Allgemeine Berichte | 11.01.2016

Ungarische Kammerphilharmonie, Sopranistin Katerina Beranova und der Tenor Claus Durstewitz in der Laacher See-Halle

Brillantes Neujahrskonzert verzauberte

Die ungarische Kammerphilharmonie sorgte unter der Leitung von Antal Barnas in Mendig wieder einmal für bleibende Eindrücke. FRE

Mendig. Was wäre ein Neujahrskonzert ohne die beschwingten Melodien von Johann Strauß (Sohn und Vater)? In der Mendiger Laacher See-Halle wurden den zahlreichen Besuchern des diesjährigen Neujahrskonzertes jedoch nicht nur stimmungsvolle Wiener Walzerklänge der beiden weltberühmten Komponisten geboten, sondern auch bekannte „Ohrwürmer“. So zum Beispiel Emmerich Kálmáns „Komm Zigány“ aus „Gräfin Mariza“, „Niemand liebt Dich so wie ich“ (Paganini), „Lippen schweigen...“ (Die lustige Witwe), beziehungsweise der bekannte Gold- und Silber-Walzer - jeweils von Franz Lehár, Antonin Dvoraks „Slawischer Tanz Nr. 2“ oder das berühmte Lied von Joseph Schmidt: „Ein Lied geht um die Welt“. Bei den Interpreten handelte sich um keine Geringeren als die Ungarische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Antal Barnas, die in Tschechien geborene Koloratur-Sopranistin Katerina Beranova und ihren Ehemann, den aus dem nordhessischen Fritzlar stammenden lyrischen Tenor Claus Durstewitz.

Antal Barnas fungierte als Moderator und Dirigent

Antal Barnas, der sich nicht nur als herausragender Dirigent erwies, sondern auch als fachkundiger Moderator, der mit seinem charmanten ungarischen Akzent durch das Programm führte, studierte am berühmten Wiener Konservatorium und am Brucknerkonservatorium in Linz. Als Gastdirigent trat er bereits mit philharmonischen und symphonischen Orchestern in Bratislava, Sarajevo, Budapest, etc. sowie mit Künstlern der Wiener Staatsoper auf. 1999 gründete er das aus 24 hochkarätigen Musikern bestehende ungarische Kammerphilharmonie Orchester, welches inzwischen zum festen Bestandteil der europäischen Kulturszene zählt. Im Rahmen seiner jährlich initiierten Neujahrskonzerttournee machte das Ensemble zum dritten Mal Station in Mendig, wo es von einem musikverständigen Publikum begrüßt wurde. Ausdrucksstark in Mimik und Gestik, geriet das Schwingen des Taktstockes für den hervorragenden Dirigenten geradezu zum „Ganzkörpereinsatz“. Dieser Mann lebt die Musik und entlockt seinen Musikern mit leidenschaftlicher Hingabe geradezu brillante Höchstleistungen. Auch die begnadete Koloratur-Sopranistin Katerina Beranova, die das Mendiger Neujahrskonzert mit hinreißenden Darbietungen bereicherte, kann auf eine ansehnliche Karriere zurückschauen.

Ob Engagements bei den Bayreuther Festspielen, wo sie zusammen mit Placido Domingo auf der Bühne stand oder bei Tourneen in die USA, Holland, Frankreich, Deutschland und Spanien: Katharina Beranova ist ein stets beliebter und bejubelter Gast bei allen Konzerten. Ihr männlicher Gegenpart in Mendig war der Tenor Claus Durstewitz, der bereits im Alter von sieben Jahren bei Konzerten im Bereich Barockmusik (Buxtehude, G. F. Händel und J. S. Bach Kantaten) im Chor und solistisch große Erfolge verzeichnen konnte.

Nach seinem Stimmbruch studierte er Klarinette und spielte 20 Jahre in einem Bläserorchester in Fritzlar. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte Claus Durstewitz Gesang und nahm später an vielen Meisterkursen teil, unter anderem bei den „Austrian Master Classes“. Heute zählt er zu den besten lyrischen Konzerttenören im Bereich Klassik und Moderne und ist nicht nur in Deutschland sehr gefragt und beliebt.

Begeistertes Publikum

Das Mendiger Publikum wusste die herausragende Leistung der Künstler sehr zu schätzen und bedankte sich mit begeisterten Bravo-Rufen und stehendem, nicht enden wollendem Applaus.

Nach dem bei einem Neujahrskonzert nicht mehr weg zu denkenden schmissigen „Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater) wurde der Konzertabend mit einem minutenlangen Solo von László Nyári (Violine) gekrönt. Für den brausenden Applaus bedankten Katherina Beranova und Claus Durstewitz sich mit einer atemberaubenden, mehrsprachigen Interpretation des bekannten Songs „Time to say goodbye“. Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel, der sich bei den Künstlern mit je einem Präsent bedankte, brachte die Veranstaltung mit den Worten auf den Punkt: „Ich bin absolut begeistert von dieser grandiosen, elektrisierenden Darbietung und dankbar dafür, dass man uns hier in Mendig einen solchen Musikgenuss geboten hat!“

Die berühmte Koloratur-Sopranistin Katerina Beranova kann auf eine ansehnliche Karriere zurückschauen.

Die berühmte Koloratur-Sopranistin Katerina Beranova kann auf eine ansehnliche Karriere zurückschauen.

Ebenso wie seine Ehefrau Katerina Beranova eroberte der Star-Tenor Claus Durstewitz die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Ebenso wie seine Ehefrau Katerina Beranova eroberte der Star-Tenor Claus Durstewitz die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Die ungarische Kammerphilharmonie sorgte unter der Leitung von Antal Barnas in Mendig wieder einmal für bleibende Eindrücke. Fotos: FRE

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