Mendiger Künstler verzauberten zahlreiche Besucher mit einem hinreißenden Serenadenkonzert im Florinshof
„Abend wird es wieder ...“
Mendig. „Es ist mir eine große Freude und Ehre zugleich, Sie diskret und hoffentlich unaufdringlich nicht nur herzlich zu begrüßen, sondern auch durch diesen Abend zu begleiten. Als Moderator werde ich Ihnen, da es ja schon Abend geworden ist, natürlich nicht jede Sängerin, jeden Sänger, den Virtuosen und die Komponisten samt Liedtext und dessen Entstehungsgeschichte ankündigen – so bewegend das auch sein könnte, aber all das ’entfleucht‘ hinter dem, was wir an diesem Abend einfach nur genießen, erleben, vor allem hören, sehen und auch spüren werden: Wenn es Abend wird, dann hat schon ein neuer Morgen angefangen, wenn auch nur zaghaft, aber er hat.“
Mit diesen Worten hieß Pastor Ralf Birkenheier am Freitag zahlreiche Besucher im historischen Florinshof der Familie Schlags in Obermendig zum Eröffnungskonzert der Ars Vulcanica willkommen.
Unvergessliches Serenadenkonzert
Unter der musikalischen Leitung von Tomas Mombaur, der sie - mit Unterstützung seines Sohnes Leander - auch am Klavier begleitete, präsentierten die vier ebenso beliebten wie talentierten Mendiger Sängerinnen und Sänger Friederike Assion-Bolwin (Sopran), Anita Reuter (Mezzosopran), Johannes Ellerich (Tenor) und Christoph Kranz (Bariton) ein unvergessliches Serenadenkonzert mit Liedern klassischer und zeitgenössischer Komponisten, die Volkslieder waren oder zu Volksliedern wurden. Vor der Begrüßung durch Pastor Ralf Birkenheier hießen die Sangeskünstler/Innen das von Beginn an restlos faszinierte Publikum mit Liedern vom Wandern und von der Natur willkommen, welche aus der Feder von Rudolf Desch (u.a. „Im Frühtau zu Berge“, „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ und „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“), Carl Friedrich Zöllner („Das Wandern ist des Müllers Lust“) und Franz Schubert („Der Wanderer“) stammten.
Moderator mit lyrischen Ambitionen
Dass Pastor Ralf Birkenheier sich nicht in seichten Formulierungen verliert, sondern gerne ein klares Wort zur richtigen Zeit spricht, wissen die Menschen sehr zu schätzen. Am Freitagabend erlebte man ihn als einen Moderator mit romantisch anmutenden lyrischen Ambitionen, der es hervorragend verstand, das einzigartige Ambiente des altehrwürdigen Florinshofes mit dem hinreißend dargebotenen Liedgut besonders einfühlsam in Einklang zu bringen - was ihn jedoch nicht daran hinderte, seine Ausführungen im Verlauf des Abends mit einigen ebenso nachdenklich wie heiter stimmenden Bemerkungen zu würzen.
„Wanderlieder“ und anderes
Im Verlauf des in vier Themen unterteilten Konzerts („Wanderlieder“, „Lieder zur guten Nacht“, „Herzeleid“ und „Liebesfreud“), in denen sich Kompositionen von Franz Schubert, wie „Der Lindenbaum“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“ aus seinen berühmten Liederzyklen und die „Veredelungen“ von Volksliedern bekannter Komponisten wie Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger gegenüberstanden, wurde es zwar empfindlich kühl, dennoch brauchten die Gäste nicht zu frieren, da das Organisationsteam (Abteilung Tourismus der VG und Städt. Bauhof) nicht nur eine bis ins kleinste Detail durchdachte Veranstaltung organisiert hatte, sondern jeden einzelnen Gast mit einer warmen Decke versorgte, die in wahrer Voraussicht noch kurzfristig besorgt worden waren. Für den guten Ton und die Lichttechnik zeichnete Werner Müller (Firma MBM) verantwortlich, der bereits zahlreiche Veranstaltungen in der VG Mendig erfolgreich betreut hat.
Nachdem die wunderbaren Sängerinnen und Sänger sich mit der „Vogelhochzeit“ und einer Zugabe verabschiedet hatten, ließen VG-Bürgermeister Jörg Lempertz und der Erste Beigeordnete der Stadt Mendig, Thomas Schneider, es sich nicht nehmen, sich bei jedem einzelnen Sangeskünstler für den traumhaft schönen Abend mit Blumen und „geistigen“ Getränken zu bedanken.
(v.l.) Johannes Ellerich, Friederike Assion-Bolwin, Anita Reuter und Christoph Kranz verliehen dem wunderbaren Ambiente des Florinshofes mit ihrem hinreißend dargebotenen Liedgut unter der Leitung von Thomas Mombaur (r. am Klavier) eine ganz besondere Note.
Charmant und von lyrischen Gedanken beflügelt, führte Pastor Ralf Birkenheier durch das Programm.
