Musikalische Entdeckungsreise Meckenheim
Zauberkasten Klavier: Schulkinder der KGS Meckenheim entdeckten mit Markus Kreul die Welt der Musik
aus Meckenheim
Meckenheim. Für einen Vormittag wurde die Aula der Katholischen Grundschule Meckenheim zum Konzertsaal. Am 7. Oktober machte dort die Klassik-Bühne Rhein-Sieg Station und brachte mit „Zauberkasten Klavier“ klassische Musik ganz nah an die Kinder. Gleich drei Mal führte Pianist Markus Kreul durch das jeweils 45-minütige Programm mit Musik, Geschichten, Fragen und viel Gelegenheit zum Mitmachen.
Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen. Wer das Konzert besuchen wollte, konnte sich im Vorfeld selbst dafür entscheiden. Das Angebot ist Teil der Klassik-Bühne Rhein-Sieg, die mit Unterstützung der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis Musik direkt in die Schulen bringt.
Schnell war zu spüren, dass die Kinder wirklich neugierig auf das Konzert waren. Sie hörten aufmerksam zu, meldeten sich zu Wort, stellten Fragen und machten mit. Denn bei „Zauberkasten Klavier“ ging es nicht nur ums Zuhören. Die Kinder wurden selbst zu Entdeckern: Wie entsteht eigentlich ein Ton? Woher kommt eine musikalische Idee? Und was passiert, wenn aus einzelnen Tönen schließlich ein ganzes Musikstück wird?
Im Mittelpunkt des Vormittags stand das Klavier und die Frage, welche Geschichten, Klänge und Geheimnisse in ihm stecken. Gemeinsam mit den Kindern ging Pianist Markus Kreul diesen Fragen auf den Grund. Der einstige Buschhovener lebt heute in der Nähe von München und ist zugleich Künstlerischer Leiter der Klassik-Bühne Rhein-Sieg 2026. An diesem Vormittag war er nicht nur Pianist, sondern auch Moderator des gesamten Programms. Kreul erzählte, erklärte, stellte Fragen und griff die Gedanken der Kinder auf. Dazwischen setzte er sich immer wieder an den Flügel und spielte fulminant. So wechselten sich Musik, Gespräch und gemeinsames Entdecken ab.
Den Einstieg bildete eine Geschichte aus dem Leben von Wolfgang Amadeus Mozart. Schon als Kind beschäftigte er sich intensiv mit Musik und komponierte mit acht Jahren eigene Stücke. Seine musikalischen Ideen hielt er in einem kleinen Notizbuch fest. Gedanken und Melodien, die zunächst nur ihm gehörten. Für die Schülerinnen und Schüler wurde so greifbar, dass auch große Musik einmal ganz klein anfangen kann: mit einer Idee, ein paar Noten und einem Kind, das sie festhält.
Dann wollte Kreul mit den Kindern eine grundlegende Frage klären: Wie entsteht überhaupt ein Ton? Dafür wurde der Flügel zum Forschungsobjekt. Eine Taste wurde gedrückt und gehalten. Die Kinder schauten genau hin. Was bewegt sich da eigentlich im Inneren des Instruments? Hammer, Saite und Dämpfer arbeiten zusammen. Der Hammer trifft die Saite, die Saite beginnt zu schwingen und ein Ton entsteht. Denn einen Ton kann man hören, aber nicht sehen. Auch die Frage nach der Schallwelle beschäftigte die Kinder. Sie gingen der Frage nach, wie sich die Schwingung ausbreitet und schließlich unser Ohr erreicht. Dann kam die nächste Frage: Warum ist ein Klavier eigentlich so groß? Ein Kind hatte darauf eine ganz eigene Erklärung: „Das Klavier muss so groß sein, damit alle Zuhörer es hören können.“ Solche Antworten gehörten an diesem Vormittag dazu. Kreul setzte auf das Mitdenken der Kinder. Er hörte sich ihre Ideen an, hakte nach und entwickelte daraus den nächsten Schritt. Statt fertige Antworten vorzugeben, ließ er die Schülerinnen und Schüler selbst beobachten und überlegen.
Die Kinder ließen sich darauf ein. Die Konzentration blieb hoch, die Hände gingen immer wieder nach oben, neue Fragen ließen nicht lange auf sich warten.
Neben Experimenten und Erklärungen blieb viel Raum für die Musik. Wenn Kreul am Flügel spielte, veränderte sich die Atmosphäre. Eben noch wurde geredet und gemeinsam ausprobiert, dann wurde es still. Für Leo wurde daraus ein ganz persönliches Erlebnis. „Die Musik war voll schön. Ich habe ganz vergessen, wo ich bin. Ich war wie in einem Traum. Ich habe ganz viele helle Farben gesehen.“
Für Kreul gehört genau diese unmittelbare Erfahrung zur Musik. Eine strikte Grenze zwischen klassischer Musik und anderen Stilrichtungen möchte er den Kindern dabei gerade nicht vermitteln. „Also erst einmal möchte ich den Kindern zeigen, dass es gar keine Unterteilung zwischen klassischer Musik und unterhaltender Musik gibt, zwischen Popmusik, Rockmusik, Jazz und so weiter“, sagte Kreul. „Musik gehört einfach mitten in unser Leben und macht Freude.“
Ermöglicht wurde das Konzert von der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis. Kirsten Felgner von der Stiftung war ebenfalls vor Ort und erlebte mit, wie aufmerksam die Schülerinnen und Schüler das Programm verfolgten. „Uns ist wichtig, den Kindern schon früh zu zeigen, wie toll Musik ist“, berichtete Kirsten Felgner. „Es soll überhaupt keine Hürde geben, sich auch einmal mit klassischer Musik auseinanderzusetzen.“
Dass die Beschäftigung mit dem Klavier nach den 45 Minuten noch nicht beendet war, zeigte sich bei Abu. Ihn beschäftigte eine weitere Frage: Wie alt ist dieser Flügel eigentlich? Kreul erklärte ihm, dass sich das über eine Nummer am Instrument herausfinden lässt. Zurück im Klassenzimmer recherchierten die Kinder weiter und fanden schließlich die Antwort: Der Flügel wurde 1993 gebaut.
So wirkte „Zauberkasten Klavier“ über das Konzert hinaus. Die Kinder nahmen ihre Neugier mit zurück ins Klassenzimmer und bei dem einen oder anderen bleibt sicher die Erkenntnis hängen: Ein Klavier ist nicht einfach ein großes Instrument mit schwarzen und weißen Tasten. Es steckt voller Bewegung, Geschichten und Klänge. Und vieles deutete darauf hin, dass diese besondere musikalische Entdeckungsreise den Kindern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ganz nah dran: Schülerinnen und Schüler schauten gemeinsam mit Markus Kreul ins Innere des Flügels und beobachteten, was passiert, wenn eine Taste gedrückt wird. Foto: KGS Meckenheim
Pianist Markus Kreul am Flügel beim musikalischen Erlebnis „Zauberkasten Klavier“ in der Katholischen Grundschule Meckenheim. Als Musiker und Moderator führte er durch das 45-minütige Programm. Foto: KGS Meckenheim
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Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a, 3b und 3c der KGS Meckenheim mit Pianist Markus Kreul und Kirsten Felgner von der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis nach dem musikalischen Erlebnis „Zauberkasten Klavier“ Foto: KGS Meckenheim