erhält Ingrid König (Mitte) im Beisein von Freunden und Wegbegleitern die Bundesverdienstmedaille als Ausdruck des Dankes des Bundespräsidenten für ihr Engagement bei der Integration behinderter Menschen. Die hohe Auszeichnung überbrachte Vize-Landrat Rolf Bausch (li.). BM Bert Spilles (re.) gehörte zu den ersten Gratulanten. Fotos: STEIN

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