Lokalsport | 28.04.2014

Laufgemeinschaft Laacher See

Die höchsten Steilklippen Europas

Ultramarathonläufer Christoph Mintgen beim Madeira Island Ultra Trail mit 85 Km und 8240 Höhenmeter

Christoph Mintgen aus Nickenich finishte beim Madeira-Island-Ultra-Trail MIUT Finish. privat

Maria Laach. Die Madeira Inseln gehören, wie die Kanaren, Kapverden und den Azoren, zur Gruppe der makaronesischen („glückseligen“) Inseln. In der Mitte der Insel ragt einer der höchsten Gipfel Portugals empor.

Der höchste Berg ist Pico Ruivo mit 1862 m. Dieser bildet zusammen mit drei weiteren Bergen das Hochgebirge der Insel. Der Großteil der Küsten Madeiras sind Steilklippen. Im Süden Madeira liegt die höchste Klippe, Kap der Umkehr und wird mit einer Höhe von 560 bis 589 m angegeben, damit ist es eine der höchsten Steilklippen Europas. Diese Gebirgskette und einige Passagen der Klippen gilt es auf der Laufstrecke zu bezwingen. Dafür ist eine lange und schwierige Trainingsvorbereitung notwendig, denn die Strecke ist hoch anspruchsvoll und gefährlich.

Der Start für diesen Ultra Trail war um Mitternacht und liegt mit zehn Metern über dem Meeresspiegel immerhin vier Meter höher als das Ziel. Christoph Mintgen aus Nickenich war mit dabei und erfüllte sich hiermit einen lang ersehnten Traum. Schon zu Beginn an mussten sich die Sportler sehr konzentrieren. Auf den ersten 15 Kilometern musste Christoph 1200 positive Höhenmeter (HM) zurücklegen. Dabei war die Strecke bis dahin asphaltiert aber immer wieder mussten viele Stufen bewältigt werden. Ab Kilometer 17 kam Schneeregen und Nebel dazu. Christoph war auf 1300 HM und die Stufen, ob Steinblöcke, mit Kantholz gestützt oder aus purem Sand, wollten nicht weniger werden. Gegen 5 Uhr morgens gab es einen größeren Verpflegungsstand mit Kaffee, Tee und Gebäck. Hier konnte man sich etwas aufwärmen, aber da man zusätzlich gegen die Uhr läuft, hat man keinen längeren Aufenthalt. Alle sechs Kilometer musste Mintgen durch Checkpoints, wo man mit einem Chip am Arm die Zeit speichert und die Helfer (Volontäre) die Startnummern aufschreiben. Nach dem Christoph den ersten Gipfel auf 1550 HM und 28 Kilometer bezwungen hatte, lief er an dem berühmten Kanalsystem, dass das Wasser aus dem Norden in den Süden durch kleine und enge Höhlen transportiert, entlang.

Die Sonne ging langsam auf und die Uhr zeigte kurz nach Sieben an. Endlich konnte die Stirnlampe ausgeschaltet werden und ein schnelleres Tempo eingeschlagen werden. Ab jetzt ging es auf 950 HM runter. Doch das hielt nicht lange an, denn ab Kilometer 38 ging es auf den zweiten Gipfel mit 1650 HM. Ab dann hieß es Kraft sparen. Die Strecke ging immer hoch und runter, auf mindestens 1450 HM bis er den dritten Gipfel auf 1800 HM nach 47 Kilometern erreicht hatte. Den schwierigsten Teil hatte er hinter sich gelassen. Trotzdem musste er jetzt den höchsten Punkt und die gefährlichsten Stellen auf der Insel erreichen, bei Kilometer 53 und 1862 HM. Eine weitere große Verpflegung mit ärztlicher Kontrolle erwartete die Sportler. Die vorletzte maximale Cut-off Zeit von 16 Stunden konnte Christoph frühzeitig durchlaufen. Von dort aus ging es 20 Kilometer bergab. Wer denkt, dass es einfach wird, hat sich getäuscht. Teilweise lief es auf offiziellen Wanderwegen, die hin und wieder sehr steile Treppen beinhalteten, aber auch inoffizielle Wege, die abseits waren und mit viel Mühe zu meistern waren. Nach 19 Stunden ist Christoph endlich an den Klippen angekommen. Ab hier waren es nur noch zehn Kilometer. Das Laufen konnte man ab dann auch wieder einstellen, denn den letzten Anstieg von einer Länge von fünf Kilometern und 250 Höhenmeter - die einem deutlich höher erschienen - mussten bezwungen werden. Die Dämmerung setzte ein und alle wollten nur noch ins Ziel. Aber das Problem war, die 250 HM gingen wieder abwärts. Viele fragten beim letzten Checkpoint nach, ob noch weitere gefährliche Stellen folgen, aber es wurde versichert, das Schwierigste hätten alle hinter sich. Es hat nicht lange gedauert und den Extremsportlern wurde klar, dass mancher Volontär die Laufstrecke nicht kannte. Christoph schaltete wieder seine Stirnlampe ein, um mehr Sicherheit zu bekommen. Der Waldboden wurde mit spezieller Erde aufgeschüttet, damit man nicht komplett wegrutschte. Teilweise mussten sich die Läufer immer wieder an Bäumen festhalten und die Füße seitlich stellen, um unten heil anzukommen. Die Straßenlaternen leuchteten auf und endlich waren sie unten am Meer angekommen. Im schweren Laufschritt war das Ziel nicht mehr fern.

Nach 21:49:44 Std., einer Strecke von 85 km, mit 4116 HM im Anstieg und 4124 HM im Abstieg, 20 Minuten Pause durch Aufwärmen und ärztliche Kontrollen, erreichte Christoph völlig erschöpft das Ziel. Mit kaputten Schuhen war es ein Laufabenteuer ohne Gleichen - ein einzigartiges Erlebnis.

Wie Jens Vieler schon sagte: „Wo manche Leute Urlaub machen, laufen andere aus Leidenschaft.“

„Jetzt heißt es erst einmal den geschundenen Körper zur Ruhe kommen lassen. Dann kann man sich wieder so langsam Gedanken machen, welches Abenteuer als Nächstes auf ihn wartet“, verrät Christoph mit einem verschmitzten Lächeln.

Christoph Mintgen aus Nickenich finishte beim Madeira-Island-Ultra-Trail MIUT Finish. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Empfohlene Artikel
Teilnehmer / -innen beim Anschießen 2025
16

Bell. Am Freitag, 01.05.2026 treffen sich die Schützenschwestern und –brüder zum „Anschießen“ auf dem Schützenplatz in Bell. Mit dem „Anschießen“ wird die „KK-Saison“ eröffnet (das Schießen mit dem Kleinkalibergewehr = Ende des Winterschlafs für die Knarre). Beginn: 14:00 Uhr. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Der Vorstand würde gerne viele Mitglieder beim „Anschießen“ begrüßen. Am Spätnachmittag möchten wir „Grillen“. Neben selbstgemachten Salaten gibt es Bratwurst und Grillsteaks.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2240

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
130

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Oster-Anzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Koblenz blüht
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
First Friday Anzeige März
Dauerauftrag 2026
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige