KG Blaue Funken Bell und MG Beller Jäße präsentierten eine närrische Sitzung der Extraklasse
Bell wie es singt und lacht!
Bell. Etwa fünf Stunden lang hielten die KG Blaue Funken Bell und die Möhnen-Gesellschaft Beller Jäße am vergangenen Samstagabend wieder einmal eine restlos begeisterte Narrenschar mit einem Programm in Atem, dass sich sehen lassen konnte! Umso weniger ist zu verstehen, dass der Kartenvorverkauf für die geplante 1. Sitzung so schleppend war, dass diese abgesagt werden musste.
Durch den kurzweiligen Abend führten Annika Endres (Obermöhn der Beller Jäße), die ihre anfängliche Nervosität durch ihren Charme schnell vergessen ließ, und Bernhard Wölwer (Sitzungspräsident der KG Blaue Funken), dem in Sachen Moderation und Karneval so schnell keiner etwas vormachen kann!
Nachdem alle Beller Korporationen sich auf der Bühne vor dem herrlichen Bühnenbild eingefunden hatten, das bereits im vergangenen Jahr in einer Gemeinschaftsarbeit von KG und MG geschaffen worden war, wurden die im Beller Karneval nicht wegzudenkenden „DJ´s“ Carsten Liersch und Claus Heuft mit großem Applaus willkommen geheißen. Sodann hieß es „Bühne frei!“ für die als Papageien auftretenden Stoppelhopser, die unter der fachkundigen Leitung von Eva Gyrowath und Melanie Genn einen zauberhaften Tanz darboten.
So dann verwandelten die „Föttchesföhler“ unter der Leitung von Manfred Meid die Beller Narhalla in Nullkommanix mit heißen Rhythmen in einem wahren Hexenkessel. Das engagierte Ensemble wurde vor über zehn Jahren von Martin Röser gegründet und hat sich seitdem einen hervorragenden Ruf, weit über Bell hinaus, erarbeitet.
Das ebenso wie die Stoppelhopser und die Möhnengarde zu den Tanzgruppen der Beller Jäße zählende „Junge Gemüse“ brillierte mit einer Cheerleader-Choreographie, die sie gemeinsam mit ihren Trainerinnen Katharina Schwab und Julia Klein einstudiert hatten.
Nach einem herzerfrischenden Schlagabtausch zwischen Katja und Karsten Daub, die ihr Debüt in der Bütt als altes Ehepaar Kai-Uwe und Wilma gaben, die an der Beller Haltestelle auf den Bus nach Mayen warteten, wo sie mitunter recht abenteuerliche Erledigungen planten, bewies Solomariechen Jasmin Daub mit seinem temperamentvollen Auftritt, dass es seit der vergangenen Session unter der Anleitung ihrer Trainerinnen Maike Daub und Anna Wölwer hart trainiert hatte. Mit einer feucht-fröhlichen Bühnenschau präsentierten die zur Höchstform aufgelaufenen Stadtsoldaten sich zwar offiziell als Wasserballett, welches jedoch zu einer herrlichen Wasserschlacht mit einem vermeintlichen Haifisch ausartete. Seit dem Beginn der neuen Session im November vergangenen Jahres stehen die Beller Stadtsoldaten unter der Leitung von Kommandant Dustin Diensberg und dem Adjutanten Sebastian Luxem. Zum Abschluss waltete Kadettenzugführer Sven Schulze seines Amtes und beförderte Christian Börder, Eric Meurer sowie Michael Schneider, der an diesem Tag seinen 18. Geburtstag feierte, zu Stadtsoldaten.
Mit dem Bütten-As Werner Blasweiler startete die 2. Hälfte
Nach der Pause gab es dann die erste und absolut verdiente Rakete für das karnevalistische Urgestein und Bütten-As Werner Blasweiler, der als Garant für eine Bombenstimmung gilt. Mit zwerchfellerschütternden Geschichten animierte er auch das Beller Narrenvolk bereits nach wenigen Minuten zu lautstarken Beifallkundgebungen, die sich mit nicht enden wollenden Lachsalven abwechselten. Der ebenso bekannte wie beliebte Karnevalist erntete jedoch nicht nur für seine Pointen, sondern auch für sein soziales Engagement frenetischen Beifall. So spendet er in dieser Session die Gagen für alle seine Auftritte dem dreijährigen Joshua aus Nickenich, um dem Kind eine Delphintherapie zu ermöglichen.
Nach einem feschen Gardetanz (Trainerinnen: Sophie Klein und Daniela Schneider) gab sich das Bütten-Duo Tina und Anni ( Martina Endres und Tochter Annika) die Ehre. Auch sie überzeugten mit einem bemerkenswerten Debüt, in dem sie in die Rollen zweier Putzfrauen geschlüpft waren, die sich nach erfolgloser Suche eines Ehemannes für Tochter Anni mit wenigen Handgriffen in heiße Showgirls verwandelten und mit der Unterstützung einiger feschen Möhnen u.a. den bekannten Hit der Gruppe „Brings“: „Ich bin nur ´ne kölsche Jung“ kurzerhand in „Ich bin nur en Beller Jäß“ verwandelten und gemeinsam mit der begeisterten Narrenschar im Saal lautstark intonierten. Sodann bewies der Beller „Dorfsherriff“ Tim Mintgen nicht nur, dass er über das Geschehen in dem Backofenbauerdorf bestens informiert war , sondern auch mit einer atemberaubenden Scharfzüngigkeit hart aber herzlich in alle Richtungen austeilen konnte. Ob es sich dabei um eine in Bell wohnende Familie handelte, die ihr Fernglas offensichtlich dem Fernseh-Programm vorzieht oder, um die Obermöhn, die sich in ihrer Eigenschaft als Eventmanagerin beim Kartenverkauf für die erste Sitzung eher nicht bewährte - unterstützt von den beiden Feuerwehrkameraden Sebastian Luxem und Lars Perzewski verteilte Tim Mintgen seine Seitenhiebe jedoch so sympathisch, dass ihm einfach niemand böse sein konnte.
Das Hasebuur-Quintett verstand es wieder einmal hervorragend, die Stimmung im Saal auch zur späten Stunde mit karnevalistischen Ohrwürmern und eigenen Texten zum Explodieren zu bringen. Was den Mendigern ihr Kellbach-Trio ist, ist halt für die Beller das Hasebuur-Quintett! Trotz der ausgelassenen Stimmung im Saal gelang es dem „Kölner Landmetzger“ alias Mac Kalenberg (manchen noch als Bassist der Band „De Räuber“ bekannt), sich mit einem von pfiffigen Pointen gewürzten Vortrag Gehör zu verschaffen.
Hervorragende Leistung der Showtanzgruppe
Mit einem absoluten Highlight begeisterte die Showtanzgruppe TG KG Beller Jäße, die unter dem Motto: Theater und die wunderbare Welt des Theaters und der Burlesque“ mit einer anspruchsvollen Darbietung glänzte. Für die schillernde Choreographie, die von den professionell anmutenden zwölf Tänzerinnen und zwei Tänzern (Till Daub und Christian Börder) gekonnt dargeboten wurde, zeichnete Martina Endres verantwortlich.
Der sowohl für das närrische Publikum als auch für die fantastischen Akteure unvergessliche Abend endete mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil die Stimmung einfach grandios war und weinend, weil Claus Heuft und Carsten Liersch, die seit Jahrzehnten die Beller Sitzungen mit toller Musik bereicherten, sich vom Beller Sitzungskarneval verabschiedeten. Schade eigentlich!
Kadettenzugführer Sven Schulze (v.li.) beförderte Christian Börder, Michael Schneider und Eric Meurer zu Stadtsoldaten.
Mit ihrem beeindruckenden Bütten-Debüt überzeugten die Geschwister Katja und Karsten Daub als altes Ehepaar „Kai-Uwe und Wilma“.
In ihren zauberhaften Papageienkostümen eroberten die Stoppelhopser die Herzen der Jecken im Sturm
