Mayener St.-Matthias-Bruderschaft
Besuch der „schönsten Wasserleitung der Welt“
Jährliche „Kultur- und Pilgerreise“ führte nach Frankreich in die Provence
Mayen/Region. Zwischenzeitlich haben auch die jährlichen „Kultur- und Pilgerreisen“ der Mayener St.-Matthias-Bruderschaft (SMB) Tradition. Geschichte und Kultur standen auch diesmal wieder im Blickfeld der Pilger auf ihrer Tour in die Provence im Südosten Frankreichs, eine der ältesten Kultur-Landschaften Europas. Aber auch beeindruckende Felslandschaften, blaues Meer, rosafarbene Flamingos, schwarze Stiere, grüne Kiefern und violetter Lavendel betörten hier das Auge und die Sinne.
Zur Einstimmung informierte SMB-Ehrenmitglied Pfarrer Ludwig Müller über das besondere Verhältnis von Kirche und Staat in Frankreich: „Das ist anders als in Deutschland. Geprägt durch die Französische Revolution, versteht sich der Staat als ’Laizistischer Staat‘, die Religion hat keine öffentliche Funktion, sie ist reine Privatsache“.
Dem heiligen Pfarrer von Ars Jean Marie Vianney, dessen konservierter Leichnam in der dortigen Pfarrkirche in einem Glasschrein aufbewahrt ist, „begegneten“ die Matthiasfreunde bereits auf der Hinreise mit Gebet und Gesang. Einfache Lebens- und Wohnverhältnisse im 19. Jahrhundert wurden beim Besuch des dortigen Pfarrhauses deutlich.
Im Unterkunft-Ort Arles hatte die Pilgergruppe aus der Eifel berühmte „Vorgänger“: Konstantin der Große hatte hier im 4. Jahrhundert seinen Regierungssitz, Friedrich Barbarossa besuchte im 12. Jahrhundert die damalige Hauptstadt des Königsreiches Burgund und der Maler Vincent van Gogh suchte sich Arles als Motiv für seine Malerei aus, wie im heutigen „Cafe van Gogh“ zu erfahren war.
Als „schönste Wasserleitung der Welt“ präsentierte sich „Pont du Gard“, eine von den Römer im 1. Jahrhundert erbaute doppelstöckige Brücke, die dem Besucher als Abbild auf dem 5-Euro-Schein bekannt vorkommt. Der relativ kurze Zeitabschnitt, in dem die Päpste in Avignon regierten, war zum Teil von geschichtlichen Turbulenzen geprägt, erfuhren die Mayener Kulturreisenden vor Ort beim Besuch des eindrucksvollen Palais der Päpste. Auch die Stadt Nimes präsentierte sich mit hervorragenden römischen Denkmälern, wie dem Amphitheater und einem Tempel aus der Zeit Augustus des Großen.
Mit Gesang und Gebet bedachten die Pilgerreisenden sowohl den Besuch von mehreren Kathedralen als auch des Zisterzienser-Klosters Sénangue im Tal des Sénancole. Die Camargue mit Feuchtwiesen, Sümpfen, Reisfeldern, Weiden und Dünen beeindruckte durch Begegnungen mit Camargue-Pferden, Kampfstieren und Flamingos. Mit einer Vielzahl von Barock-Palais, Brunnen und malerischen Gässchen und lebhaftem Marktgeschehen wusste Aix-en-Provence zu faszinieren, was auch für den „brennenden Dornbusch“ in der dortigen Kathedrale galt. Cluny mit der dortigen Benediktiner-Abtei und vor allem die Klosteranlage von Taizé mit ihrer 1949 von Roger Schutz gegründeten Mönchs-Gemeinschaft und der Versöhnungskirche luden ebenfalls zu Gebet und Gesang ein.
Nach 2870 Kilometern erreichten die Kulturreisenden wieder ihre Heimat mit vielfältigen Eindrücken und auch eindrucksvoll erlebter Gemeinschaft, die auf „Wiederholungstäterschaft“ bei der Matthias-Bruderschaft hoffen lässt.
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