Abschlussübung und Jahreshauptversammlung bei der Freiwilligen Feuerwehr Thür
Bernd Dreiser bleibt Wehrführer, Tim Skubch ist sein neuer Stellvertreter
Thür. Joachim Plitzko, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Mendig, hat den amtierenden Wehrführer Bernd Dreiser erneut zum Chef der Freiwilligen Feuerwehr Thür ernannt. Dreiser, der einzige Kandidat, erhielt 16 Ja-Stimmen und eine Nein-Stimme. Die Amtszeit wäre am 31. Dezember 2014 ausgelaufen, Dreiser bleibt nun bis zum 28. November 2024 im Amt. Zum neuen stellvertretenden Wehrführer bestimmte die Versammlung bei 15 Ja- und zwei Nein-Stimmen Tim Skubch. Er wurde von Plitzko vorerst bis zum 28. November 2016 als Wehrführer beauftragt, da er zuvor noch einen zweiwöchigen Lehrgang absolvieren muss. Der bisherige Stellvertreter Karl-Heinz Pauken stand nicht mehr zur Verfügung.
Pauken, über 20 Jahre im Amt, machte einem jüngeren Nachfolger Platz. „Wir wollten ein Zeichen für die Zukunft setzen“, erläuterte Dreiser. „Diese Chance mussten wir beim Schopf packen.“ Ortsbürgermeister Rainer Hilger schloss sich diesem Urteil an: „Es ist immer schwierig, einen solchen Schritt zu machen, aber er ist richtig. Tim ist ein leidenschaftlicher Feuerwehrmann, und Karl-Heinz wird ein leidenschaftlicher Feuerwehrmann bleiben.“
Plitzko, der ein „ereignisreiches Jahr 2014“ Revue passieren ließ, hatte zuvor in seiner Ansprache darauf hingewiesen, dass es ihm und dem verhinderten Verbandsbürgermeister Jörg Lempertz wichtig sei, dass die Feuerwehr schlagkräftig bleibe. „Wir werden alles dafür tun“, verdeutlichte Plitzko, „meine Haare werden weniger, da ist es an der Zeit, dass zumindest neue Autos kommen. Und der Zusammenhalt in der Thürer Wehr ist beispielhaft.“ Etwas kritischere Worte fand allerdings Verbandsgemeinde-Wehrleiter Stefan Schüller aus Volkesfeld: „Beim 90-jährigen Jubiläum vor wenigen Wochen ist es sicherlich nicht rund gelaufen, aber das können wir jetzt nicht mehr ändern. Bei der Kreisausbildung lässt die Resonanz zu wünschen übrig.“ Es sei ärgerlich, wenn bei zwei angemeldeten Teilnehmern nur einer anwesend sei, „denn die Ausbildung kostet nun mal Geld.“
Mit der Abschlussübung eine Stunde zuvor am Pfarrhaus zeigte sich Schüller hingegen sehr zufrieden: „Das war sicherlich eine runde Sache.“ Im Pfarrhaus war bei einer Weihnachtsfeier, an der Eltern mit ihren Kindern teilnahmen, durch ein Adventsgesteck ein Feuer entstanden, das zu spät bemerkt wurde, 17 der 20 Menschen konnten durch das Treppenhaus ins Freie gelangen. Drei Kinder fanden den Weg durch das stark verqualmte Treppenhaus nicht mehr und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Die Thürer Wehr setzte ein TSF-W, ein MTW-L, eine Anhängerleiter und vier Atemschutzträger ein. Das TSF-W, das zuerst eintraf, machte den ersten Angriff. Der MTW-L stellte anschließend die Wasserversorgung zum TSF-W her, baute den zweiten und dritten Angriff auf, übernahm die Verletzten und beleuchtete die Einsatzstelle. „Die Batterie des Stromerzeugers muss zwar erneuert werden“, fand Schüller ein Haar in der Suppe, „aber ansonsten gab es nicht viel auszusetzen.“
Ortsbürgermeister Hilger sah das ähnlich: „Für die Bedenken, die wir hatten, ist es hervorragend gelaufen.“ Praktisch nebenan hatte der Kultur- und Verschönerungsverein nach seiner Wanderung und dem Aufstellen des Weihnachtsbaums für Grillgut und Glühwein gesorgt, die Kombination mit der Nachtübung fand große Resonanz bei der Bevölkerung - und verdeutlichte auch den hohen Stellenwert, den die Feuerwehr genießt. Und den kann sie im nächsten Jahr auch bei der Großveranstaltung „Rock am Ring“ in Mendig wieder unterstreichen. „Es ist die große Chance für unsere Feuerwehren, die Region zu präsentieren und ein sauberes Bild abzugeben.“ Tim Skubch, der neue stellvertretende Wehrführer, blickte schon voraus: „Ich hätte gern Dienst, wenn die Toten Hosen spielen.“ Vielleicht kann ihm Wehrführer Bernd Dreiser diesen Wunsch ja quasi als Antrittsgeschenk erfüllen.
Das Wohl der Feuerwehr im Sinn haben (von links) Joachim Plitzko, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Mendig, der Thürer Wehrführer Bernd Dreiser, der neue Stellvertreter Tim Skubch, Verbandsgemeinde-Wehrleiter Stefan Schüller aus Volkesfeld und der Thürer Ortsbürgermeister Rainer Hilger. Fotos: SK
Die Ernennungsurkunde an Wehrführer Bernd Dreiser (links) überreichte Joachim Plitzko, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Mendig. Dreisers Amtszeit läuft bis zum 28. November 2024.
Tim Skubch (links) wurde vom Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Mendig, Joachim Plitzko, vorerst zum stellvertretenden Wehrführer beauftragt. Skubch muss noch einen zweiwöchigen Lehrgang absolvieren.
